Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Fatigue

Heute ist ein besonders guter Tag mit dem freiesten Kopf der Welt. In meinem Schädel ist alles dermaßen unverkrampft und ungeschwollen, dass er sich geradezu leer anfühlt. Der Effekt ist ein schier überbordendes Ausmaß an Energie, das sogar zu furchterregenden Gesängen in der Badewanne geführt hat. Das macht es mir möglich, einmal ein Wort über Fatigue zu verlieren, diese nagende Dauererschöpfung, die es schwer macht, klare Gedanken zu fassen oder die Hand zu heben, um die Enter Taste zu drücken.

Was könnte das Erschöpfungssyndrom mit Migräne zu tun haben? Meiner Ansicht nach: alles. Wer ständig Entzündungsprozesse im Gehirn hat und immer wieder tagelang unter schweren Schmerzen leidet, laugt auf die Dauer aus. Stress an der Arbeit? Da kommt die Migräne z.B. gleich am Wochenende hinterher und sorgt dafür, dass der Erholungseffekt des Wochenendes minimiert wird. Für mich war das ein schleichender Prozess, der über Jahre hinweg stattgefunden hat. Ich dachte stets, dass mein Job mit Reisen und Überstunden einfach zu stressig ist und alle Erschöpfung nur mit Urlaub oder kündigen zu beheben sei. Falsch. In den drei Jahren Zwangsurlaub bis zu meiner Arbeitsgenehmigung hier in den USA hat sich leider gar nichts an meinen Symptomen geändert, ganz im Gegenteil, die Energiekurve ging immer weiter nach unten und die Migräne wurde keinen Deut besser.

Fatigue ist für mich persönlich eines der schlimmsten Symptome überhaupt, denn es lässt mich 20 Jahre älter fühlen, als ich bin. Ich bin von Natur aus ein quirliger Mensch und es ist eine Katastrophe, im Spiegel eine gebückte Trantüte zu sehen, die die Kurve nicht bekommt. Auch wenn man wie ich nicht jeden Tag Migräne Schmerzen hat, sondern nur alle 1-2 Wochen für 2-3 Tage, Migräne ist kein punktuelles Ereignis, sie wirkt sich vielmehr auf das ganze Leben aus.

Eine Antwort zu “Fatigue

  1. Sal März 13, 2011 um 03:45

    Hallo,
    ich kann sehr mitfühlen. Mir dröhnt inzwischen seit über einer Woche der Schädel, zwischendurch musste ich die Arbeit abbrechen und mich ins dunkle Kämmerlein zurückziehen.
    Und bei mir summiert es sich auch: Ich fühle mich immer erschöpft. Ich bin immer müde, ständig unkonzentriert und vergesse schnell Dinge, die ich noch erledigen wollte, weil man nur noch wie ein Zombie herumschleicht.
    Ich habe Sumatriptan verschrieben bekommen, aber die Nebenwirkungen sind so schlimm, dass ich das Zeug nicht nehme und lieber den Schmerz ertrage. Ich trau mich nicht, es überhaupt noch einmal damit zu versuchen.

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