Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Ein Rückfall und seine Folgen

Oh jeh, diese letzte Migränepisode hat Folgen. Die Tomaten hatten meine Triggergrenze heruntergesetzt und ich habe das Gefühl, das dauert jetzt ein bisschen, bis ich meinen alte Stand wieder habe. Und dann die Tripane, die ich genommen habe letztes Wochenende. Die scheinen mir mehr zugesetzt zu haben, als ich gedacht hätte. Es ist ein bisschen wie in der späten Entzugsphase: jeden Tag ziehts irgendwie in meinem Kopf, bis hin zu leichten Kopfschmerzen, die dann aber bisher glücklicherweise mit ein bisschen Ibuprofen wieder verschwinden. Ich kann förmlich spüren, dass meine Gefäße im Kopf unruhig und ein wenig entzündet sind. Alles ist wieder aus dem Gleichgewicht. Ich bin benebelt und fühle mich nicht richtig wohl. Was für ein Rückfall.

Ich muss leider einsehen, Triptane (und Tomaten…) sind noch immer Gift für mich. Meine anfängliche Euphorie ist ein bisschen einer Enttäuschung gewichen. Ich hatte gehofft, einen großen Teil der verbotenen Lebensmittel dann doch Stück für Stück meinem Speiseplan wieder hinzufügen zu können. Das sieht aber gerade gar nicht danach aus. Ich scheine auf sehr viele, wenn nicht alle Dinge der Liste zu reagieren. Manchmal hatte ich Phantasien, dass vielleicht nur ein paar wenige definiert „böse“ Lebensmittel übrig bleiben, der Rest aber wieder zum Genuss freisteht. Das sieht jetzt wirklich gerade gar nicht so aus. Ich frage mich auch, welchen Anteil das Absetzen meiner damaligen Prophylaxe, der Betablocker, damit zu tun hat. Ob ich vielleicht zu dem (geringeren) Anteil an Leuten gehöre, die mit der Diät nur Erfolg haben, wenn sie zusätzlich noch eine Prophylaxe nehmen? Grr…

4 Antworten zu “Ein Rückfall und seine Folgen

  1. molli September 16, 2011 um 22:18

    Jetzt nach zwei Wochen möchte ich ein kurzes Update meiner Versuche geben:

    1. Seit Anfang September habe ich meinen Kaffee-Konsum reduziert von „unendlich viel“ auf je einen Becher morgens und abends. Seit vier Tagen habe ich weiter reduziert auf einen dreiviertel Becher, und ab nächste Woche sollen es dann noch ein halber Becher morgens und abends sein. Stattdessen trinke ich jetzt meistens Pfefferminztee oder Mineralwasser.

    2. Die Diät halte ich sehr strikt ein. Zur Zeit bedeutet das für mich, dass ich keine Mahlzeiten außer Haus einnehme, und sehr viel mehr als vorher selber koche. Und alles nur aus frischen Zutaten, nie- nie- niemals irgendetwas abgepacktes. Ich finde es im Augenblick noch sehr zeitaufwendig, aber es ist ja ein Experiment und deshalb halte ich es durch.

    3. Das Ergebnis ist phänomenal: Ich habe von Anfang September bis jetzt 2 Tabletten Formigran verbraucht, und im selben Zeitraum im August (1. bis 16.) waren es 15 Stück!! Ungelogen: Fünfzehn! – Nachträglich erscheint es mir irrwitzig viel, damals fand ich es ganz normal. Ich weiß es deshalb so genau, weil ich schon immer alle Tabletten genau im Kalender vermerkt habe.
    Ich hatte einige Tage jetzt dazwischen, wo mir so ein bisschen flau im Kopf war, dass ich dachte, es könnte vielleicht eine Migräne werden, aber es ging dann immer nach ein paar Stunden von allein wieder weg.

    4. Aus diesem guten Ergebnis schließe ich, dass in meiner bisherigen Ernährung sehr viele Triggerfaktoren gesteckt haben müssen (Wurst?, Käse?, Tomaten?, Zitronen? Joghurt?..). Wenn ich dann im Oktober Urlaub habe, werde ich den Kaffee und das Formigran auf Null reduzieren, und ich bin jetzt nach dem vielversprechenden Anfang ganz zuversichtlich, dass es alles gut klappen wird.

    Ich werde mich dann in ein paar Wochen wieder melden und weiter berichten. Ich bin so froh, dass ich dieses Buch gelesen habe!
    molli

    • dasmigraeneprojekt September 17, 2011 um 19:12

      Wow, das ist ja wirklich eine beeindruckende Verbesserung. Und so schnell und ohne dass du Kaffee und Triptane ganz abgesetzt hättest. Die Erfahrung, dass es immer wieder Tage gibt, wo einem flau ist im Kopf, aber dann doch keine Migräne draus wird, habe ich auch gemacht. Das war etwas, was ich vorher nicht kannte, es gab immer nur entweder-oder. Wenn vorher irgendwas im Kopf war, dann wurde auch immer eine Migräne draus. Nun gibt es öfters mal flaue Tage. Und die sind sehr gut tolerierbar im Vergleich zu einer Migräne. Dass du den Kaffee langsam reduzierst, bevor du ihn ganz absetzt klingt ziemlich schlau, damit könnte deine Entzgsphase weniger schlimm ausfallen. Bin sehr gespannt, wie es bei dir weitergeht. Alles Gute!

      • molli Oktober 6, 2011 um 00:18

        Hallo,
        ein kurzer Bericht, wie es mir weiter ergangen ist:
        Seit drei Tagen trinke ich gar keinen Kaffee mehr, auch keinen grünen oder schwarzen Tee. Erstaunerlicherweise habe ich keine Kopfschmerzen durch den endgültigen Entzug bekommen, allerdings bestand mein Kaffeekonsum zum Schluss auch nur noch aus einer halben Tasse mit durchsichtiger Plörre – Kaffee hätte man das eigentlich kaum noch nennen können. Offenbar hat das stufenweise Reduzieren dazu geführt, dass es bei mir ohne größere Katastrophen abgegangen ist.
        Die Diät halte ich weiter strikt ein und warte nun mal einfach ab, was jetzt weiter passiert. Manchmal wache ich nachts auf und es fühlt sich so an, als würde ich jetzt Migräne bekommen. Und morgens beim Aufstehen habe ich auch immer noch einen dicken Kopf, aber wenn ich mich etwas bewege und spätestens beim Frühstück ist es wieder gut. So was ähnliches hattest du für die erste Zeit auch beschrieben.
        Jetzt wird das Ganze wahrscheinlich langweilig: die spannende erste Zeit ist vorbei, und nun geht es nur darum, weiter durchzuhalten und abzuwarten, bis es soweit ist, dass ich schrittweise wieder Lebensmittel integrieren darf.
        Fazit: ich bin erstaunt, dass es so einfach ist, ein Problem zu lösen, an dem ich jahrelang herumgedoktert habe ohne Erfolg.
        Liebe Grüße
        molli

      • dasmigraeneprojekt Oktober 6, 2011 um 18:01

        Interessant, dass du jetzt keine Entzugserscheinungen mehr hattest. Klingt nach einer möglichen Alternative, den Kaffee bzw Coffein schrittweise zu reduzieren. Schätze, dass man dafür aber eine ganze Menge Disziplin braucht. Interessant auch, dass es dir genauso geht mit den quasi Kopfschmerzen, die nach dem Aufstehen nachlassen. Es ist auch gut für mich zu hören, dass auch andere mit der Diät Erfolge haben. Freut mich wirklich.
        Alles Gute weiterhin !

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: