Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Migräne und Sport – Der Migräne davonlaufen? Ein Gastbeitrag von Alex

Wer von uns träumt nicht davon: von heute auf morgen die Migräne, so wie sie einst kam, auch wieder los zu sein. Unmöglich? Ich möchte mit diesem Beitrag berichten, wie ich durch tägliches, einfaches Walking meine Migräne losgeworden bin. Hier ist meine Geschichte.

Ich leide seit 2003 unter Migräne. Nach einer leider vorzeitig geendeten Schwangerschaft bekam ich bereits im Krankenhaus den ersten Anfall, den ich damals als solchen noch gar nicht wahrnahm. Nachts wurde ich wach, der Nacken schrecklich verspannt, der Kopf pochend. Die ungeduldige Nachtschwester, hielt mich wahrscheinlich nur für anstrengend, gab mir dann ein Schmerzgel um den Nacken einzureiben und rauschte aus dem Raum. Das war der Startschuss für meine Migränekarriere. Mehr von diesem Artikel lesen

Hormone und schlechtes Wetter

Es gibt Momente, da spüre ich eine Migräne auf mich zukommen und ich merke: du hast keine Chance. Egal, was ich vorher gegessen habe, wo mein Triggerspiegel gerade steht oder wie ich sonst drauf bin: Da kommt eine Migräne und sie haut mich einfach um. Paff. Wie kann das sein?

Ein Freund von mir reagiert auf bestimmte Wetterumschwünge. Luftdruckverändungen, Regen im Anmarsch, ein schneller Wechsel von kalt zu warm, was auch immer. Wenn so ein Ereignis kommt, dann bekommt er Kopfschmerzen. Und er sagt immer: “Wenn ich Kopfschmerzen vom Wetter bekomme, dann hilft mir auch keine Tablette, da kann ich machen, was ich will.” Ich kenne das auch, allerdings in Maßen.

Es gibt aber eine andere Naturgewalt, die mich immer wieder mal mit aller Wucht trifft: Hormone. Mehr von diesem Artikel lesen

Tabletten teilen

Was wäre ich nur ohne meinen “Pill Splitter”.

Ich fange mal von vorne an. Jetzt, wo ich wieder auf Betablockern bin, hat sich meine Migräne zusammen mit der Diät wieder beruhigt. Sie bewegt sich auf einem für mich recht akzeptablen Level, muss ich sagen. Eine besondere Form der Migräne, die ich nur unter diesen kontrollierten Bedingungen habe, sind diese Minimigränen. Ich weiß immer nicht, wie ich sie nennen soll, ich habe früher schon davon berichtet und habe sie immer wieder mal anders bezeichnet. Ab und zu tauchen sie auf, sie sind wie früher vielleicht die ersten Vorboten einer Migräne oder die Anfänge, wenn alles noch nicht so schlimm ist. Diese Zustände hauen mich nicht um – aber sie sind lästig genug, dass richtig konzentiertes Arbeiten am Computer nicht so gut geht. Wenn ich eine Minimigräne habe, dann bin ich immer ein bisschen hin und hergerissen, wie ich damit umgehe. Manchmal lasse ich sie einfach, manchmal nehme ich Ibuprofen. Manchmal aber, wenn ich wirklich was wichtiges zu tun habe, dann haue ich mir eine kleine Ecke Sumatriptan rein. Mehr von diesem Artikel lesen

Betablocker Reloaded

Jetzt ist mal wieder ein Monat rum der wirklich ganz ohne Kopfschmerzen verlaufen ist. Was für ein gutes Gefühl, wie entspannend. Dank der Betablocker. Mein Kopf ist wieder stabiler, es flackert nicht ständig was auf, wenn ich mal ein kleines Stück Avocado irgendwo esse oder in der Majo ein klein wenig Glutamat war. Manchmal gibt es Anzeichen einer Migräne, aber sie verschwinden wieder. So war das, als ich mit dem Migräneprojekt anfing, da war ich auch noch auf Betablocker. Als ich sie irgendwann absetzte, ich berichtete darüber, brach das Chaos aus in meinem Kopf. Ich wiederhole hier mal, was ich in einem der letzten Artikel schon geschrieben habe: mein Kopf fühlte sich ohne Betablocker an wie ein mit Benzin gefüllter Luftballon. Jeder kleineste Trigger war wie eine Zündfunke, der mich sofort zum explodieren gebracht hat. Mehr von diesem Artikel lesen

Essen gehen

Letzte Zeit hatte ich meinen Vater zu Besuch aus Deutschland, das bedeutet immer viel essen gehen. Schwierig für meine Diätansprüche natürlich und meistens doch mit Kompromissen verbunden, die sich später im Kopf niederschlagen. 100%ige Konsequenz hält niemand mit dem Migräne Diätprogramm auf die Dauer durch. Eine Zeit, in welcher man regelmäßig essen gehen muss übersteht man besser, wenn man nicht gleich auf jede kleinste Inkonsequenz reagiert wie ein mit Benzin gefüllter Luftballon auf ein Streichholz. Wie ist das also mit dem essen gehen? Es macht nicht mehr so viel Spaß. Mehr von diesem Artikel lesen

Was gibts Neues?

Zu lange schon habe ich jetzt nichts mehr berichtet. Gibt es etwas neues? Ja und nein. Wie ich berichtet hatte, habe ich vor einer Weile wieder mit einer Prophylaxe angefangen, Betablocker. Es ist deprimierend, aber ohne Prophylaxe ist mein Kopf wie ein nervöses Pferd, ständig auf dem Sprung und am Durchgehen sobald die kleinste Irritation auftritt. Ich habe jetzt erst einmal bewusst die bekannten und ungeliebten Nebenwirkungen der Betablocker in Kauf genommen, um meinen Kopf wieder in ein ruhiges Fahrwasser zu bekommen. Hat das geklappt? Ja, schon.
(P.S. Ich könnte schon wieder zehn zornige Artikel schreiben darüber, wie beschissen ich Betablocker eigentlich finde, haha, nun sitze ich wohl im Glashaus…)

Trotzdem, was bleibt ist dann doch eine permanente Auseinandersetzung mit irgendwelchen Befindlichkeiten, viele “kleine” Migränen, die keine richtigen Anfälle werden (und die ich nicht zähle), die aber doch nervig genug sind um mir den Tag oder auch nur ein paar Stunden zu verderben. Aber – ohne Prophylaxe sind alle diese “kleinen” Migränen, die Zwischenzustände, Anfänge, Kurzkopfschmerzen oder manchmal auch nur reine physische Schmerzen wie dieser Tage dieser Schmerz, der vom Auge aus ins Hirn vorstieß, ein lästiger, aber eigentlich nur unbedeutender rein körperlicher Schmerz, der in keinster Weise mit dem vernichtenden Krampfen im Hirn vergleibar ist. Dankbar nehme ich diese Dinge hin, wissend dass ich ohne Prophylaxe niedergeschmettert und ins Bett verbannt wäre.

Wenn der Ernährungsansatz nicht (genug) hilft

Zugegeben, ich bin mittlerweile ein wenig manisch geworden. Mein subjektiv als durchschlagend empfundener Erfolg mit der Migränediät hat dazu geführt, dass ich meine Erwartungen sehr, sehr weit nach oben geschraubt habe. Es reicht mir nicht mehr, nur noch halb so oft wie früher Migräne zu haben. Ich will mehr, oder anders herum: gar nicht mehr. Ich hatte lange, schmerzfreie Phasen, in welchen es sich angefühlt hat, als wäre die Migräne weg, besiegt, für immer. Ein so ungewohnt wie wunderbares Gefühl von Unbeschwertheit und Freiheit. Und das nicht nur im Kopf, das ganze Leben fing an sich zu drehen und zu wenden. Die Migräne trat immer weiter in den Hintergrund, ich dachte immer weniger an sie, vergaß sie gar an einem Punkt. Selbst der geschätzte Lebenspartner fragte nicht mehr alle paar Tage, was denn mein Kopf so mache. Ich fühlte mich so frei, dass ich die Prophylaxe, die ich lange vor dem Migräne Projekt begonnen hatte, absetzte. Es war natürlich nicht so, wie ich gehofft hatte, dass eine Prophylaxe im Zusammenhang mit der Migräne Diät bei mir keinen Unterschied macht. Mehr von diesem Artikel lesen

Ein Rückfall und seine Folgen

Oh jeh, diese letzte Migränepisode hat Folgen. Die Tomaten hatten meine Triggergrenze heruntergesetzt und ich habe das Gefühl, das dauert jetzt ein bisschen, bis ich meinen alte Stand wieder habe. Und dann die Tripane, die ich genommen habe letztes Wochenende. Die scheinen mir mehr zugesetzt zu haben, als ich gedacht hätte. Es ist ein bisschen wie in der späten Entzugsphase: jeden Tag ziehts irgendwie in meinem Kopf, bis hin zu leichten Kopfschmerzen, die dann aber bisher glücklicherweise mit ein bisschen Ibuprofen wieder verschwinden. Ich kann förmlich spüren, dass meine Gefäße im Kopf unruhig und ein wenig entzündet sind. Alles ist wieder aus dem Gleichgewicht. Ich bin benebelt und fühle mich nicht richtig wohl. Was für ein Rückfall.

Ich muss leider einsehen, Triptane (und Tomaten…) sind noch immer Gift für mich. Meine anfängliche Euphorie ist ein bisschen einer Enttäuschung gewichen. Ich hatte gehofft, einen großen Teil der verbotenen Lebensmittel dann doch Stück für Stück meinem Speiseplan wieder hinzufügen zu können. Das sieht aber gerade gar nicht danach aus. Ich scheine auf sehr viele, wenn nicht alle Dinge der Liste zu reagieren. Manchmal hatte ich Phantasien, dass vielleicht nur ein paar wenige definiert “böse” Lebensmittel übrig bleiben, der Rest aber wieder zum Genuss freisteht. Das sieht jetzt wirklich gerade gar nicht so aus. Ich frage mich auch, welchen Anteil das Absetzen meiner damaligen Prophylaxe, der Betablocker, damit zu tun hat. Ob ich vielleicht zu dem (geringeren) Anteil an Leuten gehöre, die mit der Diät nur Erfolg haben, wenn sie zusätzlich noch eine Prophylaxe nehmen? Grr…

Wie lange dauert die Entzugsphase und wie bereite ich mich darauf vor?

Molli hat einen Kommentar geschrieben und gefragt, wie lange wohl diese erste Phase des Entzugs dauert. Wer einen engen Terminkalender hat, will diese unangenehme Phase natürlich auch einigermaßen planen. Ich werde im folgenden meine Erfahrungen und das, was ich darüber gelesen habe zusammenfassen.

Was bedeutet eigentlich Entzug in diesem Zusammenhang?  Entzug bedeutet, dass alle koffeinhaltigen und Gefäße zusammenziehenden Stoffe abgesetzt werden, damit sich die entzündeten Gefäße im Hirn beruhigen und heilen können. Vor allem für die, die so viele Schmerzmittel nehmen, dass sich daraus eine chronische Migräne entwickelt hat, ist es wichtig, diesen Teufelskreislauf zu durchbrechen. Mehr von diesem Artikel lesen

2,5 Tage Migräne

Ah, ein Katastrophenwochenende. 2,5 Tage eine ausgewachsene Migräne. Was für ein Rückschlag.
Die Gründe liegen auf der Hand: mein Hund ist gestorben, was mich in einen doch recht intensiven Stressstoffwechsel versetzt hat. Und dann natürlich meine Essensexperimente. Ich doktere noch immer am Tomatenthema herum, schließlich habe ich diese wunderbaren, reifen Tomaten im Garten. Schon nach den ersten Tagen Tomatenverzehrs habe ich gemerkt, dass Tomaten meinem Hirn nicht gut tun. Ich hatte ständig ein leichtes Ziehen im Kopf, als ob ich eine Migräne bekommen könnte, – habe dann aber trotzig weitergegessen, schließlich habe ich die Dinger seit dem Frühjahr liebevoll herangezogen. Und ich liebe Tomaten. Nun aber war die Schwelle eindeutig überschritten. Eine Riesenmigräne. Und: ich habe auch noch zwei Triptane genommen. Mit sehr schlechtem Gewissen, aber ich war unterwegs im Hotel, die Hundegeschichte nagte an mir – ich hatte keine Lust und keine Energie, das jetzt durchzustehen. Ich bereue die Entscheidung nicht, hoffe aber sehr, dass das jetzt nicht wieder in einen Teufelskreislauf umschlägt. Sollte ich in den nächsten 14 Tagen wieder Migräne bekommen, dann werde ich es wieder ohne Tabletten durchstehen. Oh jeh.

Wie gehts weiter, nagt es an mir.  Bin ich zu leichtsinnig geworden, weil ich mich schon fast als geheilt betrachtete hatte? Einerseites ja, aber andererseits weiß ich nicht, wie ich anders herausbekommen soll, welche Lebensmittel auf der Verbotsliste für mich doch nicht verboten sind. Tomaten gehören leider, wie ich jetzt einsehen muss, in allen Varianten auf die Verbotsliste. Und die nächste Zeit werde ich wieder 100% nach der ursprünglichen Liste essen. Erst mal keine Experimente mehr. Ich will wieder zurück zu meinem unbeschwerten Gefühl, einen dauerhaft freien Kopf zu haben.

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