Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Lola erzählt von ihrer Migräne

Das hier ist der vierte Artikel der Serie: Erzähl deine Geschichte.
Mit dieser Serie lade ich andere Migräniker ein, von sich zu erzählen.
Vielen Dank an Lola, die in diesem Blogpost von ihrer Migräne berichtet.

1. Wie nennst du deine Migräne, welche Worte hast du dafür?

Presslufthammer oder einfach nur Mega-Migräne.

2. Seit wann hast du Migräne und wie hat sie sich über die Jahre verändert?

Bei mir fing das mit etwa 12-13 an. Am Anfang wusste ich aber noch nicht, dass es Migräne ist. Da man als Kind sowieso empfindlicher ist, waren es für mich einfach sehr sehr starke Kopfschmerzen. Mit 14 dachte sich meine Mutter dann, dass es nicht normal ist und dass sie relativ viele Paralellen zu Ihrer Migräne fand. Mein Arzt hat damals aber noch keine Migräne diagnostiziert. Mit 15 dann stand fest, dass es definitiv Migräne ist, da sich die typischen Symptome herauskristallisiert haben (Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Flimmern, vor dem Auge etc.). Damals fing es dann auch an, dass ich für 1-2 Tage nicht zur Schule konnte. Jetzt ist es immer noch so, aber seit ich 18 bin, kann/darf/soll ich Triptane nehmen.

3. Würdest du sagen, deine Migräne ist eine Krankheit?

Definitiv: Ja. Nur leider wird sie in der Gesellschaft viel zu leicht abgetan. „Das sind doch nur starke Kopfschmerzen.“, „Das kann ja gar nicht so schlimm sein,“ sind nur 2 Beispiele, die bestimmt jeder Migräniker kennt…

4. Wie bewältigst du Migräne-Attacken am Arbeitsplatz?

Ich hab auf jeden Fall immer Ibu-Tabletten dabei. Wenn ich merke, dass ich Migräne bekomme (man merkt ja den Unterschied zwischen Migräne und normalen Kopfschmerzen), nehm ich erstmal davon welche und überstehe den Rest des Tages mit vielen Pausen, viel offenem Fenster und viel Wasser zum Trinken. Und dann nur noch nach Hause ins abgedunkelte Zimmer.

5. Was und/oder wer hat dir am meisten geholfen, mit der Migräne umzugehen?

Meine Eltern. Meine Mum hat ebenfalls Migräne, daher merkt sie sofort wenn ich Migräne habe. Mein Dad kennt das ganze durch meine Mum und ist auch sehr besorgt darum, dass es mir gut geht wenn ich einen Anfall habe. Daher bin ich froh, dass es eigentlich meine ganze Familie versteht und mich dann in Ruhe lässt wenn ich mich verkrieche.

6. Was hat dir am wenigsten geholfen, mit der Migräne umzugehen? Was war der nutzloseste Ratschlag, den du jemals bekommen hast?

Am wenigsten hilft es, wenn man nach dem „Warum hab ausgerechnet ich das?“ fragt. Bringt nichts und hilft nichts. Man hat es oder man hat es nicht. Ich hab es. Die Migräne ist ein Teil von meinem Leben, auf den ich mich des öfteren einlassen und umplanen muss und das hab ich so akzeptiert. Der blödeste Ratschlag ist definitiv der mit den Entspannungsübungen. Das hilft gar nicht. Mir hilft es eher Ausdauersport zu machen (aber nicht während eines Anfalls).

7. Was ist die absurdeste/lustigste/schrecklichste/denkwürdigste Situation, in die die Migräne dich gebracht hat?

Die Geschichte ist gleichermaßen lustig, schrecklich und denkwürdig zugleich. Ich bin mal in einer vollbesetzten Straßenbahn umgekippt weil ich Migräne und Frauenprobleme hatte. Ich hatte Glück, denn meine beste Freundin war dabei die mich wieder „aufgeweckt“ hat. Das denkwürdigste war aber, dass keiner der anderen Mitfahrer irgendetwas gemacht hat. Alle haben nur dumm gestarrt, hat mir meine Freundin erzählt. Soviel zu Zivilicourage, aber das gehört hier nicht hin 🙂

8. Was würdest du anderen Menschen mit Migräne empfehlen?

Akzeptiert eure Krankheit und versucht, so gut es geht mir ihr zu leben. Sie wird oftmals euren Abend oder Wochenendplan durchkreuzen und euch ins Bett schicken, aber das kann man nicht ändern. Versucht euch nicht unterkriegen zu lassen und pfeift auf die Kommentare von denen die keine Ahnung haben, wie Migräne das Hirn zerdonnert.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es etwas einfacher ist, wenn der Arbeitgeber Bescheid weiß. Ich habe ein Attest vorgelegt und kann ggf. nach Hause gehen wenn ich Migräne hab.

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