Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Marion erzählt von ihrer Migräne

Das hier ist der vierzehnte Artikel der Serie: Erzähl deine Geschichte.
Mit dieser Serie lade ich andere Migräniker ein, von sich zu erzählen.
Vielen Dank an Marion, die in diesem Blogpost von ihrer Migräne berichtet.
Wer mehr über Marion erfahren will findet sie hier.

1. Wie nennst du deine Migräne, welche Worte hast du dafür?
Die geliebte Ungeliebte. Der kleine Tod.

2. Seit wann hast du Migräne und wie hat sie sich über die Jahre verändert?
Seit dem 6. Lebensjahr. Sie wurde nach und nach häufiger und die Anfälle dauerten immer länger. In besonders stressigen Lebenssituationen ist sie meine tägliche Begleiterin gewesen. Seit 15 Jahren teilt sie mindestens 3 Tage in der Woche mit mir. Mittlerweile wirken die meisten Triptane nicht mehr oder nur noch wenige Stunden und so wird die Behandlung schwieriger.

3. Würdest du sagen, deine Migräne ist eine Krankheit?
Nein, ein Hobby! Scherz bei Seite; sie ist für mich eine Krankheit und eine Behinderung – für mich ist es, als wäre ich schon vorweg immer wieder für einige Tage gestorben. Aber wenn man dies positiv betrachtet, dann müsste ich bei diesen vielen toten Tagen deutlich älter werden als Gleichaltrige.

4. Wie bewältigst du Migräne-Attacken am Arbeitsplatz?
Früher habe ich starke Medikamente genommen und irgendwie den Tag überstanden, wie ich das ausgehalten habe, weiss ich heute nicht mehr.
Heute kann ich keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen. Ich bin selbständig und arbeite an gesunden Tagen. Den Lebensunterhalt verdient allerdings mein Mann.

5. Was und/oder wer hat dir am meisten geholfen, mit der Migräne umzugehen?
Ich denke mein Humor hat mir schon über viele schlimme Tage hinweggeholfen, ich lache viel und gerne und wenn es nichts zu lachen gibt, dann mache ich halt einen Scherz.
Aber vor kurzem entdeckte ich die Selbsthypnose für mich. Ich mache diese derzeit unter Anleitung eines tollen Therapeuten – nach dieser Therapie bin ich sehr oft schmerzfrei. Empfehlen möchte ich auch spezielle Kopfschmerzkliniken zum Medikamentenentzug und zur Medikamenteneinstellung – an diesen Orten wird man verstanden und meist erfährt man auch für einige Zeit etwas Erleichterung.

6. Was hat dir am wenigsten geholfen, mit der Migräne umzugehen? Was war der nutzloseste Ratschlag, den du jemals bekommen hast?
Psychoanalyse und psychosomatische Kliniken haben bei mir überhaupt keine Linderung gebracht. Da bei mir die Migräne in der Schwangerschaft den derzeitigen Höchststand brachte, bekam ich den Tipp, nach einem 2. Kind wäre bestimmt alles wieder gut … ;-)).

7. Was ist die absurdeste/lustigste/schrecklichste/denkwürdigste Situation, in die die Migräne dich gebracht hat?
Eines Tages habe ich mit vielen Medikamenten im Blut mit meinem Auto beim Umparken das Auto meines Mannes gerammt. Mein Mann hat zum Glück einen gesunden Humor.

8. Was würdest du anderen Menschen mit Migräne empfehlen
Lebt mehr im Jetzt und Heute.
Lebt langsamer und genießt das kleine tägliche Glück.
Gebt niemals auf.
Und zuletzt, wie mein Therapeut sagte: „machen Sie mal Urlaub von Ihren Ansprüchen“.

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