Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Kategorie-Archiv: Medikamente

Mit Migräne in die Notaufnahme

NotaufnahmeEs gibt viele Gründe, eine ambulante Behandlung bei Kopfschmerzen aufzusuchen. Vorstellig werden können Migräniker, die am Anfang ihrer Karriere stehen und noch keine Diagnose haben genauso wie altgediente Migräniker, die Schmerzen haben, die nicht in den Griff zu bekommen sind, weil sie z.B. zu stark sind oder zu lange dauern. Wenn man mit Migräne ins Krankenhaus geht, dann stellt man sich natürlich die Frage, wie man dort eigentlich behandelt wird und was der Unterschied ist zu den Mitteln, die man zuhause zur Verfügung hat. Um es vorweg zu sagen: In einem ambulanten Setting gibts einige Möglichkeiten. Je stärker ein Migräneanfall zum Beispiel ist, desto schlechter werden Medikemente über den Magen aufgenommen. Allein die Option der intravenösen Medikamentierung bietet einen gewaltigen Vorteil. Mehr von diesem Beitrag lesen

Prävention: Candesartan reduziert Migräne genauso effektiv wie Propranolol – mit anderem Nebenwirkungsprofil

CandesartanEine Studie aus Norwegen¹ zeigt Migränikern neue Optionen bei der prophylaktischen Behandlung von Migräne mit Blutdruck senkenden Mitteln auf. Candesartan gehört zur Klasse der Angiotensin II Inhibitoren und wurde entwickelt, um zu hohen Blutdruck und bestimmte Herzkrankheiten zu behandeln. Candesartan wirkt dabei ein wenig anders als Propranolol. Es blockiert einen Stoff im Körper, der die Blutgefäße zusammenzieht und bewirkt entsprechend eine Entspannung der Gefäße.² Mehr von diesem Beitrag lesen

Unverträglichkeit von Topiramat

TopiramatIch hatte nicht vor, diesen Monat zu einem Topiramat-bashing Monat zu machen. Es gibt definitiv Menschen, denen Topiramat hilft. Eher aus Zufall fällt mir jetzt schon wieder ein Papier in die Hände, das in der aktuellen Ausgabe der medizinischen Fachzeitschrift Cephalalgia nachzulesen ist. Dr. Jeff Donat, ein Neurologe, der sein Leben in einer kanadischen Kopfschmerzklinik bestritten hat, hat darauf hingewiesen, dass es zwei Studien gibt, die nachweisen, dass Topiramat von 44% aller Migräniker nicht vertragen wird. Dagegen wird Topiramat nur von 17% der Epilepsiepatienten nicht vertragen. Naja, denke ich mir dazu, Topiramat ist ja auch ein Epilepsiemedikament, und nicht wirklich ein Migränemedikament. Mehr von diesem Beitrag lesen

Topiramat soll das Risiko für Depressionen und Selbstmord verdreifachen

AntiepilepsieDeprWenn es ganz schlimm kommt, dann gibt es für Migräniker die Option, sich mit einem Epilepsiemittel prophylaktisch behandeln zu lassen. Das ist nicht so weit hergeholt, schließlich gibt es eine Menge Ähnlichkeiten zwischen Epilepsie und Migräne.
Der Wirkstoff, der hier vor allem verschrieben wird heißt Topiramat, das Produkt heißt Topamax. Seit 2009 ist das Patent ausgelaufen und der Wirkstoff sollte auch als Generika zu erhalten sein.

Ich habe Topamax auch mal verschrieben bekommen, und meine Neurologin bringt es immer wieder mal ins Gespräch. Ich habe mich aber schon vor über zehn Jahren, nachdem ich den Beipackzettel gelesen habe, dagegen entschieden und bleibe auch dabei. Meine Gründe damals waren vor allem die hohe Lebertoxizität des Medikaments und die hohe Wahrscheinlichkeit, ein Glaukom zu bekommen. Hinzugekommen im Laufe der Jahre sind unendlich viele anekdotische Berichte darüber, dass Leute das Gefühl haben, ihr IQ würde um die Hälfte sinken, wenn sie das Medikament nehmen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Nebenwirkungen von Propranolol

NebenwirkungenPropranolol ist eines der klassischen Prophylaxemittel, das gegen Migräne verschrieben wird. Ich habe das Mittel jetzt endgültig abgesetzt, denn es hat angefangen, mich ernsthaft krank zu machen.

Propranolol ist ein Betablocker, der eigentlich verschrieben wird, um Menschen mit Bluthochdruck zu behandeln. Es ist auch im Gespräch, Angstzustände, Panik und Posttraumatische Belastungsstörungen zu behandeln. Mehr von diesem Beitrag lesen

Neue Prophylaxe gegen Migräne

CGRPDarauf warten wir ja schon lange, nämlich dass die Migräneforschung ein bisschen Fahrt aufnimmt und neue Behandlungmethoden entwickelt. Vor zwei Tagen hat die American Academy of Neurology eine Pressemitteilung herausgegeben, die Hoffnung macht. Zum ersten mal in der Geschichte der Migränebehandlung wird, soll man diesem Bericht glauben, an einer medikamentösen Prophylaxe gearbeitet, die explizit gegen Migräne helfen soll. Mehr von diesem Beitrag lesen

Migränemittelchen und Werbung

Aspirin vs. ExcedrinAm Beispiel der amerikanischen Werbung ist mir kürzlich mal wieder aufgefallen, wie anders man hier in den USA mit dem Thema Migräne umgeht. Natürlich ist hier alles Disneyland und Hollywood, auch die Migräne. Die Werbung ist bunt und poppig und man hütet sich, schmerzgeplagte Menschen zu zeigen, die kurz davor sind, sich zu übergeben. Nein—hier in Amiland will man nur Erfolge sehen.

Ich will mal kurz die zwei nationalen Renner an frei erhältlichen Kopfschmerzmittelchen vergleichen: Excedrin (USA) und Migräne Aspirin (Deutschland). Dann werde ich die beiden ganz subjektiv polemisch bewerten. Zum selber nachgucken hier die Links zu den Webseiten von Excedrin und Migräne Aspirin. Mehr von diesem Beitrag lesen

Schmerzmanagement

Vor einer Weile hat sich das schon angekündigt, jetzt hab ichs im Bauch: ein Magengeschwür. Die Ursache ist ärztlich diagnostiziert: Zu viele NSAIDs, also die handelsüblichen Schmerzmittel. Und die dahinter liegende Ursache: Migräne.

NSAID sind meist nicht rezeptpflichtig. Dazu gehören Aspirin, Ibuprofen und andere. Migräne Aspirin habe ich ungefähr 10 Jahre in abartigen Mengen gegen meine Migräne genommen, bis ich Triptane verschrieben bekommen habe. Mit der Zeit habe ich zunehmend allergisch gegen Aspirin reagiert, die fielen dann also irgendwann weg. Dann bin ich auf Ibuprofen umgestiegen. Um nicht zu viele Triptane zu nehmen, habe ich natürlich so oft es ging Ibuprofen genommen. Und zwar immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, eine herannahende Migräne wird nur eine kleine oder mittelstarke. Jetzt habe ich ein Magengeschwür. Bisher nur ein kleines. Das war eigentlich vorhersehbar.

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Was tun, wenn man abhängig von Triptanen ist

elektrolichtsÜber das Thema Triptane habe ich hier schon oft geschrieben. Es ist ein wichtiges Thema, denn im Moment sind Triptane für uns Migräniker die einzigen Medikamente, die wirklich Erleichterung versprechen. Nur, was macht man, wenn man das Gefühl hat, man ist abhängig, wenn die Migräne immer schneller wieder kommt, sobald man keine Triptane mehr nimmt? Wie ich in anderen Artikeln schon geschrieben habe, ist das Risiko, dass das passiert, bei Triptanen leider exorbitant hoch.

Dass das Risiko real ist, sehe ich in meinem Blog schon an den Suchausdrücken. Ich bekomme täglich eine Statistik, die mir aufzählt, welche Begriffe Menschen in Suchmaschinen wie Google, Bing oder anderen eingegeben haben. Nur um Ängsten vorzubeugen:  Natürlich weiß ich nicht, wer diese Begriffe eingegeben hat. Das weiß nur die NSA. Die häufigsten Suchausdrücke sind: „Abhängigkeit von Triptanen“, „Triptan Abhängigkeit was tun“ und ähnliche. Die Häufigkeit dieser Suchbegriffe deutet darauf hin, dass mit den Triptanen ein neues Problem aufgetaucht ist.

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Die Migräne, die Pille und das Schlaganfallrisiko

Gehirn

Bevor ich in diesen etwas sperrigen Artikel einsteige, ein Hinweis. Die Pille, egal ob Minipille oder „Maxipille“, löst bei vielen Frauen Migräne aus. Nicht unbedingt gleich und sofort, sondern oft schleichend, nach Wochen oder sogar Monaten. Trotzdem gibt es bei der Politik der weiblichen Gesundheit noch andere Aspekte, die mir interessant erscheinen. Deshalb habe ich diesen Artikel geschrieben. Es geht mir dabei nicht darum, die Pille zu propagieren.

Update in 2017, hier.

Dass Frauen die Pille nicht verschrieben wird mit dem Argument sie hätten Migräne, das war mir neu. Bis Martina in einem Kommentar ihre Geschichte erzählte. Ich dachte: was ist denn da nur dramatisches passiert, dass jungen Frauen plötzlich die sicherste Art der Empfängnisverhütung verweigert wird? In den USA sind trotz der grundsätzlichen Verfügbarkeit moderner Verhütungsmethoden noch immer die Hälfte aller Schwangerschaften ungewollt—das Thema ist also nicht ganz trivial.

Die Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) hat 2012 eine Broschüre (3) herausgegeben, in welcher auf dieses Thema eingegangen wird. Sie schreiben:

Neurologen, Schmerztherapeuten und Kopfschmerzambulanzen berichten in letzter Zeit zunehmend von verunsicherten Patientinnen, denen eine orale Empfängnisverhütung ( Kontrazeption ) mit dem Hinweis verweigert wurde, sie seien Migränikerinnen.(3)

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Alles, was man über Triptane wissen muss. Neue Broschüre von Consumer Reports.

CR_triptaneEine brandneue Broschüre über Triptane ist Anfang diesen Jahres von Consumer Reports herausgegeben worden. Consumer Reports ist hier in den USA sowas ähnliches wie Stiftung Warentest in Deutschland und im Allgemeinen liefern die recht brauchbares Zeug ab. Wer des Englischen mächtig ist, sollte sich das PDF durchaus mal anschauen. Alle neuesten Studien sind berücksichtigt worden und alle möglichen Themen werden besprochen wie: Wirksamkeit von Triptanen, Nebenwirkungen, Risiken, Dosierungen (es gibt da einen early-treatment trial), Interaktionen mit anderen Medikamenten, bis hin zu Unterschieden in Alter, Rasse (das ist halt Amerika) und Geschlecht und einer Liste, wie man am besten das Gespräch mit dem Arzt führt. Ach ja, Preisanalysen gibts auch noch.

Ich weiß, dass es sowas in Deutschland auch gibt, aber das hier ist wirklich extrem umfangreich und konsumentenfreundlich gemacht. Nicht im Beipackzettel-Stil oder in wissenschafts-sprech aber auch nicht banal oder mit Allgemeinplätzen gefüllt. Ich finde, das Ding ist ganz ordentlich geworden.

Hier ist das pdf zum Runterladen, wen es interessiert. Ist 2MB groß.

Quelle:
Consumer Reports Best Buy Drugs (TM): Using the Triptans to Treat: Migraine Headaches. Comparing Effectiveness, Safety, and Price. Published March 2013.

Betablocker ausschleichen

Immer wieder werde ich danach gefragt, wie man Betablocker absetzt. Da ich sie schon mal abgesetzt habe, hier das Geheimnis, so wie mein Arzt es mir aufgetragen hat. Mehr von diesem Beitrag lesen

Missbrauch von Triptanen

TriptaneTriptane sind eine tolle Sache, denn sie können Migräne so wirkungsvoll abbrechen wie sonst kaum ein anderes Medikament. Wer oft Migräne hat und oft Triptane nimmt, stellt sich irgendwann natürlich die eine oder andere Frage, die damit verbunden ist. Zum Beispiel: Was passiert eigentlich, wenn man zu viele oder zu oft Triptane nimmt? Machen Triptane abhängig?

Wenn man die Migräne Diät macht und sich auf die Theorie einlässt, die an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore gelehrt wird, dann ist dieses Thema von großer Bedeutung. Triptane haben die Macht, Migräne sehr wirkungsvoll zu beseitigen, aber sie können auf der anderen Seite auch sehr schnell Migräne erzeugen. Wie das? Mehr von diesem Beitrag lesen

Wie gut wirken unterschiedliche Triptane?

Sumatriptan

Sumatriptan

Ich frage mich immer, wie die Menschen früher ihre Migränen überlebt haben, als es noch keine besonderen Migräne-Schmerzmittel wie Triptane gab. Meine Urgroßmutter zum Beispiel soll regelmäßig mit einem Essiglappen auf der Stirn in ihrem Zimmer anzutreffen gewesen sein. Ich weiß nicht, wie gut das die Migräne gelindert hat, ich stelle mir jedenfalls vor, dass es bestimmt nicht gut gegen Übelkeit war, bei mir wäre es jedenfalls gut für Übelkeit gewesen. Obwohl ich ganzheitliche Heilweisen vorziehe wo es geht, muss ich sagen, dass man mich mit einem Essiglappen wahrscheinlich aus dem schlimmsten Migränekoma holen und quer durchs Dorf jagen könnte. Mehr von diesem Beitrag lesen

Migräne ist eine Krankheit – oder?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse in meiner persönlichen Migränegeschichte war die, dass Migräne eine ernstzunehmende Krankheit ist. Diese Erkenntnis kam nicht über Nacht, sie hat sich sehr langsam und unter Ge- und Missbrauch sehr vieler Schmerzmittel entwickelt. Viele, viele Jahre dachte ich, dass meine Kopfschmerzen, genauso wie die meiner Mutter und die meiner Urgroßmutter, ein Zipperlein wären, um die man besser nicht so ein großes Brimbamborium macht. Eine Frauensache irgendwie (dachte ich), genauso wie die Menstruation— hat auch weh getan. Gehört halt dazu, passiert halt, leiden viele drunter. Also: ist nicht so schlimm. Mehr von diesem Beitrag lesen