Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Schmerzmanagement

Vor einer Weile hat sich das schon angekündigt, jetzt hab ichs im Bauch: ein Magengeschwür. Die Ursache ist ärztlich diagnostiziert: Zu viele NSAIDs, also die handelsüblichen Schmerzmittel. Und die dahinter liegende Ursache: Migräne.

NSAID sind meist nicht rezeptpflichtig. Dazu gehören Aspirin, Ibuprofen und andere. Migräne Aspirin habe ich ungefähr 10 Jahre in abartigen Mengen gegen meine Migräne genommen, bis ich Triptane verschrieben bekommen habe. Mit der Zeit habe ich zunehmend allergisch gegen Aspirin reagiert, die fielen dann also irgendwann weg. Dann bin ich auf Ibuprofen umgestiegen. Um nicht zu viele Triptane zu nehmen, habe ich natürlich so oft es ging Ibuprofen genommen. Und zwar immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, eine herannahende Migräne wird nur eine kleine oder mittelstarke. Jetzt habe ich ein Magengeschwür. Bisher nur ein kleines. Das war eigentlich vorhersehbar.

In einer Woche sehe ich meinen Hausarzt, mit dem ich über das Thema Schmerzmittel sprechen möchte. Ich hatte in einem anderen Artikel schon mal von einem Gespräch zu diesem Thema berichtet. Mein Arzt sagte mir: sie können Paracetamol nehmen, sonst nichts. Ansonsten müssten wir uns auf die nächste Stufe begeben. Und da sind die Schmerzmittel opiathaltig—und die verschreibe ich ihnen nicht. Ich kann natürlich die Intention sehen und finde das grundsätzlich auch gut. Schließlich will man nicht eine neue Generation von Drogenabhängigen schaffen. Auch ich habe keine Lust, neben meinem Kampf gegen den Triptan-rebound und die Migräne auch noch opiatabhängig zu werden. Mir gehts schon schlecht genug.

Und trotzdem: ab wann sind Schmerzen stark genug, ab wann ist das Leben genug beeinträchtigt, dass der Einsatz von stärkeren Schmerzmitteln angezeigt ist? So wie ich die Sache im Moment sehe, bleiben mir nur Triptane oder nichts—Paracetamol schlägt bei mir bei Migräne nicht an. Das Ergebnis ist absehbar. Und es heißt Triptanmissbrauch oder sich über lange Strecken arbeitsunfähig schreiben lassen. Mit einer ersten Phase von Triptanmisbrauch hatte ich jetzt schon zu kämpfen. Und das kam so:

Natürlich will ich mein schmerzendes Magengeschwür loswerden. Also halte ich mich daran, ich nehme keine NSAIDs. Leider habe ich in letzter Zeit immer wieder Phasen, wo ich viel Migräne habe, trotz der Diät. Das liegt an der Perimenopause, in der ich mich befinde. Wenn die Hormone so richtig verrückt spielen, hat man einach keine Chance. Diese Phasen wechseln sich ab mit sehr guten Zeiten. Keine Migräne über Wochen. Jetzt aber hatte ich wieder eine schlechte Phase. Sehr schlecht. Über drei Wochen habe ich alle paar Tage Migräne gehabt. Und wichtige Termine. Und eine Prüfung. Da lege ich mich doch nicht ins Bett und sage: Sorry, I am incapacitated.

Also habe ich getan, was ich hier im Blog immer predige, was man nicht tun soll: Ich habe Triptane genommen. Jedes mal. Zu viele. Jetzt am Wochenende dann kam die nächste Welle und ich habe gemerkt, dass ich jetzt Schluss machen muss mit den Triptanen. Ich war mir schon nicht mehr sicher, ob diese Migräne jetzt von den Hormonen kam oder schon ein rebound war. Also habe ich es ausgeschwitzt. 15 Stunden rasende Migräne und einen guten Teil davon vor der Toilette auf dem Boden. Jetzt bin ich durch, mal wieder einen Triptan-Entzug weiter und, ehrlich gesagt, sauer. Muss ich so leben? Kann mir hier kein Arzt weiterhelfen und mir zu einem erträglichen Dasein verhelfen?

Muss ich jetzt für Schmerzmittel kämpfen? Eine Freundin sagte mir, ich soll darauf bestehen, einen Spezialisten für Pain Management zu konsultieren. Klingt nach einer guten Idee. Jedenfalls muss ich mit dem Arzt mal ein ernsthafteres Wörtchen reden. Fortsetzung folgt.

Nachtrag: Wie sich herausstellte, hatte meine ansteigende Migränefrequenz und Intensität nichts mit meinen Hormonen oder anderen Dingen zu tun, gegen die man nichts machen kann. Es war sogar sehr einfach, was dagegen zu tun.
Die Ursache war schlichtweg ein Medikament. Der Artikel dazu ist hier.

2 Antworten zu “Schmerzmanagement

  1. majorneryz Oktober 29, 2013 um 14:02

    Ach Mensch 😦 ich drück Dich einfach mal ganz fest. Und hoffe, dass es bald wieder besser ist. Im September hatte ich bald 25 Tage Migräne. Ich war am Ende. Im Moment geht es besser (toi toi toi). Hoffe, bei Dir auch!

  2. Clara Oktober 31, 2013 um 11:39

    Hallo Violetta,

    hm, ich verstehe das Problem sehr gut, bei mir wirken auch nur Triptane und ab und an Novalgin. Aber das gibts ja in den Staaten nicht. Was ich mich ein bisschen frage: welche Form der Schmerzbehandlung stellst Du Dir jetzt vor? Es gibt da ja nicht gerade viel. Tatsächlich nur noch Opiate, wenn es den Magen nicht schädigen soll, denn koffeeinhaltige Schmerzmittel fallen ja auch weg.

    Vielleicht ist das hier ein Punkt an dem Du der Naturheilkunde in Form Chinesischer Medizin nochmal eine Chance geben solltest? Gerade was Wechseljahrsbeschwerden angeht kann man da sehr viel machen und wenn das in der Reihe ist, wird sich die Migräneanfälligkeit vielleicht von alleine wieder beruhigen? Nichtsdestotrotz ist bei der Wahl der Behandlung wichtig, dass der Behandler nicht nur mit Akupunktur arbeitet, sondern vor allem auch mit Phytotherapie. Akupunktur als Monotherapie bringt keine dauerhaften Erfolge. Ausserdem wäre es gut wenn er was die Akupunktur angeht nach der Balance Methode von Dr. Tan arbeitet. Dr. Tan ist ein lustiger kleiner Ami mit chinesischen Wurzeln und spezialisiert auf Schmerzpatienten mit hartnäckigen Beschwerden. Der reist um die ganze Welt und lehrt seine spezielle Akupunkturmethode. Und zwar mit erstaunlichen Erfolgen. Google das am besten mal nach.

    Ich selbst lebe ja nun inzwischen auch nach Dr. Buchholz Diät und kann noch nicht so recht sagen ob es hilft. Warten wir mal ab. 😉

    LG & Gute Besserung
    P.S: September/Oktober waren auch meine schlimmsten Monate dieses Jahr, genau wie Januar/Februar. Übergangszeiten zu denen es draussen stürmt und weht kann ich so gar nicht vertragen.

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