Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Hormone und schlechtes Wetter

Es gibt Momente, da spüre ich eine Migräne auf mich zukommen und ich merke: du hast keine Chance. Egal, was ich vorher gegessen habe, wo mein Triggerspiegel gerade steht oder wie ich sonst drauf bin: Da kommt eine Migräne und sie haut mich einfach um. Paff. Wie kann das sein?

Ein Freund von mir reagiert auf bestimmte Wetterumschwünge. Luftdruckverändungen, Regen im Anmarsch, ein schneller Wechsel von kalt zu warm, was auch immer. Wenn so ein Ereignis kommt, dann bekommt er Kopfschmerzen. Und er sagt immer: „Wenn ich Kopfschmerzen vom Wetter bekomme, dann hilft mir auch keine Tablette, da kann ich machen, was ich will.“ Ich kenne das auch, allerdings in Maßen.

Es gibt aber eine andere Naturgewalt, die mich immer wieder mal mit aller Wucht trifft: Hormone. Meistens kurz vor meiner Menstruation, manchmal kurz danach, manchmal auch in der Mitte des Zyklus. Und wenn das der Fall ist, dann ist das wie ein Dampfhammer, der auf mich niedergeht. Da gibts keine Hoffnung, dass sich die Migräne wieder zurückziehen könnte oder dass sie nicht so stark wird. Dann gibts nur die Kapitulation. Ich schnappe mir ein weißes Laken (sozusagen), eine Tablette und lege mich dann für ein bis zwei Tage ins Bett.

Das sind Ereignisse, die mich sehr pessimistisch stimmen können. Was ist, wenn meine Hormone anfangen würden, verrückt zu spielen und ich bekäme das dauernd? Wahrscheinlich gibt es genug Menschen da draußen, die sich genau damit abplagen. Gegen Naturgewalten kann man nur verlieren, oder? Jetzt an dieser Stelle müsste ich eigentlich eine positive Wendung in den Text bringen, damit die Leser und besonders ich diesen Text doch noch mit einem Hoffnungsschimmer verlassen können. Ich bin auch versucht, das zu tun, denn ich glaube, dass mit der Diät selbst die schlimmsten Attacken nicht mehr so schlimm sind und deutlich milder. Aber nichtsdestotrotz – alles, was mich einen Tag ins Bett zwingt hat mir eben diesen Tag gestohlen. Insofern bleibt bei mir, was das Nachdenken über Hormone angeht, im Nachhinein doch eher ein Gefühl von schlechtem Wetter.

11 Antworten zu “Hormone und schlechtes Wetter

  1. Mina März 15, 2012 um 12:26

    Hi,
    ja ist das nicht unglaublich – mich haut’s immer vom Baum wenn, wie heute, so ein plötzlicher warmer Sonnentag die Leute erfreut. Meine Familie tummelt sich im Eiscafe und liege im Bett im abgedunkelten Zimmer… und gegen Hormone macht man auch nix, stimmt.
    Ich versuche mich dann aber immer nicht runterziehen zu lassen. Klar, der Tag ist „verschenkt“, aber was soll’s, es gibt noch so viel andere. Wieviel Tage ohne Migräne verdussel ich mit irgendeinem Scheiß oder verhagelt mir Stress auf der Arbeit oder ich nehme ihn einfach vor lauter Dingen, die getan werden müssen nicht wahr.
    Morgen ist ein neuer Tag.
    Und die Tage nach der Migräne, wenn es wieder gut geht, kann ich immer voll intensiver Dankbarkeit genießen. Nach dem Motto: Oh wie schön, wenn der Schmerz weg ist (-:
    Von daher sind wir hier doch alle immer noch auf einem guten Weg – ich drücke uns die Daumen für ein zufriedenes Leben trotz gelegentlicher Hormonausfälle.
    Liebe Grüße
    Mina

  2. Lexa April 11, 2012 um 06:42

    Erst mal danke für dein tolles Blog!
    Bei mir ist die Migräne auch in erster Linie hormonabhängig. Die gute Nachricht ist bei sowas, dass eine Schwangerschaft und die Wechseljahre solche Migränen oft verschwinden lassen oder zumindest stark minimieren. Ich hatte immer schon leichte Kopfschmerzen vor der Mens. Vor rund 10 Jahren veränderte sich das. Nachdem ich schwanger gewesen war bekam ich Migräne. Erst unregelmäßig, dann jeden Monat. nach der Trennung von meinem Mann ging ich jeden Tag walken. Die Migräne verschwand.
    Dann nahm ich einen neuen Job an, keine Zeit zum walken, die Migräne kam zurück. Ich begann täglich Kaffee zu trinken, aß viel auswaerts. Die Migräne wurde heftiger. Ich begann freiverkaeufliche Medis zu nehmen, die immer nur genau einen Anfall lang halfen. Ätzend.

    Inzwischen sind die Anfälle extrem heftig. Auch weil ich Hormone wegen einer Kinderwunschbehandlung nehmen muss. Vor allem der Schwindel und die Uebelkeit nerven höllisch. Aktuell habe ich die Einnahme von freiverkäuflichen Migraenemitteln eingestellt. Zuletzt nahm ich im September Schmerzmittel. Dann erst wieder vor 3 Wochen Formigran.. Die Migraenen dazwischen hab ich irgendwie ausgehalten, aber das hat mich schon sehr geschlaucht.
    Ich habe im Aerzteblatt gelesen, dass man medikamenteninduzierte Migräne recht erfolgreich mit Novaminsulfontropfen behandelt. Auch dort fiel der Begriff Entzug.

    Die habe ich nun ausprobiert und es hilft bisher ganz gut. Der nächste große Test ist meine nächste Mens. Für den Ernstfall liegt hier Sumatriptan vom Neurologen. War ein schwerer Schritt dort hinzugehen. Aber solange ich mich mit künstlichen Hormonbomben Trigger, geht es mehr um Schadensbegrenzung.

    Den Job habe ich gekündigt und arbeite nun freiberuflich und so dass ich wieder laufen gehen kann. Auf Kaffee werde ich verzichten. Und ich werde mit Sicherheit wieder täglich selbst kochen.
    Mal sehen wie weit mich das schon bringt.
    Im Gründe sehe ich es so wie Du, mehrere Trigger kommen zusammen und dann geht es richtig los. Ich glaube nicht, dass das Wetter alleine Migräne verursacht.

    LG

    Lexa

    • dasmigraeneprojekt April 11, 2012 um 10:16

      Hallo Lexa,
      sehr interssant, was du da schreibst. Dass es dir mit der Hormontherapie schlechter geht, scheint geradezu naheliegend. Ich schätze, mir würde auch kein besseres Programm als „Schadensbegrenzung“ einfallen. Ich drücke dir die Daumen.
      Was mich jetzt noch beschäftigt ist die Rolle, die Sport bei deinen Migränen spielt. Es scheint so, als ob du es geschafft hättest, mit Walking deine Triggergrenze weiter nach oben zu versetzen. Das habe ich so noch nicht gehört. Was ich schon gehört habe ist, dass Sport erstmal die Triggergrenze nach unten verschiebt und man anfälliger wird für Migränen. Dann aber gebe es einen Gewöhnungseffekt im Körper und alle pendele sich wieder ein. Heißt es. Die Idee, mit leichtem Sport zu versuchen, die Triggergrenze aktiv nach oben zu verschieben, ist ein sehr interessanter Ansatz, denn es ist auch einer, den man selber bestimmen kann. Und natürlich ist leichter Sport etwas sehr konstruktives, noch viel konstruktiver als keine Pizza mehr zu essen 😉
      Gefällt mir, werde ich mal drüber nachdenken, ob ich da nicht einen richtigen Feldversuch mit mir selber als Versuchsobjekt starte.
      Beste Grüße
      Violetta

      P.S.
      Möchtest du einen Gastbeitrag auf meinem Blog über deine Erfahrungen mit Walking schreiben? Ich emaile dir.

    • Maria Raum Mai 4, 2012 um 01:48

      Hallo Lexa,

      Jeden Tag walken? Nordicwalken oder ohne Stöcken? Und wielange täglich bist du gelaufen?
      viele Grüße und hoffend auf Rückmeldung,
      Maria

      • Alex Mai 6, 2012 um 07:47

        Hi Maria,

        ich poste mal was dazu im Beitrag „Migräne und Sport“.

        LG

        Alex

  3. Ellen März 1, 2014 um 10:24

    Hallo, ich bin auch durch google auf diese Seite gestoßen und finde sie sehr gut, obwohl ich erst ein bißchen hier gelesen habe.
    Ich habe migräne fast nur in der ersten zyklushälfte und das manchmal komplett 14 tage durchgängig, vor allem, wenn ich sumatriptan nehme.
    Ich hatte schon lange Probleme mit migräne, meist einmal im monat, wenn ich meine menstruation bekommen habe, aber seit etwa drei jahren bin ich in kinderwunschbehandlung, habe mehrere leider erfolglose künstliche Befruchtungen hinter mir und seitdem ist es immer schlimmer geworden.
    Ich habe schon mehrere Ärzte besucht, keiner kann wirklich helfen, alle verschreiben nur triptane, die zwar helfen, aber das ganze letztendlich nur verstärken.
    Habe jetzt noch einen termin beim endokrinologen, vielleicht kann der mir bei dem hormonellen problem helfen.
    Liebe grüße und danke für die tolle seite,
    Ellen!

    • dasmigraeneprojekt März 3, 2014 um 13:57

      Hallo Ellen,
      ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar. Hormone sind natürlich immer problematisch bei Migräne. Da hast du mit einer Kinderwunschbehandlung sicher ein schweres Los. Für die meisten Frauen ist jede Art hormoneller Behandlung (auch die Pille, Minipille etc) ein starker Migränetrigger. Manchmal zeigt sich das erst nach Monaten, mündet dann aber in eine hartnäckige Form. Ich wünsche dir, dass du die Kurve bekommst, schließlich sind beide Wünsche—schmerzfrei zu sein und Kinder zu bekommen—legitim.
      Liebe Grüße, Violetta

    • burgundischlimburg April 4, 2014 um 00:33

      Hallo Ellen, Beim Endokrinologen bitte auch einmal den Prolaktinspiegel genau ansehen lassen.

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