Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Die Geschichte mit dem MRI

Jetzt wo mir wegen des todkranken Hundes ständig nur existenzielle Dinge, die Vergänglichkeit des Lebens und wie schnell der Tod da sein kann durch den Kopf gehen ist ein guter Moment, um mal die Geschichte mit dem MRI zu erzählen.

Ich hatte immer Angst, dass ich Migräne habe, weil ich was im Gehirn habe. Entweder ein Tumor oder ein sich ankündigendes Aneurisma. Letztere Angst war nicht unbegründet: meine Mutter hatte ihr Leben lang Migräne. Im Alter von 63 dann kippte sie plötzlich während der Gartenarbeit um und war tot. Grund: Sie hatte ein Aneurisma im Kopf. Seit dem saß diese Idee natürlich in meinem Kopf (sozusagen): was, wenn ich das geerbt habe? Was, wenn das der Grund für meine Migräne ist? Immer wenn ich eine besonders schlimme Migräne hatte, hatte ich Todesangst: ich sah mich schon wenige Stunden später leblos im Bett liegen.

Ich versuchte, das abchecken zu lassen, aber das war nicht so einfach. Hier in Amiland wird nicht mal einfach so Geld ausgegeben einfach nur, weil man was haben könnte. Vorsorge gibts nur bei den großen Volkskrankheiten, ansonsten wollen die Versicherungen schon sicher sein, dass man was hat, bevor sie da tausende Dollar für eine Untersuchung ausgeben. Heisst: eine normale Migräne reicht nicht aus, um ein MRI zu bekommen. Die Versicherung lehnte den Überweisungsantrag meines Arztes ab.

Danach folgten viele Monate, in welchen mich dieser Gedanke permanent quälte: ich musste wissen, ob ich Migräne wegen eines Aneurismas habe. Ich las zwar immer wieder, dass es aus unterschiedlichen Gründen keinen Sinn macht und selbst bei Dr. Buchholz las ich später, dass er die Idee, grundsätzlich nach Aneurismen zu suchen nicht sinnvoll findet. War mir egal. Ich begann Erkundigungen über Preise einzuziehen, dachte, im Notfall zahle ich die Untersuchung eben selber. Dann kams anders: ich bekam die Retinale Migräne. Damals wusste ich davon nichts, ich ging zum Arzt und sagte: he, ich habe jetzt regelmäßig Halluzinationen. Der Arzt guckte mit großen Augen, als ich meine Geschichten erzählte, dann stand er auf und ging ins Nebenzimmer. Ich hörte ihn dort telefonieren und fünf Minuten später war er wieder da und sagte: „ich habe jetzt das ok der Versicherung, wir machen ein MRI“.

Eine Woche später hatte ich die Ergebnisse und ich war fast enttäuscht: alles normal im meinem Hirn. Aber meine Migräne, dachte ich. Es muss doch eine Ursache dafür geben. Ich dachte viel darüber nach und mir wurde klar, dass ich einfach stinknormale, heftige Migräne habe. Mir wurde klar, dass ich nach einem handfesten Grund für die Migräne suchte, denn dann hätte ich auch die Möglichkeit, etwas dagegen zu tun. Nun ja, diese Erkenntnis führte dann direkt zu meinem Migräneprojekt. Mir wurde klar, dass ich die Tatsache, einfach nur Migräne zu haben, nicht akzeptieren werde. Interessanterweise habe ich genau diese Aussage von vielen chronisch Migränekranken (viele auch, die wesentlich schlimmere Symptome haben als ich) gelesen: ich muss halt akzeptieren, dass es so ist. Ich habe es nicht akzeptiert und deshalb bin ich nach stundenlangem Surfen (danke, Internet) auf Dr. Buchholz Buch gestoßen.

Jetzt bin ich definitiv auf dem Weg der Besserung, auch wenn ich noch nicht weiss, wie viel Besserung ich auf die Dauer haben werde. Und ich denke immer wieder, dass ich diese Kurve nur deshalb bekommen habe, weil ich dieses MRI mit dem negativen Befund hatte. Auf die Dauer wird auch meine Versicherung davon profitieren, weil ich jetzt schon wesentlich weniger Medikamente brauche.

2 Antworten zu “Die Geschichte mit dem MRI

  1. Sal April 22, 2011 um 05:03

    Oh ja, ich kenne diese Angst. Sie hat mich letzte Woche erst dazu gebracht, mitten in der Nacht den Liebsten aus dem Bett zu klingeln, weil ich allein in einer anderen Stadt war.
    Ich habe öfter Panik-Attacken, wenn ich meine Migräne-Anfälle allein durchstehen muss.
    Auch der Liebste sagt, ich soll meinen Kopf untersuchen lassen, denn „das kann doch nicht normal sein!“.
    Einen Grund, eine Ursache – ja, das wäre leichter, oder? Oder schlimmer? Ich weiß es nicht.

  2. dasmigraeneprojekt April 22, 2011 um 11:02

    Ich weiss es auch nicht. Aber die Wahrheit ist: wer will schon mit einer Diagnose eines Gehirntumores oder ähnlichem dastehen? In Wahrheit keiner. Vielleicht dazu noch die Geschichte, die Dr. Buchholz mit einem seiner Patienten hatte: wegen heftiger Migräne wurde ein MRI gemacht und man fand ein Gefäß, dass eine leichte Verdickung aufwies. Der Mann wurde operiert. Man kann sich vorstellen, dass das keine triviale Operation ist am Hirn. Monate später, als er halbwegs wieder genesen war musste er feststellen, dass zwar das Aneurisma weg war (oder geklammert, ich weiss nicht, was sie gemacht haben), aber die Migräne war genauso wie vorher. Und jetzt kommts: Dann begann er mit Dr. Buchholz Diät – und die Migräne verschwand. Das ist tatsächlich tragisch, zumal es immer irgendwelche Unregelmäßigkeiten gibt, auch im Hirn. Ohne weitere Symptome weiss man nie, ob eine Unregelmäßigkeit nun ein Problem ist oder nicht.

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