Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Retinale Migräne II

Gestern wachte ich wieder mal mit einer Halluzination auf. Ein wirklich hübscher, gelber Stern erscheint beim Aufwachen in meinem Gesichtsfeld. Er ist aus lauter gelben Punkten zusammengesetzt, nicht ganz so grell wie sonst meine bunten Bilder, eher ein bisschen durchsichtig. Ich denke noch schlaftrunken: mann, wenn das mal keine Migräne gibt. Nach dem Frühstück setze ich noch frohen Mutes meinen Migränezähler hoch, aber dann erwischt es mich doch. Die Kopfschmerzen entwickeln sich, vom linken Auge ausstrahlend. Es ist nicht so schlimm wie sonst und ich rupfe noch ein paar Stunden Unkraut draussen. Aber gegen Abend wird der Schmerz bissiger und ich lege mich ins Bett. Ibuprofen helfen nicht, aber ich bin wild entschlossen, keinen Triptan-„Rückfall“ zu bekommen. Und siehe da: ich überstehe die zwei Tage Migräne ganz gut. Der Schmerz wird nie wirklich unerträglich, ausserdem finde ich einen neuen Verbündeten: einen Eisbeutel. Mein Auge und die dahinter liegenden Areale fühlen sich schlichtweg fies entzündet an, die Kälte lindert den Schmerz relativ schnell und wirksam.

Ich muss mal wieder über Schmerz und seine Auswirkungen auf den Menschen nachdenken. Es gibt eine Schmerzgrenze, die ist irgendwie noch gut zu ertragen. Ist der Schmerz dann vorbei, ist man relativ schnell wieder fit. Bei zwei Tagen Migräne ist das nicht so. Egal wie stark sie ist, ich bin dann jedenfalls erst mal groggy. Ich muss an Kaptain Kirk denken. In einer der ersten Folgen der alten Enterprise Serie wird Spocks Gehirn von einer Art Amazonengesellschaft gestohlen. Der Landungstrupp, der das Hirn wiederbeschaffen will, wird schnell von den Frauen überwältigt und von einem Gürtel in Schach gehalten, der, wie Dr. Mc Coy sagt: für den Menschen unbekannt große Schmerzen erzeugen kann. Werden die Jungs des Landungstrupps also mit Schmerz bestraft, liegen sie jaulend am Boden. Aber sobald der Gürtel keinen Schmerz mehr aussendet, springen sie zwei Sekunden später wieder auf und revoltieren schon wieder. Sowas gibts im Film unendlich oft. In der Realität dann leider nicht so oft. Aber egal. Heute am Ende des zweiten Tages ist der Anfall fast vorbei und zur Erbaulichung werde ich mir die Folge mit Spocks gestohlenem Gehirn wohl mal aus dem Regal ziehen.

Übrigens werde ich wohl meinen Migräne-Count irgendwie anders gestalten. Mit den gezählten anfallfreien Tagen sieht das gerade nicht so aussagekräftig aus. Mal sehen, vielleicht zähle ich in Zukunft die Migränetage pro Monat…

4 Antworten zu “Retinale Migräne II

  1. Sal April 6, 2011 um 08:50

    Oh, du Arme!
    Ich habe jetzt seit etwa zwei Wochen Ruhe, obwohl sich heute wieder zaghaft etwas meldete. Jetzt gerade ist es zum Glück weg.
    An migränefreien Tagen ist man wirklich ein anderer Mensch.
    Wie du brauche ich allerdings nach einer Attacke ein paar Tage, um mich zu erholen.
    Seit 5 Tagen etwa wache ich jetzt jeden morgen vollkommen kaputt auf und ich frage mich, ob das ein Vorbote ist? Ich hoffe nicht. 😦

    LG,
    Sal

    • dasmigraeneprojekt April 6, 2011 um 09:45

      Dazu fällt mir ein, dass es ja auch diese Migränevarianten ohne Schmerzen gibt. Ich will dich natürlich nicht mit meiner Hypochondrie anstecken 😉 Muss ich nochmal ein bisschen drüber lesen, das ist interessant.

  2. Stephi Juni 22, 2017 um 07:22

    Der Beitrag liegt zwar schon Jahre zurück aber mich würde interessieren ob so eine Art Migräne gefährlich ist. Schäden an der Netzhaut etc.

    • Violetta Juni 22, 2017 um 13:53

      Also … schwieriges Thema. Über die Jahre habe ich eine Menge dazugelernt. Das, was ich in dem Artikel, den ich vor sechs Jahren geschrieben habe beschreibe, ist KEINE Retinale Migräne und ich lag falsch. Das, was ich da beschreibe, sind visuelle Symptome der Aura, die mit der „einfachen“ Migräne mit Aura mitkommen können. Diese Form ist nicht risikoreicher als jede andere Form von Migräne mit Aura, und Aura kann sich sehr unterschiedlich darstellen: Lichtblitze, kribbelnde Hände oder sehr viele andere Auraformen. Viele Leute, die MIgräne mit Aura haben, haben solche Symptome. Und vielen geht es wahrscheinlich wie es mir ging, dass sie es nämlich sehr beunruhigend finden, wenn plötzlich visuelle Symptome auftreten.
      Die echte Retinale Migräne ist eine ganz andere Geschichte. Ich möchte aber hier nicht den Fehler von vor sechs JAhren wiederholen, überhaupt bin ich seit geraumer Weile dazu übergegangen, Artikel sehr genau zu recherchieren und mit Studien der anderen Quellen zu unterlegen. Deshalb muss ich sagen: keine Ahnung. Kurz recherchiert erschließt sich mir das Thema Retinale Migräne nicht so ganz einfach und es fällt mir schwer zu sagen, welche Risiken sie mit sich bringt. Ich empfehle, einen Kopfschmerzspezialisten aufzusuchen, um eine ganz genaue Diagnose zu bekommen. Tut mir leid, ich will dich mit deiner Frage nicht abfertigen oder es mir einfach machen. Aber echte Retinale Migränen sind selten und ich fühle mich da nicht kompetent.

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