Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Kategorie-Archiv: Zusammenfassungen

Abschied vom Migräne Count und vom Kopfschmerztagebuch

Seit einer ganzen Weile überlege ich, was ich an meinem Blog ändern sollte. Ich blogge immer seltener, was ein klarer Ausdruck dafür ist, dass es an der Zeit für eine Veränderung ist. Den ersten Schritt, den ich gehen möchte ist, meinen Migräne Count hier im Blog und mein Kopfschmerztagebuch zuhause abzuschaffen. Irgendwie spiegelt das alles nicht mehr richtig meine Migränewelt wieder. Ich werde mal versuchen, das zu erklären.
Ich mache die Migräne Diät jetzt seit Anfang letzten Jahres. Viel hat sich geändert seitdem, ich bin weit gekommen und finde, dass unter dem Strich die ganze Sache eine großer Erfolg für mich war und ist.

Vor über zehn Jahren habe ich angefangen, ein Kopfschmerztagebuch zu führen. Es war mein Migräne-„Coming-Out“, als ich mir selber eingestanden habe, dass ich da ein Problem habe, um das ich mich mal aktiv kümmern sollte. Das genaue dokumentieren, wann ich Kopfschmerzen hatte and wie intensiv die Kopfschmerzen waren, war ein wichtiger Prozess der Bewußtwerdung. Als ich mir damals die Ergebnisse der ersten Monate angesehen habe, habe ich nicht schlecht gestaunt: „Oh,“ dachte ich. „So oft habe ich Kopfschmerzen? Ist mir gar nicht aufgefallen.“ Mehr von diesem Beitrag lesen

Was gibts Neues?

Zu lange schon habe ich jetzt nichts mehr berichtet. Gibt es etwas neues? Ja und nein. Wie ich berichtet hatte, habe ich vor einer Weile wieder mit einer Prophylaxe angefangen, Betablocker. Es ist deprimierend, aber ohne Prophylaxe ist mein Kopf wie ein nervöses Pferd, ständig auf dem Sprung und am Durchgehen sobald die kleinste Irritation auftritt. Ich habe jetzt erst einmal bewusst die bekannten und ungeliebten Nebenwirkungen der Betablocker in Kauf genommen, um meinen Kopf wieder in ein ruhiges Fahrwasser zu bekommen. Hat das geklappt? Ja, schon.
(P.S. Ich könnte schon wieder zehn zornige Artikel schreiben darüber, wie beschissen ich Betablocker eigentlich finde, haha, nun sitze ich wohl im Glashaus…)

Trotzdem, was bleibt ist dann doch eine permanente Auseinandersetzung mit irgendwelchen Befindlichkeiten, viele „kleine“ Migränen, die keine richtigen Anfälle werden (und die ich nicht zähle), die aber doch nervig genug sind um mir den Tag oder auch nur ein paar Stunden zu verderben. Aber – ohne Prophylaxe sind alle diese „kleinen“ Migränen, die Zwischenzustände, Anfänge, Kurzkopfschmerzen oder manchmal auch nur reine physische Schmerzen wie dieser Tage dieser Schmerz, der vom Auge aus ins Hirn vorstieß, ein lästiger, aber eigentlich nur unbedeutender rein körperlicher Schmerz, der in keinster Weise mit dem vernichtenden Krampfen im Hirn vergleibar ist. Dankbar nehme ich diese Dinge hin, wissend dass ich ohne Prophylaxe niedergeschmettert und ins Bett verbannt wäre.

4 Monate das Migräne Projekt

Zermürbend regelmäßige Migräne alle 10-14 Tage, tagelanges im Bett liegen, krümmen, kotzen, röcheln, gebückt herumlaufen und den hämmernden Kopf halten, krank melden oder zitternd auf der Betriebstoilette sitzen, permanent und immer mehr Triptane – vorbei. Endgültig. Vor genau vier Monaten habe ich mit dem Migräne Projekt begonnen und wie hat sich meine Welt geändert. Schon nach kurzer Zeit ging die Häufigkeit meiner Migräneattacken radikal zurück. Im weiteren Verlauf dann nur noch ungefähr eine Episode pro Monat, stark abgeschwächt und immer gut mit Ibuprofen in den Griff zu bekommen. Mit dem heutigen Tag bin ich schon wieder über einen Monat komplett kopfschmerzfrei. Je länger das Projekt läuft, desto besser geht es.

Ich betone die vier Monate so, weil das laut Buch die (sozusagen ärztlich verordnete) Zeitgrenze ist, die man die Migräne Diät konsequent durchhalten soll. Danach kann man langsam wieder anfangen, einzelne Lebensmittel hinzuzufügen und testen, was nun genau ein persönlicher Trigger ist und was nicht. Ich bin mir zum Beispiel sehr sicher, dass Glutamat einer meiner ganz großen Migräneverursacher ist.

Jetzt ziehen vor meinem inneren Auge die wunderbarsten kulinarischen Möglichkeiten vorbei: Frische Tomaten im Salat und Spaghetti alla puttanesca, würzige Zwiebeln in den Bratkartoffeln, Zitronensaft auf frisches, knackiges in Knoblauchwasser gedünstetes Gemüse, ah…  Womit fange ich nur an?

40 Tage ohne Migräne

Wow, was für eine Zahl. 40. So viele Tage ohne Migräne.

Jeden morgen aufspringen und denken: yeah, das wird ein guter Tag! Und dann vergessen, dass es einen schmerzenden Kopf geben könnte, einen Tag im Bett mit Übelkeit und unendlichem: ich halts nicht mehr aus. Nichts dergleichen. Heute morgen habe ich am Frühstückstisch den geschätzten Lebenspartner gefragt: „Sag mal, seit wir uns kennen (elf Jahre) hats das noch nie gegeben, oder?“ Und er nickte nachdenklich und meinte:“Nee, nicht einmal. Es hat dich einfach ständig hingehauen.“ Deshalb ist dieser Sonntag nun ein echter Grund zum Feiern. Ich lasse die Sektkorken knallen – ach nein, ich koche einen Kräutertee.

Der Zwei-Monats-Knick

Allen, die sich neben meinem Geschreibe hier weitere subjektive Eindrücke und Erfahrungen mit diesem Ernährungsansatz anschauen wollen, empfehle ich wärmstens die Rezensionen auf der amerikanischen Amazon-Seite. Ich finde sie immer wieder schlichtweg atemberaubend. Fast 300 Menschen, die dieses Buch gekauft und die Methode versucht haben, berichten da von ihren Erfahrungen. Manche dieser Geschichten rühren mich zu tränen.

Jedenfalls, was ich eigentlich erzählen wollte, beim Lesen dieser Geschichten ist mir aufgefallen, dass einige Leute berichten, dass sich nach zwei Monaten eine deutliche Änderung einstellt. Für einige waren die Kopfschmerzen nach zwei Monaten der Migräne Diät so gut wie weg (kleinere Rückfälle ausgenommen). Bei mir scheint es auch so eine Art Zwei Monats Grenze zu geben. In den ersten fünf Wochen hatte ich noch zwei mal Migräne. Jetzt habe ich schon bald fünf Wochen lang gar keine Kopfschmerzen mehr gehabt. Zusammen mit meiner weiter ansteigenden Lust auf Bewegung scheint es mir, dass sich der Stoffwechsel irgendwie verändert…

Zwei Monate das Migräne Projekt

Das Migräne Projekt ist nun schon zwei Monate alt.
Ich werde jetzt nicht wieder eine Zusamenfassung posten, denn seit der letzten gibts nicht viel Neues zu berichten: mir gehts einfach super und ich steuere wieder tapfer auf meine drei Wochen Marke ohne Migräne zu. Diese Tatsache war mir dann doch diesen Post hier wert 😉

Update

Nur mal ein kurzer Zwischenbericht. Was macht mein Migräneprojekt? Im März hatte ich nur einen einzigen leichten Kopfschmerztag und über den April kann ich noch nicht so viel sagen – wir haben ja noch nicht mal Mitte April. Ich lerne täglich über die allgemeinen Ernährungsregeln und meine eigenen Ernährungsbe- bzw empfindlichkeiten hinzu.

Diese tägliche Aufgabe, sich zu ernähren, ohne dass man sich wirklich auf einer Diät fühlt, das ist wirklich die größte Herausforderung im Moment. Ich habe ein bisschen unfreiwillig an Gewicht verloren, was wohl an den vielen frischen Gemüsemahlzeiten liegt. Zu gesund ist mein Körper nun auch nicht gewohnt. Also habe ich immer wieder massive Heisshungerattacken. Vor einer Weile wars Fett, mein Körper wollte immer noch herzhaftere und substanzhaltigere Dinge. Also habe ich Chips gekauft (nur Kartoffeln, Salz und Fett als Inhaltsstoffe). Jetzt ist es gerade Süßkram. Da gibt es wenig Alternativen zum Selberbacken. Ich fühle mich ein bisschen in der Klemme, weil ich so schlecht spontan irgendwo essen gehen kann. Aber wie gesagt, nach vier Monaten wird successive gelockert.

Insgesamt fühle ich mich wacher und fitter. Mein Kopf ist jetzt meistens völlig klar und frei, nur noch sehr wenig zeigen sich diese Zwischenzustände, bei welchen man keine Kopfschmerzen hat, aber irgendwie eine dicke Birne. Das ist übrigens ein Effekt des Migräne Projektes, mit dem ich nicht so unmittelbar gerechnet hatte. Ich habe mich vorher mehr in der Welt von Attacken ja oder nein bewegt. Ich denke über ein neues Sportprogramm für mich nach, denn ich habe mehr Energie und habe das Gefühl, dass ich diese auch auspowern möchte.

Zusammenfassung also: das Migräne Projekt zeigt Wirkung, auch wenn nicht sofort wie auf Knopfdruck alle Attacken vollständig abgeschaltet sind. Ich bin mehr als zufrieden.

Das wäre ihre Migräne gewesen

Seit meinem letzten notierten Kopfschmerztag vor 8 Tagen hat sich mein Kopf sehr gut gehalten. Er fühlt sich stabiler an, weniger Anflüge von Spannungen oder anderen Formen des Unwohlseins. Gestern hatte ich ein ähnliches Erlebnis wie vor 8 Tagen, als ich einen milden Kopfschmerztag notiert habe. Leichte Kopfschmerzen und ein ganz klares Gefühl, das daraus normalerweise ein Anfall geworden wäre (zur Zeit gibts auch wieder einen Hormontrigger). Dieses mal haben sich diese leichten Kopfschmerzen innerhalb von einigen Stunden von selbst wieder verflüchtigt und heute morgen war alles wieder ok. Übrigens habe ich zurzeit deutlich mehr Energie als sonst. Ich beobachte das aufmerksam, denn meine These ist ja, dass die Migräne mich über die Jahre erschöpft hat. Im Moment gehts nur bergauf und die Zeit wird zeigen, ob das wirklich an meinem Migräneprojekt liegt.

21 Tage Anfallfrei

Heute bin ich 21 Tage ohne Anfall und ohne Schmerzen. 3 Wochen sind bei mir eine physische aber noch mehr eine psychologische Grenze. Manchmal, nicht sehr oft allerdings, habe ich Phasen von 3 Wochen ohne Migräne gehabt. Sie haben mich immer in wilde Hoffnungen über eine mögliche Besserung gestürzt, manchmal dachte ich sogar: jetzt ist sie weg. Dann, ein paar Tage später hatte ich sie dann meistens wieder. Die Grenze von drei Wochen habe ich dabei selten überschritten. Danach war alles wie immer: Migräne alle 1-2 Wochen für 2-3 Tage.

Die ganze letzte Woche habe ich jetzt schon dieser 3 Wochen Grenze entgegengefiebert. Jetzt habe ich sie endlich geknackt. Witzigerweise kam dann heute nacht wieder die Ankündigung eines Anfalls, so wie das letzte und vorletzte Woche öfters der Fall war, diese Woche aber ziemlich nachgelassen hatte: Gegen drei aufgewacht mit unterstem Blutdruck, gefroren, Auraklaue, leichter Tinnitus und Schwindel. Und: nach den letzten Kommentaren von Sal habe ich meine Wahrnehmung geschärft: ich hatte tatsächlich eine verstopte Nase und fühlte mich kränkelnd 😉

Nun, nach dem Aufstehen war alles wieder restlos weg, während dieser ganzen Episode hatte ich keinerlei Schmerz. Es ist vorbei. Jetzt, nachdem der erste kleine Rekord geknackt ist, wird es für mich extrem spannend. In den Berichten, die ich gelesen habe, brauchten einige Leute immerhin ein paar Monate, bis sich eine deutliche Wirkung zeigte.

Tag 11 – Ende der ersten Phase und Fazit

Jetzt nach elf Tagen betrachte ich die erste Phase als abgeschlossen. Es fühlt sich zumindest so an.

Um nochmal das Lehrbuch wiederzugeben: Die erste Phase dauert im Schnitt ein bis zwei Wochen. Die wesentlichen Elemente sind:
1. Entzug von Coffein, wozu alle coffeinhaltigen Lebensmittel und Getränke gehören und
2. Entzug von allen gefäßverengenden Schmerzmitteln, dazu gehören z.B. Triptane und alle Kombinationspäparate mit Coffein.

Die ersten Tage waren harsch, wie unten nachzulesen ist, aber mittlerweile fühle ich mich so frisch und munter, dass ich mir selber kaum glauben kann. Ein Teil von mir ist extrem pessimistisch. Er rechnet mit einem Placeboeffekt und wartet auf die nächste Migräne. Der andere Teil ist euphorisiert hoffnungsvoll, dass jetzt endlich Schluss ist.

In der nächsten Phase wird es vor allem um die Ernährungsumstellung und die Auseinandersetung mit Triggern unterschiedlichster Art gehen. So, und jetzt gehe ich feiern.