Chris erzählt von ihrer Migräne

Das hier ist der siebzehnte Artikel der Serie: Erzähl deine Geschichte.
Mit dieser Serie lade ich andere Migräniker ein, von sich zu erzählen.
Vielen Dank an Chris, die in diesem Blogpost von ihrer Migräne berichtet.

1. Wie nennst du deine Migräne, welche Worte hast du dafür?
Kopfschmerzen …

2. Seit wann hast du Migräne und wie hat sie sich über die Jahre verändert?
Seit ich 5 bin wurde sie festgestellt und entwickelte sich von pochend zu Dauerschmerz.  Aura ist meistens da und oft sehe ich alles langsamer. Ich kann mich auch nur noch max. auf eine Sache konzentrieren wenn überhaupt.

Heute habe ich zum ersten Mal eine ganz neue Art bekommen. Schlagartiger Schwindel, Fischblick, Verlangsamung der Sicht, was vielleicht mit gesteigerter Hirnaktivität zu tun hat. Für kurze Zeit wurde alles langsam, aber nicht mein Denken. Dabei Licht/Geräuschempfindlichkeit und steigende Kopfschmerzen. Zu Hause angekommen habe ich einmal Zomig Nasal 5mg und eine halbe Sumatriptan 100mg genommen. Nach Hinlegen ging es mir 40 min später wieder einigermaßen gut.

Die Leute halten Migräne für ein kleines Frauenwehwehchen. Manchmal habe ich sogar Fieber. Das ist auch kein Spruch, da ich beim Arzt war wegen Schweißausbrüchen und Husten und er mich sofort nach Hause schickte und mir sagte, dass ich hohes Fieber hätte. Das kam nicht nur einmal vor.

3. Würdest du sagen, deine Migräne ist eine Krankheit?
Eine chronische ja!

4. Wie bewältigst du Migräne-Attacken am Arbeitsplatz?
Durch bis zu 25 Anfällen im Monat bin ich leider arbeitsunfähig 😦

5. Was und/oder wer hat dir am meisten geholfen, mit der Migräne umzugehen?
Teil Schmerzklinik Kiel, Triptane aber nur max 10 mal im Monat, besser 8 mal wegen Übermedikamentation aber eigentlich hat nix wirklich geholfen …

6. Was hat dir am wenigsten geholfen, mit der Migräne umzugehen? Was war der nutzloseste Ratschlag, den du jemals bekommen hast?
Die ständigen Entspannungsübungen aufgezwängt zu bekommen. Ich habe eigene Methoden wie ich entspannen kann. Die Enspannungspraktiken verspannen mich, da ich mich da mehr aufrege.

Nun denke ich über ONS (Occipitalis Nervenstimulation) nach. ONS ist im Grunde eine OP in etwa wie ein Herzschrittmacher. Nur dass er im Kreutz implantiert wird und 2 Drähte in den Hinterkopf gehen die die Nerven mit Strom so überfluten, dass die Migräne ausgeblendet wird. Es gibt keine Garantie dass es hilft, aber da bei mir keine Medikamente außer Triptane anschlagen, greife ich nach jedem Ast. Vor allem weil ich nachdem ich Triptane genommen habe, nochmal davon Kopfschmerzen bekomme, nur leichter.

7. Was ist die absurdeste/lustigste/schrecklichste/denkwürdigste Situation, in die die Migräne dich gebracht hat?
Ich war in Hannover und wollte nachhause nach Hamburg mit einem Freund. Nach 30 min habe ich mich nur noch übergeben und der Freund mußte ohne gültigen Führerschein weiterfahren weil ich kaum noch ansprechbar war.

8. Was würdest du anderen Menschen mit Migräne empfehlen
Informieren, hoffen, Studien verfolgen. Es gibt Triptane und andere Medikamente.
Ich bin mit kleinem Erfolg bei Opipramol mit Topiramat 100mg angekommen. Bei mehr mg bekomme ich Albträume.

 

Wie dem auch sei – langsam aber sicher wirkt alles ziemlich hoffnungslos, was die einem bieten. Die Mediziner und Leute unterschätzen Migräne.

 

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