Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Prävention: Candesartan reduziert Migräne genauso effektiv wie Propranolol – mit anderem Nebenwirkungsprofil

CandesartanEine Studie aus Norwegen¹ zeigt Migränikern neue Optionen bei der prophylaktischen Behandlung von Migräne mit Blutdruck senkenden Mitteln auf. Candesartan gehört zur Klasse der Angiotensin II Inhibitoren und wurde entwickelt, um zu hohen Blutdruck und bestimmte Herzkrankheiten zu behandeln. Candesartan wirkt dabei ein wenig anders als Propranolol. Es blockiert einen Stoff im Körper, der die Blutgefäße zusammenzieht und bewirkt entsprechend eine Entspannung der Gefäße.²

Der in 2013 durchgeführten Studie zufolge wirkt Candesartan genauso gut (oder schlecht) wie Propranolol. Die Liste der Nebenwirkungen ist allerdings unterschiedlich, weshalb Candesartan oft als nebenwirkungsfreundlicher als Propranolol bezeichnet wird. Interessant ist das Medikament zum Beispiel für Menschen mit Asthma, Diabetes oder Reizleitungsblockaden am Herzen.³ Die Rate der Responder bei beiden Mitteln liegen bei ungefähr 40%. Das ist zwar nicht so viel, aber momentan ungefähr das beste, was man an prophylaktischer Wirksamkeit auf dem Markt findet.

Häufige Nebenwirkungen bei Propranolol sind zum Beispiel Müdigkeit, Schwindel, Körperschmerzen, Depressionen, Haarausfall und Herzbeschwerden oder ein niedriger Puls beim Sport.
Häufige Nebenwirkungen bei Candesartan sind unter anderem Müdigkeit und Schwindel, aber auch Depressionen, Muskelschmerzen oder andere Nebenwirkungen sind möglich. Wer ohnehin einen normal bis niedrigen Blutdruck hat, muss aufpassen, dass sich dieser mit der Einnahme des Medikaments nicht zu weit absenkt, weil sonst Migräne ähnliche Symptome wie „brain-fog“, also das Gefühl, ständig benebelt zu sein, auftreten können.

Die DMKG und die DGN schreiben in ihrer Pressemitteilung: „Die detaillierte Erfassung der Nebenwirkungen für die zwei Arzneien zeigte unterschiedliche Profile. Körperschmerzen etwa traten bei Propranolol doppelt so häufig auf wie unter Candesartan, beim Schwindel war das Verhältnis umgekehrt. Eine niedrige Herzfrequenz nach Belastung fand sich nur unter Propranolol, dafür gab es unter Candesartan doppelt so oft Parästhesien.“

Vielleicht sollte ich hier noch darauf hinweisen, dass im Zusammenhang mit Candesartan keine Gewichtszunahme beobachtet wurde, so wie das bei Propranolol der Fall ist. Bei solch starken Medikamenten habe ich mir übrigens zur Regel gemacht, sehr sorgfältig nach Nebenwirkungen Ausschau zu halten. Das bedeutet, selbst wenn der Arzt sein ok gegeben hat, studiere ich den Beipackzettel sorgfältig und lege ihn irgendwo offen hin und überprüfe mich in den ersten Monaten sehr genau.

Insgesamt aber scheint die Ärzteschaft in Candesartan eine gute Alternative für Propranolol zu sehen. Wer also Propranolol nicht so gut vertragen hat, hat hier eine weitere Option.

 

Quellen:

  1. Stovner LJ, Linde M, Gravdahl GB, Tronvik E, Aamodt AH, Sand T, Hagen K. A comparative study of candesartan versus propranolol for migraine prophylaxis: A randomised, triple-blind, placebo-controlled, double cross-over study. Cephalalgia. 2013 Dec 11. Abstract hier.
  2. http://www.migraines.org/treatment/pro_cand.htm
  3. http://blogs.dickinson.edu/writingsciencenewssp14/2014/02/07/the-headache-is-over-new-treatment-for-migraines-is-proven-successful/
  4. Pressemitteilung der DMKG und der DGN.
  5. http://www.sciencedaily.com/releases/2014/01/140113104841.htm

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