Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Der Gentest

gentestIch habe einen Gentest gemacht. Ganz einfache Sache: 199 Dollar an 23andme.com bezahlen, in ein Röhrchen spucken, bis keine Spucke mehr da ist, die Spucke dann zur Post bringen, sechs Wochen warten – und dann gehts los. Das geht übrigens auch von Deutschland aus. Man bekommt irgendwann eine email, loggt sich ein und schon erfährt man lustige Sachen über sich. Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass ich so viele Neanderthaler-Gene in mir habe wie wenige andere. Kein Wunder, hat mein Lebenspartner gesagt, deine Sippe ist ja auch noch nie aus dem Kaff da in der Mitte Deutschlands rausgekommen. Dann bin ich jetzt eben die erste, habe ich zurückgestichelt. Man wird ja schließlich nicht von seinen Genen definiert.

Es gibt auch interessante Gesundheitsdaten. Zum Beispiel, dass ich ein Gen habe, wonach ich die Geräusche, die andere Leute beim Essen machen, nicht ertragen kann. Stimmt, zumindest, wenn es still ist. Da könnte ich zur Meuchelmörderin werden. Oder, dass ich ein Gen habe, das die Wahrscheinlichkeit, eine Myopathie zu bekommen, wenn ich Statine nehme, sehr erhöht. Oder dass ich Alkohol nur sehr langsam abbauen kann. Aber erstens wusste ich das schon und zweitens hilft es nicht viel, weil ich wegen der Migräne eh keinen trinken kann, was ich sehr bedaure. Schließlich könnte ich mich echt billig betrinken. Wegen der Gene.

Aber Scherze beiseite. Ich habe nicht ohne Grund gegen meine eigene Überzeugung verstoßen, dass alle eindeutigen, körperlichen Daten wie Gene, Fingerabdrücke, Irisdaten etc, persönlich, vertraulich und unveräußerlich sind und man diese Daten bei der aktuellen Rechtslage am besten bei sich behält. Aber ich bin zu krank. Ich kann mir diese Sicherheit nicht leisten. Ich weiß, dass ich mithilfe meiner Gene aus dem Schlamassel, in dem ich mich befinde, herauskommen kann. Ich will schließlich nicht mein Leben lang nach einem Trip in den Supermarkt das Gefühl haben, ich habe was ganz großes geschafft. Wie weit ich komme, das wird die Zeit zeigen. Der Anfang jetzt war allerdings wie ein Raketenstart und etwas überraschend.

Ich hoffe, ich habe jetzt Neugierde geweckt. Ich bin in einem Monat von 15 Migränetagen plus permanente Schwäche und Brainfog auf fünf runter. Fünf leichte Tage. Kein Brainfog mehr. Nix. Jetzt lehne ich mich gerade ein bisschen weit aus dem Fenster, schließlich kennen wir alle den Effekt, dass sich nach einer neuen Intervention eine Besserung einstellt, die dann nach wenigen Monaten wieder dahin ist. Ich würde das aber jetzt nicht so groß ankündigen, wenn ich nicht denken würde, dass ich hier einen Ansatz gefunden habe, der für alle was bringen kann. Egal wie eine Migräne genau gelagert ist. Ich werde das noch genauer erklären. Jetzt erst mal nur so viel: Die Reise beginnt mit einem Gentest. Ich wollte jetzt auch keine drei Monate warten, bis ich von meinen neuen Experimenten berichte. Ich machs einfach öffentlich, was solls, meine Gene liegen ja auch schon auf einer amerikanischen Datenbank, da brauch man ja gar nicht erst anfangen, an Privatsphäre zu denken. Da bin ich, die gläserne Bürgerin. Ich berichte weiter in meinem nächsten Blogpost.

14 Antworten zu “Der Gentest

  1. Fran Januar 28, 2016 um 10:21

    Du machst es aber echt spannend 😉

  2. Dirk Januar 30, 2016 um 02:33

    Hi, klingt interessant, aber wie hast Du das gemacht? Was erfährt man bei dem Gentest und wie und wo kann man das durchführen?

  3. Birgit Januar 31, 2016 um 07:09

    Ich freu mich so für Dich und drücke Dir die Daumen, dass es weiter steil bergauf geht! Und je besser es Dir geht, um so schneller kannst Du uns Dein Vorgehen verraten 😉 Ich bin total gespannt. Ich hatte auch schon über einen Gentest nachgedacht. Aber ich habe derzeit oft zu viel Brainfog, um mich tiefer in die Materie einarbeiten zu können.

  4. majorneryz Januar 31, 2016 um 11:23

    Ich bin auch sehr gespannt!

  5. majorneryz Januar 31, 2016 um 11:39

    PS: so ein Gentest macht mir schon etwas Angst, muss ich zugeben. Was, wenn da Sachen rauskommen, die ich lieber gar nicht wissen will …? weil man eh nichts dagegen tun kann?
    Was prüfen die denn da so alles ab …?

    • Violetta Februar 2, 2016 um 16:02

      Es gibt beim Gentest zwei Phasen der Auswertung. Die erste Phase bei 23andme bietet nur eine sehr beschränkte Auswertung an. Du kannst dann selbst bestimmen, ob du die schlimmen Krankheiten angezeigt bekommen möchtest oder nicht. Wenn nicht, dann bekommst du nur die harmlosen Infos. Welche Augenfarbe du hast. Aus welchen Teilen der Welt deine Vorfahren sind. Ob du Aspirin gut verträgst. Weitergehende gesundheitliche Auswertungen, die die dann sowieso noch interpretationsbedarf haben, bietet 23andme nicht an. Dafür musst du dann zu einem anderen Provider wie z.B.Livewello, Promethease oder andere. Bei den meisten Genvarianten allerdings ist die Information erst mal eine theoretische, auch wenn eine „Störung“ vorliegt. Nur die wenigsten Genvarianten lassen 100% auf eine Krankheit schließen. Alles andere sind statistische Möglichkeiten bzw die Frage, ob sich eine Entsprechende Genvariante ausdrückt bzw auf englisch „to express“. Nicht alle Genvarianten sind aktiv. Insofern ist ein Gentest kein gesundheitliches Urteil. Es ist vielmehr eine Hilfe, tatsächlich bestehende Symptome eines Patienten zuordnen zu können und entsprechend Ursachen zu finden.

  6. Lars Februar 27, 2016 um 02:32

    Hi Violetta,

    Sorry das ich nochmal blöd nachfragen muss, aber so richtig habe ich nicht verstanden, welche Erkenntnisse aus dem Test nun die Reduzierung der mirgäneattacken bewirkt haben ? Ich bin der erste der gleich morgen früh ins Röhrchen spuckt, aber so richtig verstehe ich noch nicht was da konkret rauskommt. Benötigt man zur Auswertung einen Arzt ?

    • Violetta Februar 29, 2016 um 10:16

      Jetzt hab ich mir was eingebrockt 😉 Ich verstehe absolut warum du und andere das jetzt nicht verstehen. Ich hoffe, dass meine Folgeposts mehr Licht auf die Geschichte werfen. Ansonsten bitte mich weiter Loechern.

  7. Britt Oktober 9, 2016 um 02:39

    Nur zur Info für Interessierte:
    Die Bestellung des 23 and me Gentests ist seit kurzem NICHT mehr von Deutschland aus möglich.
    In Europa versendet die Firma nur noch nach Dänemark, Finnland, Irland, Schweden und die Niederlande.

    • Judith Dezember 5, 2016 um 01:54

      Ich habe gerade von Österreich aus bestellt. Es scheint auch von Deutschland aus zu gehen. War wohl nur temporär nicht möglich.

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