Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Ist Kochen nach 2 Monaten immer noch so schwierig?

Nach nun über zwei Monaten Migräne Projekt hat sich eine Menge geändert. Haben die Trigger-Listen am Anfang noch zu nachhaltiger Verwirrung und einem stetigen Gefühl von Überforderung geführt, so ist jetzt an diese Stelle erleichternde Routine getreten. Ich habe so gut wie alle zu vermeidenden Stoffe und Lebensmittel im Kopf, was das Einkaufen wesentlich leichter und schneller macht. Ich habe ein neues Set an Standardprodukten gefunden, die ich ohne viel Nachzudenken aus dem Regal nehme und in den Einkaufswagen lege. Zuhause zerbreche ich mir nicht mehr den Kopf, was man nun Essen kann und darf. Ich weiss es genau, checke, was im Kühlschrank ist und kann mich dann schnell für irgendwas entscheiden. Nachforschungen und Lerneffekte gibt es immernoch, jetzt kommt ein bisschen die Feinarbeit und Spezialisierung was z.B. Stoffe wie Tyramine und Glutamat anbelangt. Das sind jetzt aber eher interessante aha-Effekte, die keinen Stress mehr verursachen.

Für mich persönlich die interessanteste Erfarung war, wie viel gesünder man sich mit dieser Migräne-Diät ernährt. Denn: bis auf Ausnahmen gilt die Regel: frisch gekocht macht keine Kopfschmerzen. Wenn wenig Zeit war oder ich keine Lust hatte, dann habe ich früher auf Bio-Schnellessen zurückgegriffen. Interessanterweise ziemlich regelmäßig. Jetzt muss ich mehr kochen, aber mit ein paar Tricks ist das kein Ding mehr. Eine wesentliche Erleichterung ist es, bestimmt Dinge immer in ausreichenden Mengen vorgekocht im Kühlschrank zu haben. Zum Beispiel die Kohlenhydrate: Ich habe jetzt immer Reis, Kartoffeln oder Nudeln im Kühlschrank. Wenns dann eilig ist, kann man ein bisschen Gemüse schnippeln, mit Knoblauch/Schalotten usw. ein paar Minuten anbraten, dann die Kohlenhydrate dazu und – fertig. Oder andere vorbereitungsintensiven Dinge wie Kichererbesen, wenn ich jetzt was koche, dann immer in größeren Mengen, damit ich dann ohne großen Aufwand über die Woche komme.

Was war so schwer am Anfang, frage ich mich jetzt manchmal. Ich glaube, es ist das Abändern von Gewohnheiten. Man tut sich unendlich schwer, Gewohnheiten abzulegen. Deshalb haben auch so viele Leute Widerstände gegen diese Art Migräne-Diät: sie müssen ihre Gewohnheiten ändern. Aber ist es nicht tröstlich – zwei Monate sind doch eigentlich nicht viel – und schon man hat sein Leben geändert, sozusagen. Vielleicht hat man sogar den Schmerz besiegt. Ich fühle mich diesbezüglich gerade in einem echten Hoch. Fast einen ganzen Monat ohne Migräne, das hatte ich seit ich Migräne habe NIE gehabt. Einmal im Monat wäre für mich schon ein Sieg. Im Moment hoffe ich sogar, dass ich die Migräne auf wenige Male im Jahr drücken kann. Noch irgendjemand, für den das das schönste Geschenk seines Lebens wäre?

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