Kategorie-Archiv: Kopfschmerzen

Erstes CGRP Medikament in den USA zugelassen

Aimovig_PenSo, nun ist es soweit. Das erste CGRP Medikament (CGRP: calcitonin-gene-related-peptide) ist gestern in den USA zugelassen worden. Das Produkt heißt Aimovig, der Wirkstoff heißt Erenumab (in der Forschungsphase auch bekannt unter AMG 334). Hergestellt und vertrieben wird Aimovig von den Firmen Amgen und Novartis.

Es wird noch ein paar Wochen dauern, bis das Medikament in den Arztpraxen zur Verfügung steht. Aimovig ist eine 70mg Injektion, die einmal im Monat von den Patienten selbst vorgenommen wird. Der Autoinjektor ist eine Art Stift, mit welchem man sich in den Bauch, den oberen Arm oder den Oberschenkel injiziert. Die Injektion an sich dauert ca. 15 Sekunden.

Obwohl wir in Artikeln über die CGRPs immer wieder über die sogenannte Nebenwirkungsfreiheit gelesen haben, wird es sicher nach der Einführung des Medikaments (trotz aller Studien) eine Anpassungsphase geben, die uns mit neuen Informationen aus der freien Wildbahn überraschen wird. Bisher wurde über Irritationen an der Einstichsstelle des Injektionsstifts geklagt, sowie über Verstopfung und Muskelkrämpfe. Mehr von diesem Beitrag lesen

Chris erzählt von ihrer Migräne

Das hier ist der siebzehnte Artikel der Serie: Erzähl deine Geschichte.
Mit dieser Serie lade ich andere Migräniker ein, von sich zu erzählen.
Vielen Dank an Chris, die in diesem Blogpost von ihrer Migräne berichtet. Mehr von diesem Beitrag lesen

B2 als Prophylaxe gegen Migräne – Vitamine richtig einsetzen

b2Einer der preisgünstigen und einfachen Prophylaxen gegen Migräne ist Riboflavin (Vitamin B2). Viele von uns haben es probiert, die meisten, so wie ich, haben es nach einer bestimmten Zeit wieder gelassen. Die Dosierungsempfehlung ist 400mg, was sehr viel ist. Grundsätzlich, so wird versichert, seien wasserlösliche Vitamine wie B2 nebenwirkungsfrei weil alles, was unser Körper nicht benötigt, mit dem Urin ausgeschieden wird. Ganz so einfach ist es aber dann doch nicht. Mehr von diesem Beitrag lesen

Die Dopamin-Migräne

gehirnEs gibt einen Dschungel an Möglichkeiten, wenn es um den Migränemechanismus geht. Noch immer wissen wir nicht, was die Migräne auslöst – manche mutmaßen, es könne unterschiedliche Gründe für die Krankheit Migräne geben. Wir stochern in möglichen Triggern herum, unendliche an der Zahl wie es scheint, die in der Lage sind, den entzündlichen Prozess im Hirn ins Laufen zu bringen. Manche Trigger sind offensichtlich und jeder hat schonmal davon gehört. Rotwein zum Beispiel, dessen Ursache wahrscheinlich in einer Verarbeitungsschwäche von Tyramin liegt. Es ist immer gut, wenn man versucht, einem Trigger auf den Grund zu kommen und den Mechanismus zu verstehen. Insbesondere wenn der Trigger in der Biochemie verankert ist. Mehr von diesem Beitrag lesen

Der (Amine -) Teufel liegt oft im Detail!

Wenn Vitamin B und Antioxidiantien Migräne auslösen

Oder: Warum Vitamin B6 und Vitamin bei Histaminintoleranz kontraproduktiv sein können.

Im Zusammenhang mit Histaminintoleranz (HIT) und Mangel an Diaminoxidase (DAO) werden immer wieder Vitamin C und Vitamin B 6 als hilfreich für die Bildung der DAO gepriesen. So soll z.B. Vitamin C in hohen Dosierungen – 3000-5000 mg /Tag – sogar ein natürliches Antihistamin sein. Siehe hierzu auch meinen Beitrag zum Thema Histaminintoleranz (HIT) und Diaminoxidase (DAO). Mehr von diesem Beitrag lesen

Migräne Geschichten

InteressantWer sich mal informieren möchte, wie Migräniker leben, die am extremen Ende des Spektrums leben müssen, kann sich mal diese Seite hier zu Gemüte führen. Hier erzählen die Betroffenen selbst. Hardcore.

Chronische Migräne ist, so möchte ich noch hinzufügen, keine Seltenheit und sie kann jeden treffen. Die allerwenigsten Menschen werden mit chronischer Migräne geboren. Vielmehr entwickelt sich diese oft langsam und schleichend aus der episodischen, nur ab und zu vorkommenden, Migräne heraus.

Migräne ist mehr als Kopfschmerzen

Gerade habe ich gelesen, dass Ärzte in Großbritannien im Durchschnitt eine Stunde über Migräne ausgebildet werden. Ich frage mich, wie viel unsere Hausärzte über Migräne wissen, wenn sie in die freie Patientenwildbahn entlassen werden. Meine Erfahrung: den Briten ebenbürtig. Dieser kleine Film ist von einer britischen Migräneorganisation (The Migraine Trust), die ziemlich rege ist.

Übrigens, als Nachsatz zum Film, frage ich mich auch immer, wie ich Migräne beschreiben soll. Ich finde das sehr schwierig, weil in meiner Migränewelt zu den faktischen Schmerzen und allen leicht beschreibbaren Begleiterscheinungen (Schwindel, Übelkeit etc) immer noch eine andere Komponente hinzukommt. Hier geht es schließlich um die Hirnchemie. Mein Selbstgefühl, diese gewohnte Zusammensetzung aus Emotionen, Denken, Identität und sonstigen Komponenten verändert sich bei Migräne. Die Zusammensetzung dieser Komponenten stimmt dann irgendwie nicht mehr und führt zu extremem Unwohlsein. Viele nennen das Depression, ich denke, das ist noch was anderes. Schwierig, das alles auseinanderzuhalten.

Migräne – Das Monster in Mir

Es sollte viel mehr lustige Filme über Migräne geben. Gerade habe ich dieses Youtube Video von 2009 gefunden. Wer hat sich schon mal mit Sonnenbrille ins Meeting gesetzt?

 

Migränemittelchen und Werbung

Aspirin vs. ExcedrinAm Beispiel der amerikanischen Werbung ist mir kürzlich mal wieder aufgefallen, wie anders man hier in den USA mit dem Thema Migräne umgeht. Natürlich ist hier alles Disneyland und Hollywood, auch die Migräne. Die Werbung ist bunt und poppig und man hütet sich, schmerzgeplagte Menschen zu zeigen, die kurz davor sind, sich zu übergeben. Nein—hier in Amiland will man nur Erfolge sehen.

Ich will mal kurz die zwei nationalen Renner an frei erhältlichen Kopfschmerzmittelchen vergleichen: Excedrin (USA) und Migräne Aspirin (Deutschland). Dann werde ich die beiden ganz subjektiv polemisch bewerten. Zum selber nachgucken hier die Links zu den Webseiten von Excedrin und Migräne Aspirin. Mehr von diesem Beitrag lesen

Schmerzmanagement

Vor einer Weile hat sich das schon angekündigt, jetzt hab ichs im Bauch: ein Magengeschwür. Die Ursache ist ärztlich diagnostiziert: Zu viele NSAIDs, also die handelsüblichen Schmerzmittel. Und die dahinter liegende Ursache: Migräne.

NSAID sind meist nicht rezeptpflichtig. Dazu gehören Aspirin, Ibuprofen und andere. Migräne Aspirin habe ich ungefähr 10 Jahre in abartigen Mengen gegen meine Migräne genommen, bis ich Triptane verschrieben bekommen habe. Mit der Zeit habe ich zunehmend allergisch gegen Aspirin reagiert, die fielen dann also irgendwann weg. Dann bin ich auf Ibuprofen umgestiegen. Um nicht zu viele Triptane zu nehmen, habe ich natürlich so oft es ging Ibuprofen genommen. Und zwar immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, eine herannahende Migräne wird nur eine kleine oder mittelstarke. Jetzt habe ich ein Magengeschwür. Bisher nur ein kleines. Das war eigentlich vorhersehbar.

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Nicole: Migräne um 80% besser

Am 25. September 2013 hat Nicole in einen Kommentar von ihren Erfolgen mit der Migränediät geschrieben. Ich war natürlich neugierig und habe sie gebeten, noch ein bisschen genauer zu erzählen, wie es ihr so erging.
Folgend also der Kommentar, darunter dann weitere Informationen, die sie mir zur Veröffentlichung geschickt hat. Danke Nicole! Mehr von diesem Beitrag lesen

Was tun, wenn man abhängig von Triptanen ist

elektrolichtsÜber das Thema Triptane habe ich hier schon oft geschrieben. Es ist ein wichtiges Thema, denn im Moment sind Triptane für uns Migräniker die einzigen Medikamente, die wirklich Erleichterung versprechen. Nur, was macht man, wenn man das Gefühl hat, man ist abhängig, wenn die Migräne immer schneller wieder kommt, sobald man keine Triptane mehr nimmt? Wie ich in anderen Artikeln schon geschrieben habe, ist das Risiko, dass das passiert, bei Triptanen leider exorbitant hoch.

Dass das Risiko real ist, sehe ich in meinem Blog schon an den Suchausdrücken. Ich bekomme täglich eine Statistik, die mir aufzählt, welche Begriffe Menschen in Suchmaschinen wie Google, Bing oder anderen eingegeben haben. Nur um Ängsten vorzubeugen:  Natürlich weiß ich nicht, wer diese Begriffe eingegeben hat. Das weiß nur die NSA. Die häufigsten Suchausdrücke sind: „Abhängigkeit von Triptanen“, „Triptan Abhängigkeit was tun“ und ähnliche. Die Häufigkeit dieser Suchbegriffe deutet darauf hin, dass mit den Triptanen ein neues Problem aufgetaucht ist.

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Wie oft hast du denn Migräne?

Wie oft hast du denn Migräne?Eine Bekannte, die keine Erfahrungen mit Migräne hat, fragte mich letztens, wie oft ich Migräne hätte. Ich war etwas verwirrt über diese Frage, sie kam ein wenig unvermittelt und war die einzige Frage, die sie mir jemals über Migräne gestellt hat. Warum, dachte ich mir, stellt sie mir ausgerechnet diese Frage? Ist die Häufigkeit der Migräne tatsächlich der Hauptindikator, um sie einschätzen zu können?

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Die Migräne, die Pille und das Schlaganfallrisiko

Gehirn

Bevor ich in diesen etwas sperrigen Artikel einsteige, ein Hinweis. Die Pille, egal ob Minipille oder „Maxipille“, löst bei vielen Frauen Migräne aus. Nicht unbedingt gleich und sofort, sondern oft schleichend, nach Wochen oder sogar Monaten. Trotzdem gibt es bei der Politik der weiblichen Gesundheit noch andere Aspekte, die mir interessant erscheinen. Deshalb habe ich diesen Artikel geschrieben. Es geht mir dabei nicht darum, die Pille zu propagieren.

Update in 2017, hier.

Dass Frauen die Pille nicht verschrieben wird mit dem Argument sie hätten Migräne, das war mir neu. Bis Martina in einem Kommentar ihre Geschichte erzählte. Ich dachte: was ist denn da nur dramatisches passiert, dass jungen Frauen plötzlich die sicherste Art der Empfängnisverhütung verweigert wird? In den USA sind trotz der grundsätzlichen Verfügbarkeit moderner Verhütungsmethoden noch immer die Hälfte aller Schwangerschaften ungewollt—das Thema ist also nicht ganz trivial.

Die Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) hat 2012 eine Broschüre (3) herausgegeben, in welcher auf dieses Thema eingegangen wird. Sie schreiben:

Neurologen, Schmerztherapeuten und Kopfschmerzambulanzen berichten in letzter Zeit zunehmend von verunsicherten Patientinnen, denen eine orale Empfängnisverhütung ( Kontrazeption ) mit dem Hinweis verweigert wurde, sie seien Migränikerinnen.(3)

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