Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Kirsten erzählt von ihrer Migräne

Das hier ist der dritte Artikel der Serie: Erzähl deine Geschichte.
Mit dieser Serie lade ich andere Migräniker ein, von sich zu erzählen.
Vielen Dank an Kirsten, die in diesem Blogpost von ihrer Migräne berichtet.
In ihrem eigenen Blog postet Kirsten regelmäßig über ihre Migräne: http://kicosbloghaus.com.
Sie hat auch ein Buch über Migräne geschrieben, das als Taschenbuch oder e-book bei Amazon zu finden ist.

1. Wie nennst du deine Migräne, welche Worte hast du dafür?

Sirene

2. Seit wann hast du Migräne und wie hat sie sich über die Jahre verändert?

Vermutlich hatte ich bereits als Kind Migräne, aber damals nannte man das noch Kopfschmerzen. Im Laufe der Jahre war es dann mal mehr, mal weniger. Richtig übel wurde es, als ich mit 28 das zweite Mal schwanger war. Seitdem habe ich häufig Migräne. Es gibt Phasen, in denen komme ich auf 20 Schmerztage im Monat. Zu anderen Zeiten sind es nur 8 Tage. Das sind dann die wirklich guten Zeiten.

3. Würdest du sagen, deine Migräne ist eine Krankheit?

Ja, definitiv.

4. Wie bewältigst du Migräne-Attacken am Arbeitsplatz?

Nach vielen Jahren im Hamsterrad (Familie / Haushalt / Vertriebsjob) und nötigem Triptanmissbrauch, bin ich vor einem guten Jahr ausgestiegen: Ich habe mich als Autorin selbstständig gemacht und arbeite seitdem von zu Hause aus. Nach wie vor nehme ich Triptane, wenn die Schmerzen zu stark sind. Allerdings entkomme ich dem Wiederkehrschmerz viel besser, seitdem ich mir meine Arbeitszeit frei einteilen kann: Ich schwöre auf meine persönliche Friss-und-schlaf-dich-fit-Therapie.

5. Was und/oder wer hat dir am meisten geholfen, mit der Migräne umzugehen?

Die meisten Ärzte und Therapeuten waren es schon mal nicht. Mir helfen meine Freunde und Bekannten im Internet. Dadurch sind intensive Kontakte entstanden; auch zu Mitarbeitern von Schmerzkliniken zum Beispiel, aber eben hauptsächlich zu anderen Betroffenen. Am besten kann ich mir allerdings selbst helfen. Klingt sehr psychologisch, trifft aber für mich zu: ohne Akzeptanz geht es nicht.

Ich bekomme auch viel Post von Lesern meiner Bücher. Dadurch haben sich ebenfalls eine Menge Kontakte ergeben. Es ist prima, wenn man weiß, dass man a) nicht allein ist und b) ein paar brauchbare Tipps von anderen Migränikern bekommen kann.

6. Was hat dir am wenigsten geholfen, mit der Migräne umzugehen? Was war der nutzloseste Ratschlag, den du jemals bekommen hast?

Da ich schon so viele idiotische Ratschläge bekommen habe, muss ich sehr nachdenken… Besonders nutzlos war die Idee meines damaligen Chefs, regelmäßig zu joggen. Er hat mir auch extra vorgemacht, wie ich meine Füße genau abrollen sollte, um den optimalen Migräne-weg-Effekt zu erzielen. Rein zufällig hab ich auch zum Thema „Ratschläge bei Migräne“ etwas geschrieben, aber keine Sorge: Dafür muss man nur klicken und nicht kaufen.

7. Was ist die absurdeste/lustigste/schrecklichste/denkwürdigste Situation, in die die Migräne dich gebracht hat?

Besonders in Erinnerung ist mir geblieben, wie ich in einer noblen Chiropraktoren-Praxis einem wunderschönen Franzosen ausgeliefert war. Dort musste ich mit dickem Hintern und halbnackt vor „Jean-Luc“ rumturnen und mir sagen lassen, dass mein BH zu wenig Stützkraft habe. Der Privattherapeut renkte mich ein – allerdings hieß das dort natürlich anders – und war bisher der einzige Mensch überhaupt, der mir helfen konnte. Leider ist der schöne Jean-Luc zurück nach Frankreich gegangen und ich träume von einem Privatjet, der mich wöchentlich zu ihm bringt.

8. Was würdest du anderen Menschen mit Migräne empfehlen?

Niemals den Humor verlieren! Und den Mut haben, auch mal „nein“ zu sagen. Man sollte wirklich immer bestens informiert sein und sich mit seiner Krankheit auskennen. Dann nehmen einen auch die Ärzte ernst und man selbst ist in der Lage, zwischen „brauchbar“ und „Blödsinn“ zu unterscheiden. Ich jedenfalls gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich diesen Mist irgendwann los bin.

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