Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Diagnose: Histamin Intoleranz (HIT) – Und nun?

Nach über 35 Jahren Migräne und vielen erfolglosen Versuchen, meine Migräne zu verstehen und in den Griff zu bekommen bin ich vor ca. einem halben Jahr auf das Thema Histamin Intoleranz gestoßen.

Eines der Symptome der HIT ist Migräne. Aber ich fand auch andere Symptome, die ich nie in einen Zusammenhang mit Migräne gebracht hatte, wieder: „brain fog“ – das Gefühl, dass der Kopf in Watte gepackt ist und man nicht richtig „da“ ist (hatte ich quasi täglich) -, „normale“ Kopfschmerzen (auch täglich), Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen während des Migräne Anfalles, extremer Harndrang nach dem Anfall (wie ich heute weiß, ist das ein Hinweis auf Tyramin), unerklärliche Muskelschmerzen (wurde alle paar Jahre auf Rheuma überprüft, Ergebnis negativ), laufende Nase während des Essens, Herzrasen, Vergiftungserscheinungen, Herzrythmusstörungen, manchmal sehr müde nach dem Essen, geschwollene Hände und Füße sowie kalter Schweiß, Schüttelfrost und Hitzewallungen begleitend zum Migräneanfall (ich dachte immer, dass der Schmerz dies alles auslöst)….und schließlich das Ausbleiben der Migräne während der Schwangerschaft und Stillzeit – heute weiß ich, dass dies mit dem Enzym Diamin Oxidase, DAO, zusammenhängt, das bei Histamin intoleranten Menschen bzw. Menschen mit einer Histamin Abbauschwäche nicht ausreichend produziert werden kann und das der Körper in bis zu 300- oder gar 500-facher Menge während der Schwangerschaft produziert, um das ungeborene Kind zu schützen. Spannend fand ich auch, dass Wind, Hitze, Klimawechsel die körpereigene Histaminproduktion aktivieren – denn es sind ja auch Trigger, die jedem Migräniker bekannt sind.

Reisekrankheit und Höhenangst werden übrigens auch der HIT zugeordnet. Reisekrank war ich als Kind (ganz schlimm sogar) und Höhenangst habe ich als Erwachsene entwickelt.

Meine nächsten Schritte waren das Vermeiden (so gut es geht) von histaminreicher Nahrung und der noch bewusstere Umgang mit Tyramin, anderen biogenen Aminen. Auf  MSG (Natriumglutamat) achte ich schon lange. Mir fiel auf, dass es für mich nicht ausreichend war, nur auf Tyramin oder auf Tyraminbomben (z.B. Wein, Käse) zu verzichten, sondern genauer hinzuschauen. Ich begann auch ein Lebensmitteltagebuch zu führen und über vier Wochen aufzuschreiben, was ich wann gegessen habe und ob es (wann?) Reaktionen gab (nicht nur Migräne, sondern auch die andere typische Reaktionen, die ich oben erwähnt habe).

Ich habe so ziemlich alles ausprobiert an Prophylaxen und schulmedizinischen sowie alternativen Ansätzen und Diäten. Vor 2 Jahren beispielsweise habe ich über 6 Monate „low carb – high fat „ gegessen (soll ja bei einigen helfen), aber meine Migräne wurde nur noch schlimmer. Heute weiss ich, dass ich zuviel Tyramin und Histamin zu mit genommen (Eiweiß, Milch- und Käseprodukte, Fisch, Räucherlachs).

Mir fiel auf, dass meine Reaktion auf Hefe besonders heftig war. Schneller als sonst setzten „brain fog“, also das vernebelte Gehirn, auch richtig üble Migräne und regelrechte Vergiftungserscheinungen ein.

Außerdem beobachtete ich, dass meine Reaktion auf Vitamin B6 und B12 ebenso heftig war. Auf einer Skala von 0 bis 10 eine glatte 15! Zu Migräne gesellten Symptome einer Lebensmittelvergiftung, Schüttelfrost, Erbrechen, Durchfälle, Ohnmacht, unerträgliche Muskelschmerzen noch Tage später, ich ging gekrümmt wie eine Hundertjährige…. Mittlerweile ist mir klar, dass 1. Vitamin B6 die DAO hemmt (auch viele das Gegenteil behaupten), und dass 2. Vitamin B Hefe enthält. All das bestätigte, dass meine Überlegungen im Zusammenhang mit Histamin und auch Tyramin (das ich immer nur auf Wein und Käse beschränkt hatte), einen Sinn ergeben könnten.

Gleichzeitig fing ich an, das scheinbar fehlende Enzym Diamin Oxidase (DAO) zuzuführen und nahm Kontakt zu einem Arzt in Österreich auf, der sich auf das Thema Histamin / biogene Amine spezialisiert hat und der mir im Internet durch unterschiedliche wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema aufgefallen war. Wie gesagt hatte ich beobachtet, dass Vitamin B6 bei mir sehr schlimme Anfälle auslöste, war aber verunsichert, weil alle Hinweise, die ich finden konnte, bestätigten, dass Vitamin B6 benötigt wird, um das Enzym DAO herzustellen. Gleichzeitig weiß man aber auch, dass Vitamin B6 ein wichtiger Kofaktor zur Herstellung von Histamin ist. Dr.Kofler bestätigte meine Beobachtungen, die sich mit seinen Erkenntnissen aus langjähriger Forschungsarbeit und Arbeit mit eigenen Patienten decken. Generell fiel mir auf, dass das Thema Histamin Intoleranz und Migräne in Deutschland noch nicht so wahrgenommen wird, wie es vielleicht der Fall sein sollte. Ich kann doch nicht die einzige sein?! Insgesamt scheinen neben den Österreichern die Briten und die Australier sich intensiver mit dem Thema zu befassen.

Sobald ich die Auslassdiät begonnen und die Histaminzufuhr (und immer natürlich auch Tyramin) durch die Nahrung reduziert hatte sowie DAO vor den Mahlzeiten (ausreichend! Mindesten 2 Tabletten) einnahm, ging es mir schlagartig besser. Natürlich gab es immer wieder mal Fehlgriffe bei der Wahl der Lebensmittel, aber im Großen und Ganzen reduzierten sich die Migränetage von 10-15 (manchmal auch 6 Wochen am Stück täglich) auf 3 bis 4 im Monat (meistens nach Restaurantbesuchen). Nach einer Weile fing ich an, die DAO wegzulassen. Ich „vergaß“ einfach, die Tabletten zu nehmen. Da ich als Hypnose und Life Coach von der Kraft unseres Unterbewusstseins weiß, deutete ich dies als Zeichen, dass ich die DAO (für den Moment) gar nicht brauche. Und tatsächlich nehme ich seit 3 Monaten kaum noch DAO und meine Migräne Tage bewegen sich immer noch im grünen Bereich (3-4 im Monat, sehr leicht, oft brauche ich kein Triptan). Wenn ich nicht zu Hause essen kann, dann nehme ich manchmal vorsorglich zwei DAO Tabletten.

Das alles ermutigte mich schließlich, nach Österreich zu reisen (ich lebe in den USA) und mich von Dr. Kofler auf HIT untersuchen zu lassen. Nach einem ausführlichen Vorgespräch wurden unterschiedliche Tests durchgeführt, um mich auf Allergien zu testen, und es wurde Blut abgenommen. Der wichtigste Test war aber der „Histamin 50 Prick Test“, bei dem die HIT oder auch Histamin Abbauschwäche gemessen werden kann. Wie zu erwarten ich habe tatsächlich eine Histamin Intoleranz.

Der Histamin 50 Prick Test

Es gibt unterschiedliche Methoden die Menge an Histamin im Körper und den Level an DAO zu testen.

  • Die einfachste ist die Auslassdiät, bei der 4-6 Wochen auf alle histaminreichen Lebensmittel verzichtet wird. Ehrlich gesagt, habe ich bereits nach eine paar Tagen einen Unterschied gemerkt (keine Migräne statt Dauermigräne, keine Müdigkeit, kein Herzrasen, keine laufende Nase, keine Muskelschmerzen).
  • Bestimmung des Histaminspiegels im Blut: HIT führt aber nicht zwangsläufig zu einem erhöhten Histaminspiegel. Außerdem kann der Histaminspiegel varieren, z.B. je nachdem was vor der Blutabnahme gegessen wurde.
  • DAO Spiegel bestimmen: Hier wird die Konzentration der DAO im Blutplasma oder Blutserum gemessen. Aber auch dieses Verfahren ist nicht wirklich zuverlässig: „Die Produktion des Enzyms kann durch äussere Einflüsse zeitlich grossen Schwankungen unterliegen, so dass im Extremfall bei ein und derselben Person einmal ein Wert von Null und bei einer späteren Untersuchung vielleicht wieder ein normaler Wert gemessen werden kann. (…) Der Histaminstoffwechsel kann auch an anderen Stellen gestört sein, so dass auch bei normaler DAO-Konzentration trotzdem eine Histaminose vorliegen kann. Bei einem Gendefekt des DAO-Gens kann zum Beispiel das Enzym in normalen Mengen produziert werden, aber funktionsvermindert oder funktionsunfähig sein, und daher im Extremfall null Enzymaktivität trotz normaler DAO-Konzentration aufweisen. Vielleicht ist auch gar nicht der Abbauweg über die exkretorische DAO, sondern der intrazelluläre Abbau über die HNMT gestört, was dieser Test ebenfalls übersehen würde.” Quelle
  • DAO und HNMT Gentests: Nach aktuellem Wissensstand wird davon ausgegangen, dass HIT größtenteils erworben und nicht genetisch bedingt ist. Weitere Informationen finden sich auf der Seite der SIGHI
  • Metyhlhistamin im Urin: Diese Untersuchung ist im Grunde auch nicht sehr aussagekräftig: “Methylhistamin entsteht beim Abbau von Histamin durch das Enzym HNMT. Hohe Werte können bedeuten, dass Histamin aus irgendeinem Grund im Übermass vorhanden ist und zu Methyl­histamin abgebaut wird.” Quelle
  • Histamin im Stuhl: “Wenn im Stuhl erhöhte Histaminspiegel nachgewiesen werden, kann dies verschiedene Ursachen haben:Im Darm wird zu wenig DAO (oder eine funktionsverminderte Variante der DAO) produziert. Das über die Nahrung aufgenommene und das im Darm von der Darmflora gebildete Histamin kann deswegen während der Darmpassage ungenügend abgebaut werden und wird über den Stuhl ausgeschieden.Die DAO wird durch Inhaltsstoffe von Lebensmitteln oder Medikamenten gehemmt. Das über die Nahrung aufgenommene und das im Darm von der Darmflora gebildete Histamin kann deswegen während der Darmpassage ungenügend abgebaut werden und wird über den Stuhl ausgeschieden.Eine Fehlbesiedlung des Darms mit unerwünschten Mikroorganismen (Fäulnisdysbiose) führt bei der Zersetzung des Nahrungsbreis zu vermehrter Bildung biogener Amine (z.B. Cadaverin, Putrescin, Histamin). Übermässige Degranulation von Mastzellen im Darm, z.B. wegen IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien, Mastozytose oder Aufnahme von Histamin Liberatoren.” Quelle

„Die Bestimmung der DAO aus dem Blut war anfänglich ein zusätzlich interessanter Befund, da man die Konzentration des Enzyms DAO messen kann. Aus einer erniedrigten Serumkonzentration schloss man daher auf einen Mangel (und vice versa). Leider trifft das in der Realität selten zu: in meiner Allergieambulanz, und an anderen Zentren in Österreich und der Schweiz, wurden seit 2004 viele Patienten mit Histaminunverträglichkeit untersucht und die DAO Werte mit der klinischen Symptomatik korreliert. Die derzeit gültigen Referenzwerte der DAO stimmten – zumindest nach unserer Erfahrung – überhaupt nicht mit der Diagnose einer Histaminunverträglichkeit überein. Das wurde inzwischen in 2 rezenten Publikationen bestätigt. (2,3) Daraus ist der Schluss zulässig, dass die Diagnose einer Histaminunverträglichkeit mit Hilfe einer sorgfältigen Anamnese für den täglichen Routinebetrieb ausreichend ist!“ Dr. Kofler

Histamin 50 Prick Test:

„De facto konnte mit dem Histamin-50-Pricktest erstmals eine Möglichkeit zur In-vivo-Testung bei Verdacht auf eine Histaminabbaustörung beschrieben werden. Dabei wird die Positivkontrolle eines Hautpricktests nicht nur nach 20 Minuten, sondern noch einmal nach 50 Minuten abgelesen. Patienten mit eingeschränkter Fähigkeit, Histamin zu verstoffwechseln, zeigen signifikant häufiger nach 50 Minuten Quaddeln mit Durchmesser ≥3mm. Zusammenfassend ist wichtig zu verstehen, dass die Diagnoseeiner Histaminabbaustörung nicht von einem einzelnenLaborwert, Test oder Symptom abhängt. Die Diagnosestellung erfolgt vielmehr unter Ausschluss anderer Erkrankungen wie Nahrungsmittelallergien, Intoleranzen oder (chronischen) Darmentzündungen sowie nach Berücksichtigung aller erhobenen Befunde. Dazu zählt neben einem Nahrungsmitteltagebuch und gegebenenfalls einer Eliminationsdiät vor allem eine ausführlich ärztliche Anamnese, aber auch der Histamin-50-Pricktest.“ Dr. Kofler

Eine ausführliche Beschreibung (engl.) des Test findet Ihr hier.

Momentan weiss ich leider noch nicht, wo man den Histamin 50 Pricktest in Deutschland machen kann. Aber ich werde versuchen, ein paar Anlaufstellen zu finden.

Es folgten weitere Untersuchungen bei einem Internisten (Blut, EKG, Ultraschall der inneren Organe), um weitere Erkrankungen auszuschließen.

Und wie geht es weiter?

Der Test hat bestätigt was mir durch die Auslassdiät eigentlich schon klar geworden war. Ich gehe davon aus, dass meine Migräne (zum allergrößten Teil) durch biogene Amine, allen voran Histamin und Tyramin, ausgelöst wird. Vor allem, da ich mit so vielen anderen Therapien (Prophylaxe), Ernährungsansätzen und anderen schulmedizinischen und ganzheitlichen alternativen Ansätzen in 35 Jahren absolut keinen Erfolg hatte.

Das Testergebnis entmutigt mich nicht. Im Gegenteil, ich weiß nun endlich wo ich hinschauen muss und fühle mich nicht mehr so ausgeliefert und hilflos. Ich muss mir nicht mehr die verzweifelte Frage „Wieso habe ich denn jetzt schon wieder Migräne?!“ stellen, sondern überprüfe jetzt was ich gegessen habe.

Trotzdem lasse ich mir die Lust am Essen nicht nehmen. Beispielsweise esse ich nach wie vor Erdbeeren (Histaminliberator), aber eben nur einige wenige statt gleich ein ganzes Schälchen. Oder ich esse auch Avocado, aber eben nur eine halbe und ich zerkleinere sie nicht, weil das Zerkleinern Histamin freisetzt. Es kann nicht darum gehen, panisch alles aus dem Kühlschrank zu verbannen und eine Mangelernährung in Kauf zu nehmen. Ich probiere vorsichtig aus, was geht und was nicht. Das bedeutet, dass ich von einem verdächtigen Lebensmittel erst einmal eine kleinere Menge esse und warte, was am nächsten Tag passiert. Außerdem mische ich „kritische“ Lebensmittel nicht (z.B. Käse + Avocado + Erdbeeren an nur einem Tag).

Ich achte auf meine Intuition und beobachte meinen Körper. Wenn ich achtsam esse, spüre ich relativ schnell, ob ich weiteressen kann oder ob mein Körper leise Alarm schlägt (Nase geht zu, Nase läuft, das typische Ziehen im Hinterkopf, Herzklopfen). Auf diese Weise konnte ich in den letzten Wochen Migräneanfälle verhindern oder kam mit leichten Kopfschmerzen davon (keine Triptane, keine Schmerzmittel).

Was mir auch aufgefallen ist: Es hilft, wenn ich nicht zu spät esse. Das bedeutet, dass ich versuche, vor 18 Uhr zu essen. Außerdem hilft Bewegung, sprich: einfach nur Spazierengehen. Das hilft Histamin abzubauen. Ich vermeide es, Essen aufzuwärmen oder „Zerkleinertes“ zu essen. Und was noch wichtig ist: Ich behalte andere biogene Amine, vor allem Tyramin, im Auge. Tyramin spielt bei mir eine große Rolle und ich zeige, wenn ich zu viel Tyramin erwische fast schon Symptome einer Vergiftung. Darauf möchte ich aber lieber in einem andere Beitrag eingehen.

Was tue ich noch für mich? Meditation, Entspannung und Achtsamkeit sind gute Möglichkeiten, in den Körper hinzuhorchen und zu entspannen. Histamin wird ja auch im Körper produziert – besonders bei Stress, aber auch durch äußere Reize wie Wetterveränderungen, Hitze, Kälte, Wind oder durch Wolle.

Jetzt, da ich weiß, dass in meinem Körper zu viel Histamin herumschwirrt, kann ich auch durch Visualisierungstechniken und Selbsthypnose meinem Körper dabei helfen, die Produktion von Enzymen (DAO) anzukurbeln und ein gesundes Gleichgewicht zwischen DAO und Histamin herzustellen.(Ich bin ausgebildeter Life Coach / Psychologischer Berater und Hypnose Coach und praktiziere seit vielen Jahren Meditation, Trancereisen und (Selbst-) Hypnose.

Ich werde mich aber auch intensiver mit den anderen biogenen Aminen befassen, denn Serotonin, Dopamin, Tyramin, Phenylethlyamin, Octopamin wirken als Histamin Liberatoren und Tyramin hemmt die DAO.

Alles in allem bin ich positiv eingestellt und sehr froh, dass ich nun konkretere Anhaltspunkte habe. Wie gesagt: Die Migränetage haben sich von ca. 10-15 Tagen auf 3 – 4 Tage im Monat reduziert. 🙂

Mehr zu Migräne und Histamin auf meinem Blog: https://migraeneundhistaminintoleranz.wordpress.com

8 Antworten zu “Diagnose: Histamin Intoleranz (HIT) – Und nun?

  1. Eva April 3, 2015 um 00:44

    Die Sache mit dem B6 finde ich spannend. Du hast viele wissenschaftliche Publikationen dazu erwaehnt. Kannst Du was empfehlen, speziell, wo das mit B6 erklaert wird? Danke 🙂

    • Viviane April 4, 2015 um 07:31

      Hallo Eva,

      ja , das mit dem Viramin B6 ist in der Tat interessant.
      Vor allem, wenn man den Verdacht hat, dass man nach der Einnahme von Vitamin B6 Symptome bzw. Migräne entwickelt. Ich verstehe, dass das alles vewirrend ist. Vor allem, wenn man überall das Gegenteil liest.

      Daher habe ich mehrmals mit Dr. Kofler, der intensiv zum Thema Histamin forscht, wissenschaftliche Artikel veröffentlicht und Vorträge hält, darüber gesprochen. Er vertritt die Auffassung, dass Vitamin B6 die DAO hemmt.

      So kann man es in seinem Patienten Informationsblatt nachlesen: „Die früher empfohlene Vit B 6 Gabe ist hingegen definitiv falsch.Vit B 6 ist kein Kofaktor der die DAO unterstützt( wenn schon dann das Histaminproduzierende Enzym Histidindecarboxylase)!“ ((http://www.kofler-haut.at/pdf/HistaminNMMerkblatt.pdf))

      Folgende Quellen zitieren Dr. Kofler:

      • SIGHI: “Die Wirksamkeit von Vitamin B6 ist aber nicht ganz unumstritten. H. Kofler schreibt hierzu: „Die immer noch empfohlene Vit B 6 Gabe ist hingegen definitiv falsch.Vit B 6 ist kein Kofaktor der die DAO unterstützt( wenn schon dann das Histaminproduzierende Enzym Histidindecarboxylase)!“ [Kofler 2009] Quelle: http://www.histaminintoleranz.ch/therapie_medikamente.html

      • Ob der Mikronährstoff Vitamin B6 tatsächlich ein Kofaktor für die Synthese/Aktivität der DAO ist, ist in der gängigen Literatur äußerst umstritten. Kopfler schreibt beispielsweise dazu: „Die immer noch empfohlene Vitamin-B6-Gabe ist hingegen definitiv falsch. Vitamin B6 ist kein Kofaktor, der die DAO unterstützt (wenn schon, dann das histaminproduzierende Enzym Histidindecarboxylase)!“ [Kofler 2009]. Außerdem wird Vitamin B6 eigentlich zur Therapie einer HPU/KPU eingesetzt, die meistens mit zu niedrigen Histaminspiegeln einhergeht! Aufgrund der somit eventuell histaminsteigernden Wirkung von Vitamin B6 sollte vor einer Einnahme überprüft werden, ob tatsächlich ein intrazellulärer Mangel an Vitamin B6 besteht (vgl. „Sekundäre Laboruntersuchungen“). Quelle: http://www.histaminintoleranz-es.de/index.php/therapie/12-hit-therapie/22-moegliche-therapie-einer-hnmt-bedingten-histadelie-histaminintoleranz-2

      • Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin_B6:
      Vitamin B6 bei Histaminintoleranz[Bearbeiten]
      Als Therapie bei sehr hohen Glutaminsäurewerten (Glutamat) im Blutbefund, wie sie z. B. bei Exkzemen und/oder Histamin-Intoleranz vorkommen können, empfiehlt Prof. Reinhart Jarisch[1] eine Vitamin-B6-Gabe in der Größenordnung von 0,5 mg/kg Körpergewicht je Tag. Dies fördere auch die körpereigene Synthese von Diaminooxidase (DAO) und bekämpfe so ursächlich die Auswirkungen der Histaminintoleranz. Diese Auffassung ist jedoch umstritten und wird nicht von allen Ärzten geteilt.[2] Wikipedia verweist hier wiederum auf Histaminunverträglichkeit, (HIT) & histaminreduzierte Ernährung“ Website Dr. Heinz Kofler, abgerufen am 6. Dez. 2013

      • Eva April 4, 2015 um 09:55

        Hallo Viviane, gehoert hatte ich naemlich schon davon, aber bisher keine gute Quelle zum Thema gefunden, die das genauer beschreibt. Danke fuer Deine ausfuehrliche Antwort!

      • Viviane April 4, 2015 um 10:44

        Ach, das ist ja interessant, dass Du das auch schon gehört hast. Na vielleicht können wir beide ein bisschen darüber aufklären, denn es gibt vielleicht ein paar Leute, denen das Vitamin B6 nicht hilft. Vom Vitamin B3 / Niacin weißt Du aber? Das ist quasi ein Histamin Liberator. Viele nehmen ja Vitamin B Kombipräparate.

      • Viviane April 4, 2015 um 11:37

        Übrigens: Ich habe einen kurzen Artikel dazu auf meiner Seite https://klarimkopf.wordpress.com veröffentlicht.

      • Eva April 4, 2015 um 15:50

        Ja, Niacin ist nichts 🙂 Ich werde die Tage mal genauer in die Sache schauen und selbst dazu was schreiben, mit Verweis auf deinen Beitrag. Ich hab deinen Artikel schon auf meiner fb-seite geteilt.

      • Viviane April 4, 2015 um 18:54

        Vielen Dank fuer Teilen 🙂

  2. Pingback: Vitaminbomben… | Histamin-Pirat

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