Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Murielle erzählt von ihrer Migräne

Das hier ist der zehnte Artikel der Serie: Erzähl deine Geschichte.
Mit dieser Serie lade ich andere Migräniker ein, von sich zu erzählen.
Vielen Dank an Murielle, die in diesem Blogpost von ihrer Migräne berichtet.

1. Wie nennst du deine Migräne, welche Worte hast du dafür?
Also, ich würde jetzt hier gern mit einem spritzigen Namen dienen, der so ganz nebenbei noch beweist, dass ich mir trotz Migräne einen gewissen Sinn für Humor bewahrt habe (ausserhalb der Migräne habe ich den auch). Aber ich will ehrlich sein: Ich nenne meine Migräne oft auch “Sch… Migräne”. Das bringt sicher auch meine Hilflosigkeit und Wut zum Ausdruck, weil sie mir so unberechenbar erscheint. Manchmal beschreibe ich sie  als “die Hölle im Kopf” mit Schmerzen, die ich noch nicht einmal meinem ärgsten Feind wünsche.

2. Seit wann hast du Migräne und wie hat sie sich über die Jahre verändert?
Ich habe sie mindestes seit meinem 14. Lebensjahr (damit wären es jetzt knapp 36 Jahre), vermutlich aber noch länger.
Verändert hat sie sich eigentlich kaum. In den letzten 2 oder 3 Jahren begleitet manchmal auch Erbrechen die Anfälle; vorher war es nur Übelkeit (übrigens verbunden mit Appetit auf Süsses, Saueres und Herzhaftes gleichzeitig.)

3. Würdest du sagen, deine Migräne ist eine Krankheit?
Absolut.

4. Wie bewältigst du Migräne-Attacken am Arbeitsplatz?
Ich bin mittlerweile freiberuflich tätig. Bis vor 7 Jahren habe ich morgens vor der Fahrt ins Büro ein Triptan eingeworfen und bis ich im Büro ankam, war das Schlimmste vorbei. Heute könnte ich das nicht mehr. Meine Taetigkeit als freiberuflicher Life Coach erlaubt es mir, mir meine Arbeit einzuteilen. Oft arbeite ich auch online bzw. per Mail, daher kann ich mir einen migränefreien Zeitpunkt aussuchen, um zu arbeiten.

5. Was und/oder wer hat dir am meisten geholfen, mit der Migräne umzugehen?
ICH habe mir am meisten geholfen. Es gab Phasen, da habe ich mich einfach nur noch abgefunden mit der Migräne. Aber es gab und gibt auch immer wieder Phasen, in denen ich mich aufraffe und nach Antworten und Lösungen suche.
Und die Triptane haben mir auch sehr geholfen. So ungesund sie sind – ich kann mich noch sehr gut an die Zeit vor den Triptanen erinnern, als ich Schmerzmittelcocktails nehmen musste – die übrigens kaum wirkten.

6. Was hat dir am wenigsten geholfen, mit der Migräne umzugehen? Was war der nutzloseste Ratschlag, den du jemals bekommen hast?
Die Neurologen, Orthopäden und Co haben mir am wenigsten geholfen.
Der nutzloseste Ratschlag war: Entspannen Sie sich mal ein bisschen! Oder war es: Schatz, jetzt gönn Dir doch mal Deine Migräne und mach Dir einen schönen Tag? – Wenn ich an all die Tage denke, die verloren sind, an denen ich alle Aktivitäten einfrieren musste, nur um an einem der nächsten Tage alles aufzuholen (denn man weiss ja nie, wann die nächste Migräne kommt).

7. Was ist die absurdeste/lustigste/schrecklichste/denkwürdigste Situation, in die die Migräne dich gebracht hat?
Hm…. Schwierig. Ich glaube eine absurde Situation war erst vor kurzem. Da war ich wegen der Migräne bei einem Therapeuten, der meine gesamte Muskulatur neu ausrichten wollte. Ich Weiss gerade nicht mehr, wie diese Therapie heist. Auf jeden Fall hatte er seinen Finger (mit Gummihandschuh, Gott sei Dank) zwischen meinen Zähnen, während meine Beine sich von ganz allein bewegten. Irgendwie dachte ich nur: Wie bescheuert muss das eigentlich aussehen. Was ich nicht alles tue, um die Migräne loszuwerden!

8. Was würdest du anderen Menschen mit Migräne empfehlen
Ich rate jedem Menschen mit Migräne, sich nicht mit ihr abzufinden und sich vor allem nicht von Ärzten in irgendwelche Schubladen stecken zu lassen. Vor allem rate ich jedem Migräniker, sich ständig und stetig schlau zu machen. Seid offen für unterschiedliche Erklärungsansätze, spürt in Euch rein, ob sie Euch in irgendeiner Weise ansprechen. Probiert verschiedene Methoden aus. Was dem einen nicht geholfen hat, kann dem anderen durchaus gut tun. Überlegt, welche Ansätze Ihr miteindander kombinieren könnt. Und bleibt offen, für neue Überlegungen und Entwicklungen zum Thema Migräne. Und: fühlt Euch nicht schelcht oder schuldig, wenn Ihr Familie, Freunde oder Job ab und zu mal “vernachlässigen” müsst wegen eines Anfalls. Redet über Eure Krankheit. Sie ist genauso gesellschaftsfähig wie Arthrose oder Diabetis.

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