Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Betablocker Reloaded

Jetzt ist mal wieder ein Monat rum der wirklich ganz ohne Kopfschmerzen verlaufen ist. Was für ein gutes Gefühl, wie entspannend. Dank der Betablocker. Mein Kopf ist wieder stabiler, es flackert nicht ständig was auf, wenn ich mal ein kleines Stück Avocado irgendwo esse oder in der Majo ein klein wenig Glutamat war. Manchmal gibt es Anzeichen einer Migräne, aber sie verschwinden wieder. So war das, als ich mit dem Migräneprojekt anfing, da war ich auch noch auf Betablocker. Als ich sie irgendwann absetzte, ich berichtete darüber, brach das Chaos aus in meinem Kopf. Ich wiederhole hier mal, was ich in einem der letzten Artikel schon geschrieben habe: mein Kopf fühlte sich ohne Betablocker an wie ein mit Benzin gefüllter Luftballon. Jeder kleineste Trigger war wie eine Zündfunke, der mich sofort zum explodieren gebracht hat.

Im Buch von Dr. Buchholz sind die Prophylaxen die letzte Bastion, wenn die Diät an sich nicht hilft. Ehrlich gesagt, ich hätte nie gedacht, dass ich zu dieser Gruppe dazugehöre. Immer wieder stolpere ich über meine eigenen Verleugnungsmechanismen, immer wieder habe ich diese Gedanken, dass es ja nicht so schlimm sei bei mir, dass Leute, die richtige Migräne haben, ja viel schlimmer dran sind als ich. Falsch, falsch, immer wieder falsch. Ich weiß auch nicht, warum ich das immer wieder denke. Ich frage mich immer wieder, ob das mein ganz persönliches Muster ist, mit Krankheit umzugehen oder ob das bei anderen auch so ist.

Trotzdem plage ich mich ein wenig unglücklich mit den Betablockern herum. Sie machen mich wieder so müde, mann, ich hasse es, wenn ich abends um halb zehn vor dem Fernseher einschlafe. Ich habe wieder zugenommen. Ich friere, weil mein Blutdruck so niedrig ist. Und dabei nehme ich die Dinger schon abends, eigentlich soll man sie ja morgens nehmen. Manchmal fühle ich mich so müde, dass ich mal eine Pille abends aussetze. Vielleicht ist die Dosis zu hoch mit 60mg Propranolol, aber es ist definitiv die kleineste Dosis des Herstellers. Nun ja, ich weiss, dass es einen starken Gewöhnungseffekt gibt, nach drei bis vier Monaten tut sich nochmal was. Mal abwarten.

Übrigens, hier in den USA werden fast alle Medikamente in diesen orangenen Plastikdöschen abgefüllt. Für jedes Medikament bekommt man jeden Monat ein solches Plastikgefäß in der Apotheke, die Pillen füllen ca 10-20% der Dose aus. In der Apotheke wird eine Art Label ausgedruckt und auf die Dose geklebt, da ist mein Name, verschreibender Arzt, das Medikament usw drauf. Da ich diese Informationen über mich eigentlich nicht so gerne in die Mülltonne schmeißen möchte und leider das Label ganz schlecht wieder abgeht, habe ich eine ganze blöde Kiste voll mit diesen Pillendosen. Ab und zu schaffe ich es, mal ein paar Labels mühevoll abzuzuppeln, dann schmeiße ich die Dinger weg. Aber da jeden Monat neue hinzukommen, steigt der Pegel der Kiste weiter…

Eine Antwort zu “Betablocker Reloaded

  1. Claudia Juli 28, 2013 um 19:34

    Hast du schonmal versucht mit Öl (egal welches) die Klebeetiketten abzukriegen? Einfach drauf und drum herum. Über Nacht einwirken, morgens abgnibbeln.

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