Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Kategorie-Archiv: Symptome

Wahrnehmen und Beschreiben von Migräne

imageIch erinnere mich noch genau an meine erste, große Migräneattacke—es war ein zutiefst irritierendes und verstörendes Erlebnis.

Ich muss gerade 30 geworden sein, es war wunderbares Wetter und ich saß mit einer Freundin in einem Café in Berlin am Ufer, draußen an einer der typischen Outdoor-Kombis bestehend aus Holztisch und -bank. Die Vögel zwitscherten, ich hatte ein großes Glas Apfelsaftschorle vor mir stehen und wir erzählten uns, was gerade so los war. Irgendwann begann ich mich unwohl zu fühlen. Diffus unwohl: Irgendwie nicht gut. Mehr von diesem Beitrag lesen

Mini – Migränen

Ich habe es ja schon öfters mal erwähnt: Seit die Migräne Diät so gut bei mir angeschlagen hat, hat sich eine neue Art Migräne entwickelt, die ich vorher nicht kannte: Die Mini – Migräne. Die Namensgebung ist von mir und bezieht sich natürlich stark auf mein subjektives vorher-nachher Empfinden. Irgendwie fasziniert mich diese für mich neue Migräne-Art auch; sie ist ein Zeichen dafür, dass sich in meiner Migräne-Struktur oder in meinem Stoffwechsel etwas grundlegendes verändert hat. Was nur?

Bevor ich mit der Migräne Diät begonnen habe, hatte ich hauptsächlich eine bestimmte Art von Migräne: die Hulk-Art. Wenn sie mich erwischt hat, dann gab es kein Entkommen und es hat mich mit Macht hingehauen. Krümmen, kotzen und manchmal ernsthaft denken, ich sterbe. Eher selten hatte ich diese Zwischenzustände, wo man so ein bisschen Migräne hat, diese nur kurze Zeit dauert oder sie eben irgendwie schwach ausgeprägt ist. Mehr von diesem Beitrag lesen

Die Geschichte mit dem MRI

Jetzt wo mir wegen des todkranken Hundes ständig nur existenzielle Dinge, die Vergänglichkeit des Lebens und wie schnell der Tod da sein kann durch den Kopf gehen ist ein guter Moment, um mal die Geschichte mit dem MRI zu erzählen.

Ich hatte immer Angst, dass ich Migräne habe, weil ich was im Gehirn habe. Entweder ein Tumor oder ein sich ankündigendes Aneurisma. Letztere Angst war nicht unbegründet: meine Mutter hatte ihr Leben lang Migräne. Im Alter von 63 dann kippte sie plötzlich während der Gartenarbeit um und war tot. Grund: Sie hatte ein Aneurisma im Kopf. Seit dem saß diese Idee natürlich in meinem Kopf (sozusagen): was, wenn ich das geerbt habe? Was, wenn das der Grund für meine Migräne ist? Immer wenn ich eine besonders schlimme Migräne hatte, hatte ich Todesangst: ich sah mich schon wenige Stunden später leblos im Bett liegen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Retinale Migräne II

Gestern wachte ich wieder mal mit einer Halluzination auf. Ein wirklich hübscher, gelber Stern erscheint beim Aufwachen in meinem Gesichtsfeld. Er ist aus lauter gelben Punkten zusammengesetzt, nicht ganz so grell wie sonst meine bunten Bilder, eher ein bisschen durchsichtig. Ich denke noch schlaftrunken: mann, wenn das mal keine Migräne gibt. Nach dem Frühstück setze ich noch frohen Mutes meinen Migränezähler hoch, aber dann erwischt es mich doch. Die Kopfschmerzen entwickeln sich, vom linken Auge ausstrahlend. Es ist nicht so schlimm wie sonst und ich rupfe noch ein paar Stunden Unkraut draussen. Aber gegen Abend wird der Schmerz bissiger und ich lege mich ins Bett. Ibuprofen helfen nicht, aber ich bin wild entschlossen, keinen Triptan-„Rückfall“ zu bekommen. Und siehe da: ich überstehe die zwei Tage Migräne ganz gut. Der Schmerz wird nie wirklich unerträglich, ausserdem finde ich einen neuen Verbündeten: einen Eisbeutel. Mein Auge und die dahinter liegenden Areale fühlen sich schlichtweg fies entzündet an, die Kälte lindert den Schmerz relativ schnell und wirksam. Mehr von diesem Beitrag lesen

22. Tag: Anfall

So ist das mit meiner 21 Tage Grenze. Gestern hat dann doch die innere Kopfschmerzuhr gesiegt. 22. Tag: Kopfschmerzen. Allerdings: sanfte, denn Ibuprofen einmal morgens und einmal abends haben ausgereicht und ich hatte einen ganz normalen Tag.

Ich habe nun die ganze Zeit darüber nachgedacht, wie ich meine Zählung weiterführen soll und ob ich dieses Ereignis jetzt richtiggehend als Anfall bewerten soll. Denn: Das, was ich üblicherweise als meine Migräne bezeichne fängt da an, wo keine normalen Tabletten mehr helfen und ich mich entweder nur mit einem Triptan über den Tag rette oder ich sogar ins Bett muss. Das war jetzt beides nicht der Fall. Es ist ganz offensichtlich, dass das hier eine extrem sanfte Variante war.

Und genaugenommen ist es so: sollte es genau so weitergehen, dass ich alle drei Wochen einen Tag Kopfschmerzen habe, den ich mit Ibuprofen in den Griff bekomme, dann würde ich mich auf die Dauer subjektiv empfunden als geheilt betrachten. Trotzdem beschließe ich, dass ich jetzt erst einmal alles eher streng bewerte, denn ich will das Ergebnis meines Migräne Projektes möglichst klar und eindeutig darstellen. In meinen Kopfschmerzkalender trage ich eine 1 ein, für mild.

Heute, am zweiten Tag ist übrigens alles wieder weg, ich habe einen glasklaren, freien Kopf.

21 Tage Anfallfrei

Heute bin ich 21 Tage ohne Anfall und ohne Schmerzen. 3 Wochen sind bei mir eine physische aber noch mehr eine psychologische Grenze. Manchmal, nicht sehr oft allerdings, habe ich Phasen von 3 Wochen ohne Migräne gehabt. Sie haben mich immer in wilde Hoffnungen über eine mögliche Besserung gestürzt, manchmal dachte ich sogar: jetzt ist sie weg. Dann, ein paar Tage später hatte ich sie dann meistens wieder. Die Grenze von drei Wochen habe ich dabei selten überschritten. Danach war alles wie immer: Migräne alle 1-2 Wochen für 2-3 Tage.

Die ganze letzte Woche habe ich jetzt schon dieser 3 Wochen Grenze entgegengefiebert. Jetzt habe ich sie endlich geknackt. Witzigerweise kam dann heute nacht wieder die Ankündigung eines Anfalls, so wie das letzte und vorletzte Woche öfters der Fall war, diese Woche aber ziemlich nachgelassen hatte: Gegen drei aufgewacht mit unterstem Blutdruck, gefroren, Auraklaue, leichter Tinnitus und Schwindel. Und: nach den letzten Kommentaren von Sal habe ich meine Wahrnehmung geschärft: ich hatte tatsächlich eine verstopte Nase und fühlte mich kränkelnd 😉

Nun, nach dem Aufstehen war alles wieder restlos weg, während dieser ganzen Episode hatte ich keinerlei Schmerz. Es ist vorbei. Jetzt, nachdem der erste kleine Rekord geknackt ist, wird es für mich extrem spannend. In den Berichten, die ich gelesen habe, brauchten einige Leute immerhin ein paar Monate, bis sich eine deutliche Wirkung zeigte.

Migräne versus Kopfschmerzen

Zwischen Migräne und Kopfschmerzen besteht ein klarer Unterschied. Wird behauptet. In der Fachliteratur wird zumindest ganz klar zwischen Spannungskopfschmerz und Migräne unterschieden. Dass Migräne sehr unterschiedliche Ausprägungen hat, ist zumindest in den neueren Forschungen endlich berücksichtigt. Beim Stöbern auf der Webseite der Deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft bin ich sogar auf eine Seite mit dem Titel „Seltene Kopfschmerzen“ gestoßen, da wird sogar meine Retinale Migräne und Aura ohne Kopfschmerz erwähnt. Wow.

Interessant ist dazu auf jeden Fall, dass Dr. Buchholz keinen Unterschied macht zwischen Kopfschmerzen und Migräne. Er sagt, alles unterliegt dem gleichen Mechanismus, die Migräne ist nur eine gesteigerte Form. Natürlich ist diese Ansicht extrem umstritten;-)

Meine eigene Erfahrung bestätigt diesen Ansatz eigentlich. Erst hatte ich jahrelang und nur ganz selten so eine Art „Ereignisse“ im Kopf, so etwas wie ein unangenehmer Druck. Dann hatte ich Kopfschmerzen. Sie waren erst leicht, dann wurden sie immer stärker. Sie waren nie einseitig und immer sehr dumpf und drückend im gesamten Kopf. Die Entwicklung war extrem langsam und fließend. Erst später wurde der Schmerz halbseitig und pochend, noch später dann gab es immer wieder Verdichtungen auf z.B. einen ganz bestimten Punkt im Kopf. Und meine schrille „Retinale Migräne“ habe ich, wie gesagt, erst seit einigen Monaten.

Chronisch

Du liebe Güte, in meinem Kopf geht es zu – ich weiss gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Als wären alle sieben Zwerge auf einmal aktiv, ich weiss nur nicht, was die da treiben. Den ganzen Tag ein einziges Pochen, Klopfen, Ziehen, Drücken und Wummern, in unregelmäßigen Abständen und immer sanft genug, um nicht als expliziter Schmerz bewertet zu werden, dankenswerterweise. Ich denke dauernd, das ist jetzt der unterste Level meiner Migräne, die unterdessen, ohne das ich es gemerkt habe über die Jahre, chronisch geworden ist. Ich habe es nicht gemerkt, weil ich immer genug gefäßverengende Medikamente oder Coffein in mir hatte die, solange nur ein bisschen davon in meinem Organismus war, dafür gesorgt haben, dass die Gefäße genügend zusammengezogen blieben. Was nicht bedeutet, dass sie nicht entzündet waren. Jetzt, wo nichts dergleichen mehr da ist, sind die Gefäße, wie sie sind: ein klein wenig dauerentzündet und geschwollen.

Auf die Dauer werden sich die über die Jahre so kränkelnd gewordenen Gefäße hoffentlich wieder beruhigen und heilen. Insofern bewerte ich die sieben Zwerge jetzt als eine Art Rückbau-Truppe.

Halluzinationen

Irgendwann vor ein paar Monaten öffnete ich morgens die Augen und sah alles in einem grellen Gelb, das mit einem gitterartigen Muster unterlegt war . Ich zwinkerte ungläubig mit den Augen, nicht sicher ob ich noch schlief oder ob ich am Abend davor zu viele gelbe Gummibärchen gegessen hatte. Nach einer Weile war das Ereignis weg und ich vergaß es wieder. Bis zwei Wochen später ein neues, noch grelleres Bild in Orange und einem spinnenwebenartigen Muster erschien. Und so ging es weiter.

Dass Migräne Halluzinationen (oder sagen wir: Sehstörungen, das klingt nicht so gestört) auslösen kann, habe ich bis vor ein paar Monaten selbst nicht gewusst. Leider auch nicht mein hiesiger Hausarzt, der mich gleich mit Verdacht auf einen Tumor am Sehnerv zum MRI geschickt hat. Mehr von diesem Beitrag lesen

Fatigue

Heute ist ein besonders guter Tag mit dem freiesten Kopf der Welt. In meinem Schädel ist alles dermaßen unverkrampft und ungeschwollen, dass er sich geradezu leer anfühlt. Der Effekt ist ein schier überbordendes Ausmaß an Energie, das sogar zu furchterregenden Gesängen in der Badewanne geführt hat. Das macht es mir möglich, einmal ein Wort über Fatigue zu verlieren, diese nagende Dauererschöpfung, die es schwer macht, klare Gedanken zu fassen oder die Hand zu heben, um die Enter Taste zu drücken.

Was könnte das Erschöpfungssyndrom mit Migräne zu tun haben? Meiner Ansicht nach: alles. Wer ständig Entzündungsprozesse im Gehirn hat und immer wieder tagelang unter schweren Schmerzen leidet, laugt auf die Dauer aus. Mehr von diesem Beitrag lesen

Migräne ohne Migräne II – und ein Wort zu Glutamat

Noch immer keine Attacke. Der Druck im Kopf ist ein wenig größer als gestern, aber immer nur zeitweilig um dann wieder zu verschwinden. Und noch immer: Keinerlei Kopfschmerzen. Das bedeutet: Aus meiner Migräne wurde keine Migräne.

Später dann rumgelaufen und Tiefkühlpommes ohne Geschmacksverstärker und andere triggernden Zusätze gesucht. Ich hatte schon Angst, das gibt es nicht. Aber: Volltreffer. Wenigstens muss ich jetzt nicht völlig auf Junkfood verzichten.

A pro pos Pommes: Ich meide Fast Food Ketten, wo es geht – es schmeckt mir auch nicht. Bis auf eine Ausnahme: Ich liebe Pommes. Deshalb gabs in regelmäßigen Abständen die Ausnahme zur Regel: eine große Portion Pommes bei Mc.D.. Womit wir zum Glutamat kommen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Migräne ohne Migräne

Wow, wieder was Neues:
seit gestern abend alle Vorwarnungen, Anzeichen und Symptome, die sonst mit einer Migräne kommen: Die Aura-Klaue (meine tauben und sich geschwollen anfühlenden Hände), Mattheit, Schwindel, ausgeprägte Überempfindlichkeit gegen Licht, lauter als sonst wahrgenommene Geräusche und einen gewissen Druck im Kopf. Aber: Keine Migräne, keine Kopfschmerzen welcher Art auch immer. Mein Kopf ist völlig frei. Das ist ein neues Muster, denn üblicherweise ist es so, dass wenn diese gesammelte Menge an Symptomen da ist, dann ist die Monstermigräne auch da. Die Spannung aber bleibt, denn meinem alten Muster folgend ist der zweite Migränetag oft der schlimmere, also sehen, was morgen passiert.
Bewertung: Das Migräne Projekt zeigt Wirkung. Nach nur zwei Wochen.

Tag 10 – Den Schmerz beschreiben

Warum gibt es eigentlich nur ein einziges Wort für Schmerz? Für Schnee, Regen und alles dazwischen haben wir immerhin auch ein paar Worte, die genauer definieren, was da vor sich geht. Bei Schmerz ist das nicht so. Schmerz ist Schmerz. Schmerz kann nur mit hilfe eines Adjektivs beschrieben werden, eigentlich auch nur mit einem prädikativen Adjektiv.  Der Schmerz ist pochend, kann man da sagen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Tag 9 – Neue Wahrnehmungen

Die letzten Tage hatte ich  immer wiederkehrende Prä-Migränesymptome wie das Aurasymptom von gestern oder die geschwollenen Gefäße, die Druck auf den Kopf ausüben. Nichts von alledem hat bisher in eine richtige Migräne gemündet. Ob das jetzt schon eine wirkliche Besserung ist? Man wird sehen. Ich muss korrekterweise  sagen, dass ich natürlich schon mit der Lebensmittelumstellung begonnen habe. Aber darüber werde ich genauer berichten, wenn die Coffein und Tabletten Enzugsphase vorbei ist. Wenn es eine Besserung gibt, dann hat diese natürlich auch mit der Ernährungsumstellung zu tun. Aber ich schreibe jetzt hier nicht weiter, ich traue dem Braten nicht. Zu oft habe ich nach irgendwelchen neuen Prophylaxen gedacht, dass alles Gut wird. Bisher war alles nur ein vorübergehender Placeboeffekt. Mehr von diesem Beitrag lesen

Tag 8 – Die Aura Klaue

Die Bezeichnung Aura für Symptome, die vor dem Migräneanfall auftreten, fand ich schon immer sehr unpassend. Wenn ich visuelle Erlebnisse hätte, na gut. Aber wenn ich auf meine tauben Hände starre und um mich herum wackelt die Welt, dann kommen mir alle möglichen Wortassoziationen, wie zum Beispiel Teigfladen. Oder Zombikrallen. Aber nicht Aura. Mehr von diesem Beitrag lesen