Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Kombinationstherapie ist der Schlüssel

RegenschirmWer starke und vor allem häufige Migräne hat, tut gut daran, sich mit Prophylaxen auseinanderzusetzen. Ein Grund unter vielen ist, dass die Migräne für manche Menschen einen progressiven Verlauf hat – das heißt, sie wird im Laufe der Jahre immer schlimmer. Leider musste ich auch bei mir diesen Verlauf feststellen. Für diese Gruppe der Migräniker gilt, je mehr Anfälle man erleidet, desto schneller steuert man auf noch mehr Migräne zu. Am Ende steht dann die chronische Migräne und man bekommt sie nicht mehr oder nur noch ganz schwer weg. Natürlich gibt es auch die, die schon seit ihrer Kindheit chronische Migräne haben, die haben es dann besonders schwer, die Migräne zu bekämpfen.

Vor fünfzehn Jahren habe ich mich das erste mal mit den Thema Prophylaxen beschäftigt. Mein Arzt damals hat mir die gängigen Prophylaxen erläutert und nahegelegt. Was die Schulmedizin damals empfohlen hat ist ungefähr noch das gleiche, was sie heute empfiehlt, bis auf einige neue Gadgets, die hinzugekommen sind. In erster Linie werden Medikamente verschrieben. Wer will, kann sich das ja mal bei der DMKG durchlesen. Viele reagieren auf medikamentöse Prophylaxen so wie ich am Anfang. Nachdem sie sich die Nebenwirkungen durchgelesen haben, verabschieden sie sich gleich wieder von dieser Idee. Und tatsächlich: Medikamente, die gegen Migräne helfen haben alle Nebenwirkungen. Und trotzdem. Prophylaxen sind wichtig und eine gute Sache. Es muss ja nicht gleich die Chemiekeule sein.

Es gibt viele interessante Ansätze, Migräne prophylaktisch zu bekämpfen. Die Migränediät ist natürlich auch eine Prophylaxe, denn durch das Reduzieren ernährungsbedingter Trigger will man das Auftreten von Anfällen im Vorfeld schon vermeiden. Das Gute an der Migränediät ist, dass man keine Chemie zu sich nimmt. Die Nebenwirkungen sind beschränkt darauf, dass man anderen dabei zuschauen muss, wie sie leckere Dinge essen, auf die man selbst verzichtet. Bei mir hat sich allerdings sehr schnell gezeigt, dass die Diät zwar sehr erfolgreich war, sie alleine aber nicht ausgereicht hat. Genauso umgekehrt: Der Betablocker allein hat mir genau drei Monate geholfen, dann wars vorbei. Deshalb habe ich jahrelang die Diät gemacht und gleichzeitig einem Betablocker genommen. Die Kombination dieser beiden Maßnahmen war der Schlüssel zum Erfolg. Jetzt habe ich aufgrund der Nebenwirkungen den Betablocker abgesetzt und im Moment auch keine große Motivation, wieder zur nächsten Chemiekeule zu greifen. Seitdem kämpfe ich wieder mit zu vielen Migräneanfällen im Monat. Aber — ich habe meine Therapie erweitert und bin wieder auf dem aufsteigenden Ast.

Dass die Kombination der Schlüssel zum Erfolg ist, kommt auch langsam in der Schulmedizin an. Dem ersten Arzt, der mich behandelt hat, fiel nur ein, die Dosis der einen medikamentösen Prophylaxe zu steigern, als sie nicht genug half. Meine Neurologin jetzt weiß, dass die Kombination oft wesentlich effektiver ist. Das schöne an der Wirksamkeit der Kombinationen ist, dass man ungeahnte Erfolge mit gesünderen Mitteln erzielen kann. Man muss sich dabei nicht seltsam vorkommen, wenn man morgends und abends vier verschiedene Mittelchen zu sich nimmt. Sie unterstützen sich gegenseitig und helfen, die Menge der Anfälle oder/und die Intensität zu reduzieren. Allerdings muss man auch aufpassen. Es gibt z.B. Medikamente, die man fertig kaufen kann und aus mehreren Wirkstoffen bestehen. Beliebt ist da z.B. die Kombination aus Vitamin B2, Q10 und Magnesium. Nicht alle Menschen reagieren gleich, man sollte deshalb jedes Mittel, das man nimmt, genau überprüfen. Aus irgendeinem seltsamen Grund löst Magnesium bei mir z.B. Migräne aus — obwohl es so vielen Menschen hilft.

Hier ist meine aktuelle Kombinationstherapie: Sport drei mal die Woche (wenns geht mehr), Vitamin B2, Q10 und natürlich die Diät.

 

 

4 Antworten zu “Kombinationstherapie ist der Schlüssel

  1. majorneryz Juni 27, 2014 um 23:20

    Huhu Violetta! Es freut mich, dass es Dir wieder etwas besser geht. Das Q 10 interessiert mich auch sehr – wie nimmst Du das, und wieviel davon? Man kriegt es ja mittlerweile in jeder Droguerie … ich hab es noch nie genommen, würde das aber gern mal ausprobieren.
    Liebe Grüße und alles Gute!

    • dasmigraeneprojekt Juni 28, 2014 um 09:44

      Neryz, freut mich! Ich nehme morgens und abends je 60mg Q10 und morgends und abends je 100mg B2. Ich weiß nicht, wie viel das Q10 beiträgt, weiß aber dass das B2 auf jeden Fall die entscheidende Rolle spielt. Empfohlen werden 400 mg am Tag.

  2. majorneryz Juni 28, 2014 um 09:46

    Prima – danke Dir! Ich werd mal gucken, was ich hier bekomme, aber ich will es auf jeden Fall auch mal versuchen damit. Liebe Grüße!

  3. Peter Schwirkmann August 15, 2014 um 16:06

    Hallo Violetta, hallo majornery!
    Das mit Q 10 und Vitamin B2 und unter anderem Magnesium sind als
    Migräneprophylaxe ein Versuch wert. Es gibt ein Kombimittel, wo alle
    drei Wirkstoffe drin sind.

    Bitte bei Gabe von Magnesium mit der Dosierung aufpassen! Könnte Durchfall geben.

    Gruß

    Peter

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