Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Tag 6

Man meint, alles würde sich noch immer um den nicht zu konsumierenden Kaffee drehen, schließlich pockert mein Kopf noch immer. Sanft, zugegebenermaßen. Aber ich schaue dann gar nicht mehr hin heute morgen, als der geschätzte Lebenspartner seine Espressokanne auf den Herd stellt. Ich sage schon “seine”. Noch nicht einmal eine Woche ist rum, ich kämpfe noch mit dem Entzug – aber schon habe ich mich so weit von der Droge distanziert, dass ich keinen eigenen Bezug mehr zu ihr habe. Oder zur Espressokanne, die wir vor zwei Monaten nach langen Diskussionen beim lokalen Italienischen Delikatessenladen erstanden haben. Made in Italy, mit voller Leidenschaft zum Kaffe gekauft.

Aber ich denke, es hat etwas mit diesem wilden Entschluß zu tun, der da in mir ist, zusammen mit einer wilden Hoffnung, diese chronische Plage endlich los zu werden. Das erinnert mich an Freud, der schon schlaumeierte, dass nur wenn der Leidendruck groß genug sei, der Client sich auf eine Therapie einlasse.

Auf einer Webseite habe ich einen empörten Kommentar einer Frau gelesen, die sich echauffierte, dass dieser Ansatz, Migräne zu behandeln einem Rückfall ins Mittelalter gleich käme. Wo wir jetzt so moderne Medikamente hätten, die endlich Linderung brächten, wäre eine solche Therapie barbarisch. So ist es wohl: nur wer die Schnautze wirklich gestrichen voll hat lässt sich auf die Behandlung ein, unfreudisch gesagt. Und: Ich glaube, ich würde mich mit Freude (nicht mit Freud) von Wasser und Brot ernähren, wenn die Migräne davon verschwinden würde.

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