Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Der Stand der Forschung

Wenn man mal versucht, sich einen Überblick über den Stand der Forschung zu verschaffen und dabei Quellen aus dem In- und Ausland berücksichtigt, dann kommt man schon ins Staunen. Man meint, bei einer Massenkrankheit wie der Migräne, die 15% der Bevölkerung betrifft, müsste man mittlerweile in der Forschung zu halbwegs klaren Ergebnissen gekommen sein. Aber nein. Es gibt die unterschiedlichsten Fraktionen, die sich zum Teil wild widersprechen. Sogar die Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft gibt zu, ich zitiere:

„Der entscheidende Entwurf einer Synthese, die neuronale, vaskuläre und auch psychische Aspekte der Migräneentstehung berücksichtigt, ist bis heute nicht gelungen.“

Das schlägt sich eins zu eins in der Behandlung und dem Umgang mit Prophylaxemöglichkeiten nieder. Der Schmerzspezialist, der mich damals in Berlin behandelte, führte z.B. alles auf Stress zurück – und ich habe das damals dankbar aufgenommen, denn ja, ich hatte viel Stress und ich wäre ihn auch gerne losgewesen. Und, wenn wir mal ehrlich sind: es ist eine einfache Erklärung. Jeder hat irgendwie Stress… Stress war aber nicht mein Problem in Bezug auf die Migräne, denn wie ich vorher schon schrieb, nach meinen zwei Jahren Zwangsferien war keinerlei Besserung eingetretn, null, nada. Auch die Rolle, die diverse Trigger spielen, werden im deutschen Ärztebetrieb nicht eindeutig beschrieben. Das führt in eine hundertprozentige Beliebigkeit, alles kann irgendwie eine Migräne auslösen, man weiss es halt nicht so genau. Entsprechend zucken die Ärzte meist hilflos mit den Schultern und genauso die Patienten. Dieses Trigger-Ratespiel hatte ich Jahre lang.

Geschätzter Lebenpartner: Hast du eine Ahnung, was deine Migräne gestern ausgelöst haben könnte?
Ich: Hm, ich weiss nicht, vielleicht weil ich bald meine Tage bekomme…
Geschätzter Lebenspartner: Ja, und du reagierst doch immer so aufs Wetter, guck dir mal diesen Wetterwechsel gerade an.
Ich: Stimmt, ja, das ist gut möglich. Naja und dann hatte ich so wenig Schlaf die letzten Tage.
usw, usw

Ich kann nur sagen: ich finde das frustrierend. Und genau deshalb mache ich jetzt das Migräneprojekt. Interessanterweise beruht der Ansatz aus den USA, den ich jetzt gerade teste, komplett auf Ernährung. Man weiss dabei um die Verschiedenartigkeit der Trigger und diese werden auch diskutiert. Aber das Argument ist: Ernährung hat bei den Triggern einen so großen Anteil, dass es meist ausreicht, an dieser Schraube zu drehen.

Mit dieser Meinung steht Dr. Buchholz mit seinem Migräne Programm übrigens nicht allein:

  • Auf der Migräne Seite des John Hopkins Hospital in Baltimore, eines der größten Behandlungszentren für Kopfschmerzen in den USA, wird Ernährung als erster Punkt genannt.

Migraines that are severe, frequent, or that are accompanied by neurological symptoms are best treated preventatively, usually with a combination of dietary modification, lifestyle changes, vitamins, and daily prescription medications.

  • Die American Headache Society nimmt ernährungsbedingte und andere Trigger gleichermaßen wichtig. Auf ihrer Webseite bieten sie entsprechend ein Trigger-Identification Sheet an. Das Sheet beinhaltet alle möglichen Trigger, der überwiegende Teil sind allerdings ernährungsbedingte Trigger. Diese stimmen sehr weit mit Dr. Buchholz Ansatz überein, auch wenn sie nicht ganz so weit gehen oder entsprechend detailliert dargestellt sind.
  • Die National Headache Foundation führt eine ganze Liste mit ernährungsbedingten Triggern auf, die zu vermeiden sind. Die Liste stimmt zum größten Teil mit Dr. Buchholz Liste überein.

Jetzt schauen wir uns mal an, was die Deutsche Kopfschmerz- und Migränegesellschaft dazu zu sagen hat. Ich zitiere:

„Darum gibt es auch keine besondere Ernährung bei Migräne oder gar eine „Migräne-Diät“.

Liebe deutschen Ärzte: Wie wärs mal mit einem Englisch-Kurs ?

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