Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

Erzähl deine Geschichte

Violetta erzählt von ihrer Migräne

Seit über zwei Jahren erzähle ich in diesem Blog meine Migräne-Geschichte. Aber ich muss zugeben, ich bin auch schrecklich neugierig, wie die Migränegeschichte von anderen ist.

Deshalb habe ich eine Serie gestartet, mit der ich andere als Gastautoren zu Wort kommen lasse. Die Idee ist, dass der/die Gastautor/-in eine Handvoll Fragen beantwortet und mir zuschickt. Humor ist dabei gerne gesehen!

Regeln gibts nur ein paar:

  1. Auf Wunsch werde ich das “Interview” anonym abdrucken (in diesem Fall brauche ich nur einen Alias), ich schreibe aber auch gerne Namen und/oder Adressen von Webseiten oder Blogs drunter. Je nach Wunsch.
  2. Die Gastautoren können alle Fragen oder nur eine Auswahl beantworten.
  3. Der Gastbeitrag sollte nicht länger als 700 Worte sein.
  4. Ich strebe danach, alles genau so zu lassen, wie es mir zugeschickt wurde, behalte mir aber vor, Artikel die ich unpassend finde, nach Absprache nicht zu veröffentlichen.

Kontaktaufnahme: Email an violetculture(ät)gmail.com

Hier sind die Fragen:

  1. Wie nennst du deine Migräne, welche Worte hast du dafür?
  2. Seit wann hast du Migräne und wie hat sie sich über die Jahre verändert?
  3. Würdest du sagen, deine Migräne ist eine Krankheit?
  4.  Wie bewältigst du Migräne-Attacken am Arbeitsplatz?
  5.  Was und/oder wer hat dir am meisten geholfen, mit der Migräne umzugehen?
  6.  Was hat dir am wenigsten geholfen, mit der Migräne umzugehen? Was war der nutzloseste Ratschlag, den du jemals bekommen hast?
  7.  Was ist die absurdeste/lustigste/schrecklichste/denkwürdigste Situation, in die die Migräne dich gebracht hat?
  8.  Was würdest du anderen Menschen mit Migräne empfehlen?

46 Antworten zu “Erzähl deine Geschichte

  1. Tanja Februar 26, 2014 um 07:31

    Hallo alle zusammen!

    Habe heute fast den ganzen Tag diesen Blog gelesen und bin dankbar, dass es sowas gibt. Natürlich kommt man erst darauf nach sowas zu suchen, wenn man einen übelsten Anfall hatte, bei dem man sich wünscht, einer kommt vorbei und verpasst dir einfach einnen Gnadenschuss :-((

    Migräne habe ich laut Ärzten seit meiner Kindheit, meine Mutter hat auch Migräne. In der Kindheit fing das meist mit Nasenbluten und Schwindel an, kaum Kopfschmerzen. Nach allen möglichen Therapien wurde es besser und kam in der Pubertät zurück.

    Nun wird es mit dem Alter immer schlimmer. Mit 26 habe ich einen Sohn bekommen, was wie ich hier rauslese evtl. ein totales Glück ist, dass mir nichts schlimmeres passiert ist. Denn in den ersten 4 Monaten meiner Schwangerschaft hatte ich fast täglich Migräne, Paracetamol habe ich absolut nicht vertragen, Ibu sollte man nicht nehmen, was ich aber nach einigen Tagen tat, denn sonst wär ich einfach aus dem Fenster gesprungen. Daraufhin kam ich auf Akupunktur, die meinen Schmerz doch gelindert hatte, vielleicht hatte es aber auch was damit zu tun, dass sich der Hormonhaushalt dann doch eingespielt hatten. Da habe ich gesagt, nie wieder Schwangerschaft (5 Jahre sind vergangen, ich muss sagen man denkt doch wieder drüber nach, aber PAAANIIIK!!!)

    Nun ja seit ca. einem Jahr habe ich ganz heftige Anfälle, die sich irgendwie aus dem Schulterbereich hochziehen und anfühlen, als wärens Verspannungskopfschmerzen. Gestern allerdings bin ich einfach mit Schmerzen aufgewacht, die sich im Laufe des Tages hochgeschaukelt haben, habe 2 IBU 800er genommen, keine Chance. Bis ich irgendwann heute morgen 2 mal gebrochen habe und gedacht habe ich nehme gleich ne Nadel und steche mir einfach ins Auge, damit der Druck rausgeht. Nachdem man gebrochen hat fällt der Druck ab und es wird endlich erträüglicher, Nun ist es halb 5 (2. Tag) es ist noch nicht vorbei. Man sitzt auf der Arbeit und quält sich.Triptane hab ich nie ausprobiert, weil ich zu viel Angst hatte, dass mir letztendlich gar nicht mehr hilft. Wollte es aber nun langsam ausprobieren und bin froh, dass ich auf diesen Blog gestoßen bin, bevor ich aangefangen hab.

    Ich werde mir das Buch gleich bestellen und schon mal den Kaffee weg lassen, es zumindest versuchen.

    Danke für den Blog!

    • dasmigraeneprojekt März 3, 2014 um 13:51

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Hormonelle Schwankungen sind natürlich starke Trigger, trotzdem wird die Migräne bei vielen im Laufe der Jahre langsam immer schlimmer. Es ist auch manchmal schwer, Spannungskopfschmerz von Migräne abzugrenzen, da Migräne starke Nackenschmerzen auslösen kann—nicht umgekehrt.
      Halte mich auf dem Laufenden mit deinem Bemühungen. Viel Erfolg!
      Violetta

      • Melle Februar 3, 2015 um 15:40

        hallo tanja,
        habe heute auch den halben tag violettas blog gelesen.
        jetzt deinen eintrag.

        das mit den hormontrigger, bei umstellung dieser, habe ich auch.
        allerdings war es in meiner schwangerschaft so, dass ich auf rosa wolken unterwegs war, auch schon, als ich es nicht wusste, und einfach migränefrei war.

        habe mich erkundigt, es gibt die vielfältigsten geschichten über SS und M.

        zu deinen medikationsbedenken ist es so, dass mitlerweile genau –> ibu empfohlen wird, und von –> paraxetamol abgeraten.
        auch das –> sumatriptan soll frau i.d. SS als notfallmedikation nehmen können. das gibt es als zäpfchen oder als nasenspray, dann muss es nicht über den blutkreislauf.

        wie ich bereits schrieb, bin ich kein verfechter von medis.
        weiß aber, wie schlimm es werden kann, und denke, bevor es mich abreißt halt der notfallplan. diesen kann man mit akkupressur, einem liter hochwertigem mineralwasser, magnesium, innerer ruhe und frieden (selbstannahme und -betreuung) einleiten.

        die beste prophylaxe ist i.ü. stressverarbeitung, gute ausgewogene körperspannung, regelmäßig schlafen… 🙂

        das für alle, die das leben lieben, trotz allem, und doch das wunder neues leben (SS) wagen wollen.

        love, melle

  2. Jürgen März 29, 2014 um 15:12

    Hallo.

    Als Migräniker bin ich zur Zeit auf der Suche nach einem Hut mit hohem Lichtschutzfaktor, weiß aber nicht genau, ob eine entsprechende Kopfbedeckung nur zum Schutz vor Sonnenbrand getragen wird, oder ob sie auch hilft, Migräne zu verhindern. Ich möchte endlich mal wieder nach einer langen Wanderung Migränefrei zu Hause ankommen. Ich trage übrigens eine Brille mit UV-Schutz. Daran sollte es also nicht liegen.

    Viele Grüße, Jürgen

    • dasmigraeneprojekt April 1, 2014 um 10:47

      Migräne nach einer langen Wanderung kann viele Ursachen haben. Ich sag mal, was mir so an Möglichkeiten einfällt: den Körper einer ungewohnten Anstrengung ausgesetzt (Vergleich Migräniker, die von Sport Migräne bekommen), zu wenig Wasser getrunken, unterzuckert, überhitzt. Ich habe in der Sonne immer was auf dem Kopf, und es ist nicht so wichtig, was ich auf dem Kopf habe. Hauptsache irgendwas schützt den Kopf vor Hitze, Zug etc.

  3. Jürgen April 9, 2014 um 04:50

    Wasser ist eines der wichtigsten Punkte beim wandern, das stimmt. Ich bin jetzt auch dazu übergegangen, statt 1 Liter, 2 Liter mitzunehmen. Im Hochsommer können es auch 3 Liter werden. Rein physisch schaffe ich die Wanderung. Das dürfte nicht das Problem sein. Die falsche/richtige Kopfbedeckung und Wasser. Darauf werde ich mein Hauptaugenmerk legen.

    Ich habe in einem anderen Posting irgendwo gelesen, dass Migräniker labile Kopfgefäße haben (?). Auf mich trifft es jedenfalls zu. Denn ich muss meinen Kopf, auch im Hause und nachts, permanent mit einer Strickmütze bedecken. Rutscht sie mir mal nachts vom Kopf, wache ich morgens mit Migräne auf. Ich bin froh, diese „Diagnose“ gelesen zu haben, hilft sie mir doch, das alles besser einzuordnen und zu akzeptieren.

  4. Peter Schwirkmann August 15, 2014 um 15:41

    Hallo!
    Ich leide seit ich 11 Jahre alt bin an Migräne. Jetzt bin ich 50. Also seit 39 Jahren!

    Es fing erst an mit einseitigen Kopfschmerzen und Erbrechen. Jetzt fängt es im Nacken an
    und wandert über den Hinterkopf links zur Schläfe. Erst dann fängt es in der Schläfe an zu klopfen. Die Übelkeit stellt sich kurz danach ein. Manchmal habe ich auch so ein Kribbeln am Hinterkopf, als wenn mir einer durch die Haare streichen würde.

    Wooms, wie ein Chinakracher knallt es im Kopf. Ich meine natürlich kein Knacken, sondern unerträglich Schmerzen auf der linken, aber auch auf der rechten Seite. Passiert das, dann
    habe ich auch teilweise leichte Lähmungserscheinungen auf der linken Anfallsseite.

    Gruß
    Peter

  5. forest123456 September 2, 2014 um 08:59

    Ich bin nach 25 Jahren meine Migräne (2-3 mal pro Monat ) innerhalb ein paar Wochen komplett losgeworden. Eigentlich mehr aus Zufall durch radikale Ernährungsumstellung. Positiver Nebeneffekt: minus 15 Kilo in 2 Monaten.

    • dasmigraeneprojekt September 2, 2014 um 13:15

      Das sind die Geschichten, die wir alle gern hören!

      • forest123456 September 2, 2014 um 13:56

        Nach einer schweren Migräneattacke im Februar die sich über mehr als 2 Tage erstreckt hat und wo weder Aspirin noch Triptan geholfen hatten – im Gegenteil dadurch mein ohnehin erhöhter Blutdruck bei etwa 200 stand, habe ich mich entschlossen was zu unternehmen.

        Erstmal wollte ich nur Gewicht loswerden, was ja das beste Mittel zur Blutdrucksenkung darstellt. Nach etwas Recherche bin ich auf die sog. Logi Methode gestossen (eine low-carb ernährung ) http://de.wikipedia.org/wiki/Logi-Methode und habe die dann auch ziemlich konsequent angewendet. Also esse ich seitdem praktisch kein Brot, keine Nudeln, kein Reis, keine Kartoffeln mehr, also Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index. Ohne zu hungern und mit moderater Bewegung auf dem Crosstrainer waren innerhalb 8 Wochen 15 Kilo runter, der Blutdruck normal und die Migräne komplett weg, was ich eigentlich gar nicht auf dem Plan hatte. Bis jetzt Anfang September kann ich mein Gewicht problemlos halten und hatte nur einmal ganz leichte Kopfschmerzen.

        Lebensmittel die gemeinhin als Trigger eingestuft werden stellen jetzt auch absolut kein Problem (mehr) dar.

      • Melle Februar 3, 2015 um 15:46

        das mit dem low-carb könnte ich mir kaum vorstellen.
        nachdem ich das schilddrüsenhormon substituiere, bin ich sehr schlank geworde (stoffwechsel angeheizt). allgemein habe ich einen hohen verbrennungsbedarf, den ich dann mit kohlenhydraten (kartoffeln, brot, reis, nudeln) decke.

        violetta, denkst du, low-carb könnte doch was dran sein?

        ich bin jedenfalls eine verbrennungsmaschine, und wüsste nicht, womit ich den bedarf decken sollte…

        merci

      • Violetta Februar 3, 2015 um 17:26

        Ich habe low-carb nie probiert und kenne nur eine Person, die es versucht hat – ohne Erfolg. Alles andere, auch erstaunliche Erfolge kann man online lesen. Keine Ahnung, ehrlich. Was mir zur Schilddrüsensubstitution einfällt: eine überfunktionierende Schilddrüse genauso wie eine Übermedikation, auch wenn sie nur leicht ist, kann Migräne auslösen. Vielleicht lohnt es sich für dich, da mal ein Auge drauf zu werfen.

      • Patrick Juli 27, 2015 um 11:46

        Kann das hier nur bestätigen, habe um etwas Gewicht zu verlieren mal allgemein auf Kohlenhydrate verzichtet und war komplett überrascht, dass ich nunmehr seit 4 Monaten migränefrei bin. Ich esse mittlerweile natürlich wieder Kohlenhydrate aber verzichte wo es geht auf Weizenprodukte (Konsum um ca. 90%) reduziert und mit Dinkel etc ersetzt. War vorher sicher 20 Jahre mit Migräne in diversen Ausprägungen konfrontiert. Habe auf alle möglichen Trigger geachtet und nix davon war wirklich zielführend. Kann es selbst immer noch kaum glauben, dass bei mir Weizenprodukte das Problem waren.

  6. Alexandra September 5, 2014 um 07:24

    Huhu!
    Ich bin durch eigene Recherchen auf diese Seite durch Zufall gestoßen. Denn meine Geschichte ist folgende:
    2007 bekam ich auf der Arbeit auf einmal ein Flimmern in den Augen, konnte nach kurzer Zeit kaum was sehen und mir wurde übel, dazu kam ein Taubheitsgefühl im Arm. Mein Chef schickte mich sofort ins Krankenhaus wo dann Migräne mit Aura festgestellt worden ist. Ich wurde des öfteren von diesen Anfällen besucht und ging zu meiner Frauenärztin da meine Mutter als junges Mädchen durch die Pille auch Migräne hatte. Sie verschrieb mir eine angeblich mit Migräne verträgliche Pille. Es half mir aber nichts. Die Anfälle blieben -also setzte ich sie ab. Aber auch da blieben die Anfälle. Ich wechselte aus anderen Gründen meine FÄ und mein neuer Arzt verschrieb mir eine andere Pille da er meine vorherige nicht richtig angemessen für mein Alter (?) fand. Ich erzählte ihm aber den Grund aber er fand sie trotzdem nicht richtig für mich. Naja also nahm ich die „neue“. Mich plagte 1 weiterer Anfall und naja was soll ich sagen.. danach hatte ich 4,5 Jahre ein Leben ohne Migräne.

    Dann bekamen wir einen Kinderwunsch und ich setzte sie ab, wurde sofort schwanger und unsere kleine Tochter kam auf die Welt. Wenige Wochen nach der Geburt war es auf einmal wieder da. Dieses Flackern und danach der Kopfschmerz. Alle paar Tage wieder und danach ging es mir auch die Tage dazwischen sehr schlecht. Sehstörungen, Tunnelblick usw. Ich wollte sofort die Pille wieder, da stillen eh nicht klappte. Mein FA fragte warum und meinte bei Migräne mit Aura dürfte er mir die nicht verschreiben und damals hat er einen Fehler gemacht. Für mich brach eine Welt zusammen. Danach folgten diverse Arztbesuche bei Neurologen usw. Keiner konnte einem erstmal helfen. „Seien die Hormone, man müsse abwarten“. Super, hab ja auch nur ein Baby zuhause. Habe meinen FA gewechselt und meine neue Ärztin zu diesem Thema befragt. Sie erzählte dass sie leider angehalten seien Migräne mit Aura Patienten keine Pille zu verschreiben. Sie würde mir die allerdings verschreiben wenn ich ihr unterschreibe dass ich aufgeklärt worden bin und die aus eigenem Willen nehmen will. Soll mir das allerdings gut überlegen da ich noch so jung sei und eine junge Familie habe und ein Schlaganfall wäre es nicht wert..

    Gut, hat eingeleuchtet.. also erstmal abwarten was die Hormone so machen..

    Dann kam vor einigen Tagen wieder ein Anfall wo das Taubheitsgefühl im Arm und Gesicht 4 Tage anhielt. Wurde von meinem Neurologen in die Notaufnahme geschickt, wurde stationär aufgenommen und durchgecheckt. Habe mir jeden Neurologen gekrallt und ihn zu der Pillensymptomatik befragt. Die einen haben davon noch nichts gehört und der andere meint ich hätte nur ein erhöhtes Thromboserisiko und solle bei langen Reisen vorbeugen. Niemand konnte einem aber was genaues sagen..

    Da es mir jetzt von Anfall zu Anfall immer schlechter geht und es auch immer länger dauert bis es mir gut geht, bin ich wirklich am überlegen die wieder zu nehmen. Irgendwie glaube ich ganz stark daran dass es mir mit ihr besser geht und hoffe auch dass es kein doofer Zufall damals war und die Migräne damit verschwindet..

    Aber ist es das wert? Bzw. Stimmt es wirklich dass man so gefährdet ist an einem Schlaganfall zu leiden? Ich rauche nicht und trinke sehr wenig Alkohol.. wieso kann einem niemand auf dieser Welt eine vernünftige Antwort geben und mich mal ernst nehmen. Hab nämlich eher das Gefühl dass man nur irgend ein Patient ist und keiner weiß wirklich was über den Zusammenhang Pille und Migräne mit Aura…

    Ich hoffe dass war jetzt nicht zu viel aber ich musste es mal an Leidensgenossen los werden 🙂

    • dasmigraeneprojekt September 5, 2014 um 11:11

      Das ist ja wirklich eine Geschichte. Wahrscheinlich hast du meinen Artikel zum Thema schon gelesen. Mehr weiß ich dazu auch nicht. Ich bin zwar sehr misstrauisch und glaube, dass die Pille auf die Dauer Migräne produziert, aber wenn du so sicher bist, dann wird schon was dran sein an deiner Erfahrung. Wir sind alle unterschiedlich. Wenn ich diese Entscheidung für mich treffen müsste, dann würde ich die Pille wieder nehmen, nur um herauszufinden ob sie hilft und dann nach sechs Monaten oder einem Jahr eine Entscheidung treffen.
      Migräne ist für viele eine progressive Erkrankung. Deine ganze Lebensqualität kann dran hängen, wenn sich die Migräne erst mal richtig eingenistet hat, dann wird man sie immer schwerer wieder los, bzw ist irgendwann, so wie ich, nur noch damit beschäftigt, sie in Schach zu halten. Die unterschiedlichen Reaktionen der Neurologen und Frauenärzte, die du beschreibst, zeigen, dass alle Ärzte bei uns mit einem Tunnelblick wirtschaften und nicht richtig ausgebildet sind, wenn es um die Migräne geht. So ist es mir tausend mal gegangen, dass ich mich selber informieren musste bis zu einem Punkt dass ich eine Entscheidung für mich selbst treffen konnte. Wenn ich so richtig drüber nachdenke, habe ich, seit ich schwere Migräne habe, eigentlich regelmäßig Entscheidungen gegen den Rate der Ärzte treffen müssen. Die gucken zu oft nur nach Zahlen und Statistiken.
      Fest steht: Die meisten Frauenärzte wissen nicht, was ein Leben mit schwerer Migräne bedeutet. Zudem, schau dir die Untersuchungen, die ich in meinem Artikel zitiert habe selbst an, die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu bekommen ist nicht so groß, wie man bei der Reaktion der Ärzte denken könnte. Die wollen sich halt jurstisch absichern, das ist deren primäre Motivation. Hier in Amiland ist das noch schlimmer, da werden oft furchtbare Medikamente verschrieben, weil die Ärzte sich juristisch absichern wollen.
      Eine ganz andere Sache, die du im Auge behalten musst ist die, dass es auch Leute gibt, die spät Migräne bekommen. Ich habe erst mit dreißig richtige Migräne bekommen, warum auch immer. Ich will dich aber nicht demotivieren. Schau dir die Empfehlungen der DMKG an, die habe ich in meinem Artikel verlinkt. Dann kannst du vielleicht besser eine Entscheidung treffen.

      • Lara März 26, 2015 um 07:46

        Bei mir wurde die Migräne mit Aura erst durch die Pille ausgelöst… daher würde ich eher davon abraten, wobei ich – wenn ich mir deine Geschichte so anhöre – eher davon ausgehe, dass nicht die Pille selbst das Problem ist, sondern generell Schwankungen im Hormonhaushalt, die durch Eisprung/Mens/Pille ausgelöst werden können. Ich kenne einige Frauen, die mit Erreichen der Wechseljahre nie wieder Migräne hatten.

  7. Cita September 29, 2014 um 03:44

    Nach über 35 Jahren mit Migräne, kann ich folgendes Fazit ziehen. In jungen Jahren durch Kopfschmerzen Schmerzmittel zu schnell, zu oft genommen, ohne an den Ursachen zu arbeiten. Diese waren mir aber oft auch nicht bewusst, als Zeichen des Körpers. Mein Vater und auch meine Großmutter litten an Migräne. Da hat man eh eine andere Afinität zu Kopfschmerzen und Tabletteneinnahme. Das meine einmal eine chronische Form annimmt, davon wäre ich n i e ausgegangen. Die Triptane dann vor ca.15 Jahren waren ein Segen, dachte ich. Tablette genommen und weitermachen wie bisher…. Im nachhinein weiß ich, dass sie die Schmerzen zwar anfangs eindämmen, später immer weniger, wahrscheinlich aber zu einem chronischen Verlauf führten. Alle Prophylaxen, von Antideppressiva, über Blutdrucksenker ect. , die ich mehrfach in verschiedenen Formen ausprobierte, auf anraten von Fachärzten, letzendlich auch 2x 31 Spritzen Botox in den Kopf, die Schmerztage nur verlängerten und die Attacken verstärkten. Auch 2x 12 kg Gewichtszunahme durch Medikmente innerhalb von 6 Monaten gehören zu den Folgen, aus denen weitere Probleme entstehen. Diese bekommt man auch nicht wieder runter!! Selbst durch Sport nicht, aber wann soll man bei chronischer Migräne auch Sport treiben? Soviele Tage bleiben da nicht. Entspannungsübungen helfen vielleicht am Anfang einer Schmerzkarriere, heute gar nicht mehr. Ich rate jedem Betroffenen, bei Kopfschmerzen immer genauer nach den Ursachen suchen. Wenn es organisch keine gibt, tretet dienstlich und privat viel, viel kürzer! Auch wenn es weniger Geld gibt, weniger Anerkennung ect. So wie ich jetzt lebe, will es keiner. Ich habe max. 5 schmerzfreie Tag im Monat. Nehme an 10-15 Tagen Medikamente, oft muss ich den Schmerz (bei Stärke 10!!!) auch aushalten, weil ich weiß, es hilft nichts mehr. Leichteren Schmerz (bis Stärke 5 in etwa) versuche ich auszuhalten. Ich arbeite nur noch 3 Stunden am Tag. Eine Rente beziehe ich nicht. Wurde abgelehnt, mir geht es noch viel zu gut!? Nach 2 Kuren und etlichen Ärzten heißt es austherapiert…Was ist das für ein Leben…Macht Ihr es besser als ich, lernt von den Erfahrungen, die andere gemacht haben und denkt nicht, Euch trifft es nicht!!!

    • dasmigraeneprojekt September 29, 2014 um 17:27

      Erst mal eine dicke Umarmung für dich und vielen Dank für deinen Kommentar. So wie dir ging und geht es sehr vielen. Nur, man sieht sie nicht. Weil sie natürlich zuhause sind und versuchen, über den Tag zu kommen. Migräne ist für sehr viele eine progressive Erkrankung, das heißt, sie wird im Laufe der Jahre immer schlimmer. Ich stimme dir zu, je früher man sich schlau macht und dagegen ankämpft, desto besser läufts über die Zeit. Die Erfahrung habe ich selbst gemacht. Trotzdem: Es lohnt sich, dran zu bleiben und weiter zu forschen, auch in deinem Fall, denn es gibt immer Möglichkeiten der Besserung. Es gibt einige Leute, die es geschafft haben, aus der chronischen Migräne zurück zur episodischen zu kommen. Leider sind es meistens nicht die Ärzte, sondern die Betroffenen selber, die nicht aufgeben und irgendwelche irren Zusammenhänge entdecken, die bei ihnen Migräne triggern. Liebe Grüße, Violetta

      • Melle Februar 3, 2015 um 17:05

        hallo zusammen,
        zu einem punkt, den der –> tiefenentspannung, den ich für die abmilderung und prophylaxe der migräne für sehr wichtig halte, möchte ich doch etwas schreiben.
        es ist auch teil meiner geschichte.

        ich leide seit meinem 15. lebensjahr unter anfällen, die mir die beine wegreißen.
        flimmern, schwindel, sprachstörungen, denkstörungen, taubheit, niedergeschlagenheit.

        es ist im laufe meines lebens schlimmer geworden. meine ich zumindest.
        für meinen teil bin ich verdrängungskünstler, da ich mich immer über gesunde phasen, oder auch nur momente freue, und mich daran festhalte. in schlimmen anfallsphasen habe ich versucht, wegzudämmern, irgendwie die kraft zu finden, dass auszuhalten.
        jedenfalls war ich irgendwann total entkräftet, und habe angefangen, alles auszuprobieren, voruteile abzulegen, erfahrungen zu suchen, mein leben umzustellen.
        auf gesundwerden 🙂

        ich dachte immer, dass ich nicht besonders viel medikamente (klassische schmerzmittel) genommen habe, aber bei der schmerzhäufigkeit dann wohl in meinen 20ern bis etwas darüber hinaus, doch zuviel.
        jedenfalls hatte ich über eine dekade einen dauerschädel, zuzätzlich zu den anfällen.
        übelkeit, zittern, schwäche, traurigkeit.

        da ich von ärzten nicht besonders viel gehalten habe, und auch nicht dachte, dass die mir helfen könnten, bin ich nicht zu neurologen o.ä. gegangen.
        leider, ich denke, triptan bei notfällen hätte mir schon besser geholfen. jedoch wäre ich wahrscheinlich nicht aufgeklärt worden, und hätte auch von diesen zu viel genommen, im glauben, es wäre vertretbar.
        verrückt, echt.
        achtung, die pharma macht dich noch kränker, als du eh schon bist. reden tut darüber keiner.

        die migräne ist mit mitte 20 bis über 30 teilweise so vernichtend geworden, dass ich zeitweise (tagelang) mit über 15 migränetagen (zum dauerkopfschmerz) im monat kaum mehr fähig war, gerade zu sitzen, dinge zu erledigen, mich zu versorgen. dachte, dass ist jetzt der burnout. hier kommst du nicht mehr raus. keine kraft mehr. keine reserven. keine lösungen.

        zudem muss ich sagen, dass bei mir von anfang meines lebens an die komponente
        –> urvertrauen eine ganz große ist.
        ich wohl in einer gestressten/stressenden familie immer überfordert war (oder umgekehrt), und mir die tiefenerdung gefehlt hat.
        stress ist neben hormonen einer meiner verbliebenen haupttrigger. (auch in kosmetik und plastik sind hormonwirksame stoffe!!!)

        jedenfalls bin ich zudem selbst stressempfindlich, leider auch mit (alten und ausheilenden) sozialen ängsten, die manchmal auch nur als ein untergrundgrummeln oder unruhe meine gesamtkörperspannung zu hoch setzen.

        für mich war das ein hauptpunkt:
        > die körperspannung runterzusetzen. (körperebene)
        > urvertrauen aufarbeiten (sozial-seelisch entspannter werden)

        dazu zählen:
        meditation (das hirn vergrößert sich, kein mist, wird resistenter), reflexonenmassage (füße, hände, ohren), akkupressur am ganzen körper und kopf…, myoreflex, mehr selbstkontakt, mehr liebe ins leben bringen, dehnen, progressive muskelentspannung, mehr zartheit (ich für meinen teil bin hochsensibel, und fange an, es mir zu erlauben)…

        wenn also geschrieben wird, dass –> entspannungsübungen banal sind, oder halt reduzierend banal gemacht werden, wird die grundwahrheit übersehen, dass der körper NUR in der entspannung oder eben in einem gesunden gesamtfluss (bei uns fragil) auf seine regullierenden kräfte und selbstheilungskräfte (körperlich und seelisch) seines vegetativums zugreifen kann.
        zum vegetativum gehört auch unser nervensystem, wie die migräne medizinisch zu diesem zugezählt wird. also 🙂
        (der zusammenhang von wasser und nerven/nervenwasser ist auch tragend)

        meine grunderkenntnis ist die:
        wenn wir unsere gesundheit (selbstregulierende prozesse und gleichgewicht) stärken, ist die wahrscheinlichkeit geringer, einen anfall zu bekommen.

        ich vertrete den ganzheitlich-integrativen ansatz, und konnte schon sehr viel verbessern. die anfälle sind weniger stark wie weniger häufig.
        das was wirkt ist die prophylaxe (mentale übung, bewegung/sport, frische luft, gutes wasser (und viel davon!), basische ernährung, selbstbestimmung, gutes leben erlauben, vertrauen…)

        mit der methode, bei zartester ankündigung eines anfalles,
        –> viel viel wasser zu trinken, meine akkupunkturpunkte und reflexpunkte (myoreflex) zu drücken (einfach mal auf selbsterforschung gehen), durchatmen, kleinigkeit essen, bewegung, licht, mineralien (magnesium und kalium schüssler salze), mich einfach aus allem rausziehen…. habe ich anfälle vermeiden können.
        was früher nicht möglich gewesen wäre.
        ich gehe sogar ohne tabletten, aber nicht ohne mineralwasser, magnesium, und nahrung aus dem haus 😉

        bei mir ist es so, dass ich unglaubliche spannungsverhältnisse im körper (und so auch seele) hatte, die wohl meinen eh schon fragilen energiefluss nochmals ins ungesunde ungleichgewicht gezogen haben.
        unglaublich, dass ich (38) damit gelebt habe, ohne das überhaupt noch zu bemerken. es wurde einfach mein normalzustand.
        bei der ersten fußreflexmassage habe ich meinen schmerzenden körper entdeckt.
        meine füße sind heute nach ungefähr 2 jahren regelmäßiger selbstbehandlung (herrlich entspannend und regenerierend) fast druckschmerzfrei.
        auch mein inneres meldesystem hat sich verändert, dadurch, dass die meridianpunkte mehr beachtung und berührung erhalten.
        nacken, hinterkopf, schultern, schläfen, augen, rücken… gesamter körper….
        jetzt gehe ich einmal im jahr eine behandlungsphase in der osteopathie durch, die auch die spannungsverhältnisse des körpers reguliert.
        die sprache des körpers lügt nicht. wir müssen nur lernen, hinzuhören.

        und schmusen hilft:
        meine katze neben mir ist mein krafttier, von der es viel zu lernen gibt.

        lebensfreude und lebenkraft für euch alle!
        mich findet ihr auf FB unter Melle Melody

      • Violetta Februar 3, 2015 um 17:23

        Hallo Liebe Melle,
        jetzt hast du mir so viele Kommentare hinterlassen, da muss ich mich erst mal durcharbeiten 😉 Herzlichen Dank auf jeden Fall für deine Gedanken und dein Engagement. Was du da erzählst kennen, so glaube ich, sehr viele. Ich entnehme deiner Erzählung hier und deinen anderen Kommentaren, dass du einen Weg eingeschlagen hast, der auch bei vielen anderen zur Besserung führt: dranbleiben, sich schlau machen, sich bewusst werden, den Körper ernst nehmen und mit diesem zusammen forschen. Kritisch sein, und über die Angebote, die die Schulmedizin uns heute macht, hinausdenken.
        Willkommen im Club!
        Violetta

  8. oswald November 13, 2014 um 03:56

    Hallo liebe Leute,
    meine Leidensgeschichte begann vor 2,5 Jahren, wobei ich als Kind schon Migräne hatte die sich dann zum Glück verflüchtigte. Da trat die Migräne mit einem Paukenschlag wieder in mein Leben, die letzten Attacken zogen sich über zwei Tage hin, den dritten Tag war ich damit beschäftigt die Trümmer im Kopf zusammen zu suchen. Zum Glück bin ich Freiberuflich tätig und kann meine Arbeitszeit einigermaßen frei einteilen, ein Arbeitgeber hätte mich wahrscheinlich schon längst gefeuert wegen den Ausfallzeiten. Von der entgangenen Lebensqualität muß ich euch nichts erzählen.

    Nach der letzten Migräneattacke hab ich mich gefragt was man an Stelle der Triptane-Medikamente nehmen kann, da mir das Zeug überhaupt nicht gut tat, habe mich schlau gemacht was Triptane sind und wie sie wirken.
    Meine Überlegung war nun: Triptane sind sogenannte SEROTONIN-AGONISTEN die das Gewebshormon Serotonin aktivieren können. Serotonin bewirkt das die erweiterten Blutgefäße die auf die Nerven drücken sich wieder zusammen ziehen und der Kopfschmerz nachlässt.
    Nun fand ich das Nikotin eine ähnlich Wirkung ausübt, nämlich die Blutgefäße zusammenzieht. Nach einigen recherchieren hat sich mein verdacht bestätigt, Nikotin bewirkt u.a eine erhöhte Serotonin Ausschüttung.
    OK, das Rauchen haste aufgehört, willste auch nicht wieder anfangen, 17 Jahre haben gereicht.
    Aber das mit dem Nikotin mußt du testen, wer Migräne hat weiß das es wie Folter ist, also greift man nach jeden Strohhalm. Im nächsten Tabakgeschäft hab ich mir Schnupftabak besorgt und mir seit vier Wochen immer wieder mal, wenn sich Anzeichen der Migräne regten,
    eine kleine Priese mit dem kleinen Finger in die Nase gerieben. Seit vier Wochen habe ich keine Migräneattacken mehr!!! außer mal leichte Kopfschmerzen die lächerlich sind im Vergleich zu einer echten Migräne.
    In einigen Internetforen fand ich dann ähnliche Berichte von Leuten die gegen Kopfschmerzen und anderen Erkrankungen Schnupftabak gut dosiert als Heilmittel nehmen.
    Wenn jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat, bitte unbedingt melden.

    • Violetta November 13, 2014 um 11:24

      Danke für deinen Beitrag! Eine Fehlfunktion im Serotonin und Dopamin Haushalt wird bei Migränikern schon lange vermutet, deshalb sind alle Medikamente, die wir zur Prophylaxe bekommen (Betablocker, Antidepressiva, Antiepilepsiemittel etc.) ebenfalls Serotonin Agonisten. Tabak ist allerdings so ziemlich die ungesundeste Variante, die ich mir in diesem ganzen Spektrum vorstellen kann. Wer will schon migränefrei sein zum Preis von Krebs? Potenter und wesentlich gesünder ist auf dieser Strecke der Einsatz von Cannabis (am besten nicht geraucht, sondern verdunstet oder oral eingenommen), leider in Deutschland immernoch illegal. Cannabis verändert den Serotonin und Dopaminhaushalt und unterdrückt migräneauslösende Stoffe im Körper wie Histamin. Hier in den USA haben sehr viele Leute gute Erfahrungen mit Cannabis bei der Bekämpfung von Migräne (und Epilepsie etc) gemacht. Ich denke, du bist mit dem Thema Serotonin auf einer interessanten Spur, aber ich persönlich würde doch erst mal nach einem Medikament ausschau halten, das auch langfristig die Gesundheit verbessert.

      • oswald November 13, 2014 um 15:13

        Danke das Du meinen Beitrag ernst nimmst, den selben habe ich in einem Migräneforum gepostet, da halten mich einige, so glaube ich für ein bisschen bekloppt. Bei dem Thema Migräne muß man sicherlich mit kreativen Denken ran gehen ansonsten kommt man nicht weiter.
        Schnupftabak erzeugt kein Krebs da er nicht geraucht wird (dazu gibt es wissenschaftliche Studien, suche im WWW) , auf der Verpackung ist auch kein Warnhinweis dahingehend. Krebserregend ist Tabak nur wenn er verbrannt wird, durch die entstehenden Giftstoffe und Teer, mit Zigarettentabak ist er nicht zu vergleichen da er fermentiert wird und oft mit Menthol und Geruchs-Kräutern vermengt ist,
        was ich als sehr angenehm empfinde da er die Nase etwas öffnet.

        Der Namensgeber des Nikotins ein gewisser Doktor Nicota soll Schnupftabak gegen Migräne empfohlen haben:

        „um 1561 verordnete der französische Arzt Jean Nicot dem Sohn der Königin Katharina von Medici, Schnupftabak um seine Migräne los zu werden. “

        http://www.schnupf-verband.ch/anekdote.htm

        Keine bange ich werde nicht von der Schnupftabakindustrie gesponsert.

        Im Zusammenhang mit Migräne habe ich mich noch nicht mit Cannabis beschäftigt, als Schmerzlinderer soll es aber ganz gut sein.

    • Ludwig Januar 8, 2015 um 04:58

      Hallo, ich habe diesen für mich persönlich vielversprechenden Ansatz vor einigen Wochen gelesen. Ich war 10 Jahre lang leidenschaftlicher Raucher, seit 13 Jahren bin ich Ex-Raucher. All diese Jahre vermisse ich ehrlich gesagt meine Zigarrette, doch vor dem Hintergrund eines Falles von Lungenkrebs in meiner Familie ist glücklicherweise mein Wille stärker als das Verlangen.
      Auffällig in meiner Leidensgeschichte ist, daß ich bereits als Kind an Migräne litt, während meiner Raucher-Karriere keinen einzigen Migräne Anfall hatte, sich die Migräne aber schleichend wieder eingestellt hat, seit ich das Rauchen aufgegeben habe. Daher habe ich heute Morgen diesen Ansatz aufgegriffen und mir ein Päckchen Snuff gekauft und eine kleine Prise genommen. 2 Stunden später nochmals eine Prise, und jedes mal sehr genossen. Die Ernüchterung kam 1 Stunde später, als sich erste Anzeichen einer Aura einstellten. Derzeit stehe ich unter Einfluß von Globuli einerseits, die mir meine Homöopathin gegen Migräne verordnet hat, wie auch eines Triptane-Medikaments. Damit bin ich nun, 2 weitere Stunden später, wenigstens einigermaßen in der Lage zu arbeiten.
      Ob bei mir ein negativer Zusammenhang zwischen Snuff und Migräne besteht, läßt sich wahrscheinlich schwer sagen. Ob ich bereit bin, den Selbstversuch weiterzuführen, bezweifle ich aufgrund meines momentanen Zustandes… mal sehen. Da das Internet voll von positiven Berichten bezüglich Wirksamkeit von Schnupftabak und Migräne ist, ist es mir wichtig, auch meine gegenteilige Erfahrung öffentlich zu machen.
      Ich würde mich über einen weiteren Gedankenaustausch freuen!

      • oswald. Januar 15, 2015 um 14:34

        Hallo Ludwig,
        danke für Deinen Bericht, mit einer Aura mußte ich zum Glück noch keine Bekanntschaft machen. Bei mir kündigen sich in der Regel Migräneschübe durch extrem gutes Riechen und eine Überempfindlichkeit auf Licht an. Wenn ich das registriere schalte ich sofort den Rechner aus, auch versuche ich meine Sinne nicht so vielen Reizen aus zusetzen, und der PC ist für mich ab eine gewissen Zeit ( starrer Blick) auf jeden Fall eine Reizüberflutung die Migräne auslösen kann, das Sinnes-Nervensystem ist dann überlastet, daneben meide ich Alkohol. Hunger, also Unterzuckerung kann bei mir auch ein Auslöser sein, Traubenzucker ist dann angesagt. Mit dem Schnupftabak konnte ich eindeutig die Stärke und Häufigkeit der Attacken reduzieren.
        Auch bei mir hat sich die Migräne nach und nach eingeschlichen, mit den Oben geschilderten Maßnahmen bin ich mir sicher, dass sich die Migräne wieder ausschleicht.
        Den Schnupftabak nehme ich inzwischen durchgehend, vorbeugend, aber auch weil ich mit etwas Snuff etwas agiler und gut gelaunter bin, das gönne ich mir einfach als Genussmittel.

        Ob der Schnupftabak Migräne auslösen kann weiß ich nicht, bei mir war es einmal so, dass es mir nach einer Prise sozusagen etwas zu gut ging und ich etwas viel Unternommen habe, was eine Attacke ausgelöst hat, also den Bogen überspannt habe.

      • Ludwig Februar 13, 2015 um 06:42

        Hallo,
        5 Wochen sind vergangen seit meinem vorigen Post. 5 Wochen ohne Migräne – was bei meiner Migräne-Häufigkeit (ca. 4-5 pro Jahr) noch nichts bedeuten muß. Aber auch 5 Wochen ohne jegliche Form von Kopfschmerzen – was absolut bemerkenswert ist! Denn an „guten“ Tagen (ca. 20 von 30 Tagen) habe ich sonst nur mäßige Spannungskopfschmerzen, an „schlechten“ Tagen (ca. 5 von 30) sind die Kopfschmerzen stark genug, daß ich zu Ibuprofen Schmerztabletten greifen muß. „Ausgezeichnete“ Tage treten sonst meist in Blöcken von nur 2-3 zusammenhägenden Tagen (also auch ca. 5 von 30) auf.
        Warum also 5 Wochen kein Kopfschmerz? Natürlich! Ich habe mich einen Tag nach meinem vorigen Post doch dafür entschieden, den Selbstversuch fortzusetzen. Ich nehme seither ca. 5 wirklich kleine Prisen Schnupftabak pro Tag, und wie gesagt: Es geht mir ausgezeichnet. Auch sonstige unangenehme Begleiter meines Alltages, wie Konzentrationsschwierigkeiten und Sehstörungen unterschiedlicher Ausprägung, sind fast vollkommen verschwunden.
        Ich will hier keine Werbung für die Anwendung von abhängig machenden Mitteln machen. Es finden sich im Internet auch genügend Hinweise auf Nikotin als Trigger von Kopfschmerz und Migräne. Aber bei mir wirkt es momentan positiv, und es ist für mich gleichzeitig mit einem gewissen Genuß verbunden. Darum mache ich jetzt mal damit weiter.
        So lange mein Zustand so bleibt, werde ich hier wohl nichts mehr über meine persönliche Migräne-Geschichte posten. Sollte sich die Situation verändern/verschlechtern, laße ich es Euch wissen. Also, drückt mir die Daumen, daß Ihr nichts mehr von mir zu lesen bekommt 😉

      • Violetta Februar 13, 2015 um 11:14

        Du darfst dich trotzdem zwischendurch mal melden 😉 Liebe Grüße.

    • Rainer Januar 10, 2017 um 08:45

      Hallo Oswald
      Das Selbe habe ich ebenfalls gemacht, aber mit Nikotinkaugummi’s die dazu gedacht sind einem das Rauchen abzugewöhnen. Ich habe damit auch vor 20 Jahren mit dem Rauchen aufgehört und war dadurch nicht mehr an das Nikotin gewohnt. Das hatte den Effekt, dass es zwar am Anfang geklappt hat, aber danach war mir so Übel wie schon lange nicht mehr. Mein Arzt hat herzlich darüber gelacht (ich im nachinein auch) und hat gemeint, dass es vermutlich auf die Dosierung ankommt.

  9. Nora Dezember 25, 2014 um 10:46

    Hallo,

    durch die Reduktion auf ca. 20-30 KH/Tag, viel Fett (allerdings in erster Linie Erdnüsse), Eiweißbrot, Tofu, Kürbissuppe, viel Lachs, Kein Zucker, erlebte ich zunächst starke Besserung. Vor allem meine fast täglichen Spannungskopfschmerzen waren verschwunden und meine permanente Nackenverspannung die zu den Kopfschmerzen führte.
    Irgendwelche Faktoren scheinen aber noch die Heilung zu Stören, vielleicht der Kaffe und die Milchprodukte die ich ab jetzt weg lasse bzw. Eisschränke (auf nur noch Sahne, Quark, Ghee)
    Spinat werde ich künftig erstmal weg lassen versuche aber primär bei Peter Mensch zu bleiben und erst im zweiten Ansatz die Vorschläge von Dr. Buchholz zu berücksichtigen.
    Danke für diesen Blog! (Seit 2 Tagen trinke ich keinen Kaffe)

    Hoffe ich kann mit weiteren Themen hier etwas dazu beitragen, dass wir geheilt werden entschuldige wenn es an dieser Stelle möglicherweise nicht ganz passt.
    Ich habe etwas von meiner Geschichte einfliesen lassen.

    Ich finde hier auf anhieb nichts über Peter Mersch , Whole30, die grissini Falle oder die
    „gerson therapie“ (speziell gepresste natursäfte als therapie ca. 1923 gegen Kopfschmerzen möglicherweise migräne entwickelt, bin erst seit ein paar tagen dran an dieser Therapie/Thema aber rechnerchiere generell schon etwas länger nach konkreten Heilungsmethoden).

    Unsere Lebensgewohnheiten, stark Veränderte Nahrung, Leben nicht im Einklang mit der Natur (Schlaf, Pille etc.) beeinlussen uns zunehmend, unser Wasser ist verunreiningt (mir sind „richtwerte“ schon zu viel) medikamentenreste, Uran, Schwermetalle, ASPARTAM, Fluoride (Zahncremes) belasten unseren Körper und unser hormonelles Gleichgewicht.
    Der Körper ist kein Abfalleimer wir behandeln es aber so. Unser Ernährungskonzpet lässt zu wünschen übrig, ist möglicherweise nicht weitreichend durchdacht oder erforscht und es ist fraglich wie weit wir uns zum Wohl unserer Gesundheit ernähren entsprechend unserer genetischen Ausrichtung die sich möglichweise seit der Steinzeit nur geringfügig verändert hat. (Umso mehr aber unsere Ernährung.. + Umweltgifte, Strahlung etc. die angblich auf manche Teile im Körper die unser Hormonsystem beeinflussen enormen Einfluss haben z. B. Handystrahlung auf die Zirbeldrüse.

    Wenn wir uns nicht informieren und nicht acht geben, alles unkritisch glauben könnten ggf. nicht unsere Interessen (wie z. B. unsere Gesundheit) an erster Stelle stehen.

    Ich sehe einen starken zusammenhang zwischen ernährung/hormonen und migräne. Hier möchte ich mehr wissen und die Zusammenhänge verstehen. Ich suche nach verbündeten die ebenfalls auf eigenes Risiko Ihr Leben slebst in die Hand nehmen möchten statt andauernd medikamente zu schlucken und davon quasi Dauerkopschmerzen zu haben! Ich mache das jetzt zu Ende das ist meine letzte Chance, am Rande des Wahnsinns und der Verzweiflung weil ich so nicht für mein Lebensunterhalt sorgen kann.

    Möglichererweise kann die richtige Ernährung auch den hormonspiegel stabilisieren nicht nur den insulinspiegel. Somit wären nicht mal mehr Hormoncremes weiter erforderlich, von denen ich sofern bioidentisch + erfahrener artzt z. B. bei rausgenommener schildrüse/gebährmutter und somit starkes hormonelles ungleichgewichtim im moment (noch) etwas halte.

    Ich habe beschlossen mein eigener Arzt zuwerden nach dem ich bei zich Ärzten war und selten in meinem Sinne an der Ursache angesetzt wurde. Ärzte werden sich meinem problem nie so sorgfältig widmen wie ich es tun kann. Es gilt zusammenhänge zu erkennen, da jeder Stoffwechsel möglicherweise nach anderen Prinzipien funktioniert. Denke aber wie gesagt das ernährung der Schlüssel ist, wenn Heilung das Ziel ist.

    Ich möchte hier nur wissen weitergeben und meine Fragen beziehen sich auf erfahrungen im Bereich Peter Mersch Diäten/Atkins (starke reduktion von KH = Kohlenhydraten max. 20-50 gramm /Tag), Austausch im Bezug auf KONKRETE ERFAHRUNGEN BEI MIGRÄNE UND Gerson Therapie (übrigens offenbar unglaubliche Erfolge bei zahlreichen Krankheiten vor allem bei Krebs!).
    Bitte denkt dran, Ärzte verdienen Ihr Geld nicht mit Gesundheit!
    Manche Interessengemeinschaften sind sehr stark, es ist wichtig die Quellen zu überprüfen wenn man etwas irgendwo liest.

    Ich glaube zunehmend an heilung durch eine dieser Methoden, inzwischen sind es schon ein paar ;-), aber meine favoriten sind peter mersch migräne/keto diät,gerson therapie,whole30, grissini falle.

    Daher schreibt mir bitte nur bezüglich KONKRETE Erfahrungen zu
    GERSON, PETER MERSCH, WHOLE30, „Die Grissini-Falle“ oder Treffen In Frankfurt am Main zwecks Austausch. Dank. Liebe Grüße

  10. lindagombert November 15, 2015 um 04:43

    Hallo Violetta, und ein Hallo an alle anderen die bereits kommentiert haben.

    Ich leider erst seit wenigen Jahren unter Migräne. Ich habe meinen letzten Job gekündigt, weil ich einfach nicht mehr konnte. Ich hatte ständig Migräne, fast jede Woche und oft auch mehrere Tage, sodass ich einen Totalausfall hatte. Im Nachhinein kommt es mir vor, als hätte ich ein Jahr lang eine Depression gehabt und bin erst danach aufgewacht. Ich bin danach ins Ausland und war ein paar Monate arbeitslos. Diese Zeit hab ich endlich dazu genutzt mir Gedanken um meine Migräne zu machen und mich auf einen Weg begeben, diese ohne Medikamente zu „bekämpfen“. Ich bin zu vielen Ärzten gerannt und hab vieles ausprobiert. Das was mir bis jetzt geholfen hat ist auch meine Ernährung weiter umzustellen, sprich, vegan und viel frisches bzw. rohköstliches Essen. Ich finde Melle´s Kommentar sehr gut und interessant. Ich habe meine Migräneanfälle auch immer versucht zu „verdrängen“ und wenn es mir dann mal gut ging, wollte ich mich natürlich nicht mit dem Thema beschäftigen und daran festhalten, dass es mir grade gut ging und die Zeit genießen. Ich habe mir also vor einigen Monaten erstmal Gedanken darum gemacht, was die Auslöser für meine Migräne waren (Stress im Job, das Gefühl nicht anerkannt zu werden, Leben in einer mich zu lauten Stadt, keine Natur um mich etc. ), was ich dabei genau fühlte usw.. Der Topf ist bei mir aber immer bei schlechten Wetter (Wetterumschwung und Regen) übergelaufen! Da habe ich mich echt gefragt, ob ich mir das einbilde und was mit mir genau „nicht stimmt“. (Bei wem hier ist das noch so, dass bei Wetterumschwung und Regen die Migräne kommt?)

    Dass mit der Meditation ist ein ganz wichtiger Punkt für mich geworden und kann es auch nur jedem empfehlen. Ich habe neben einem Meditations- auch ein Yogakurs Kurs belegt und mich vielmehr mit meinem Körper, meiner Seele, meinen Gedanken beschäftigt und mich dabei selbst viel besser kennen gelernt. Ich achte vielmehr auf das was mir gut tut und lerne Stop zu sagen, wenn ich etwas absolut nicht möchte und höre dabei auf meinen Körper. Ausreichende Bewegung ist natürlich auch wichtig, hin und wieder lasse ich mir manuelle Therapie beim Physiotherapeuten verschreiben. Sehr wichtig ist für mich auch die Magnesiumzufuhr sowie pflanzliche Ernährung, wie sich jetzt herausgestellt hat. Auf Kaffee verzichte ich jetzt auch und trinke viel grüner Tee. Damit fahre ich ganz gut bisher!? Meine Migräne hat sich sehr stark verbessert und ich kann jeden Tag mit positiver Energie starten. Ich freue mich so sehr über Regentage, an denen ich ohne Beschwerden leben kann. Ich bin einfach glücklich damit und voller positiver Gedanken. Ich habe mir als ich angefangen habe intensiv zu recherchieren auch einmal alles für mich aufgeschrieben und es nun auf einer Seite veröffentlicht (für mich auch so eine Art Selbsttherapie und freue mich, wenn ich Migränikern, die das mal lesen sollten, ein bisschen weiterhelfen könnte: https://meinegesundewelt.wordpress.com/)
    Viele Grüße
    Linda

    • Violetta November 15, 2015 um 11:55

      Hallo Linda!
      Du bist ein tolles Beispiel dafür, wie man aktiv mit seiner Krankheit umzugeht. Erkennen, sich nichts vormachen und Konsequenzen ziehen. Dann beginnt die Reise, die nie aufhört, über sich und die gesundheitlichen Probleme zu lernen und sich Stück für Stück weiterhangeln. Schönes Projekt mit deiner Webseite.
      Liebe Grüße
      Violetta

  11. inselengel März 16, 2016 um 16:27

    Hallo Linda,
    ich litt seit 2004 an Migräne, erst 1-4 mal im Monat, dann immer öfter und ab 2014 ohne Pause jeden Tag mit Aura und Symptome wie ausstrahlende Schmerzen bis in die Arme mit Halsschmerzen und eine wahnsinnige aufsteigende Übelkeit mit Schmerzen am Kopf im Frontbereich, auch oft einseitig und oben auf. Therapiert wurde ich als lebensfroher Mensch und aktiver Mensch mit Triptane, die noch mehr Übelkeit hervorruften und wurdeschnell in die Schublade Depressionen gestopft und zur Neurologin geschickt.
    Ich nehme die Pille Valette und bin jetzt fast 51 Jahre und nächstes Jahr höre ich eh damit auf. Ich vermute, dass das alles hormonell ist bei mir und habe von einer Apothekerin und von der Sprechstundenhilfe meiner Gynäkologin den Tipp bekommen hochdosierten Magnesium zu nehmen. Dastat ich ab Mai 2014 hochdosiert 2 x 2 Dragees morgends und abends, manchmal auch 2 noch mittags. Nach 5 Wochen sind diese komplett weg gewesen und ich war so etwas von glücklich und bedankte mich bei der Sprechstundenhilfe mit gutem Tee. Eswar die Hölle undwar auch schon gedanklich dabei meinen Job als Fahrdienstleiterin aufgeben zu müssen.Mir geht es nach wie vor blendend undbin mehr als dankbar undglücklich darüber.

    GLG und immer eine Lösung findend wünscht Kathrin von der Insel Rügen

  12. Mary Juni 22, 2016 um 08:09

    Hallo zusammen, hier ist Mary und hier folgt meine Migränegeschichte.

    Ich leide seit meinem 10 Lj. an Migräne. Die Geschichte wird also lang, da ich 50 Jahre alt bin.

    Die ersten Jahre (damals war man noch nicht so weit in der Migräneforschung——naja, heute auch noch nicht so 😉 ) sind schnell erzählt. Es Gab ne Tablette und dann gings mit Eimer ins abgedunkelte Zimmer. Unglaublich, wenn man bedenkt, wieviele Weihnachtsfeste, Feten und so verpasst hat………!

    Es folgten im Berufsalltag Wochenende mit bis zu 40 Thomapirin um Montags irgendwie wieder arbeiten zu können.

    1998 folgte dann die erste Medikamentepause in einer Klinik. Ab da merkete ich ,dass man sich bei den Ärzten ernsthaft mit Migräne beschäftigte. Die Pause tat mir gut und die echte Migräne kam durch. Die Anfälle waren weniger und es gab die „Segensreichen“ Triptane.

    Ein neues Leben begann. Nun war ich fast immer arbeitsfähig—–so dachte ich :))
    Der Teufelskreis begann erneut.
    Die Ärzte beruhigten einen damit ,dass Triptane nicht so schlimm seien, wie Schmerztabletten.

    Jetzt überspringe ich den langen weiteren Leidensweg mit Mobbing, Zusammenbrüchen.
    Ich verliess meine sichere Arbeitsstelle (auch die sichere bis dahin angesparte Betriebsrente),
    weil ich keinen Ausweg mehr sah.
    War ich krankgeschrieben wegen der Migräne, z.B. längere Krankenhausaufenthalte, wurde ich im Büro nicht mehr beachtet.

    Einfach zu kündigen war nicht einfach, aber für mich der einzige Weg. Es wurde besser, ein Last fiel von meinen Schultern, ich habe dann Migräne auch mal ausgestanden.

    Hier kommen jetzt die wahrscheinlich üblichen Situationen: Triptane, Spritzen im Krankenhaus, aushalten und wieder Tabletten.
    Alles ging recht gut (naja, was man unter gut versteht;) ) , es muss ja gehen , bis plötzlich die tägliche Migräne auftrat.

    Seit 2014 habe ich nun die schlimmste aller Gesamterfahrungen gemacht. Durch eine Neurologin folgte wieder eine Medikamentenpause.
    Die Neurologin teilte mir mit, dass es hier in Köln keine Klinik dafür gebe und ich müsse dies sowieso wie alle anderen auch zu Hause machen.
    Da ich fix und fertig war, machte ich es nun genau wie sie sagte. Hochdosiertes Cortison über 21 Tage, absteigend. Dazu gab es Antidepressiva und Schlaftabletten. Ich stand schon am ersten Tag bei der Ärztin auf der Matte! Die Antidepressiva und die Schlaftablette schienen bei mir genau das Gegenteil zu bewirken, ich hatte sogar in der Nacht Suizidgedanken.

    Jaaaa, da muss man sich dran gewöhnen UND sicher, dass ganze ist kein Honigschlecken!!, sagte sie. Ich habe von den Tabletten keine mehr angerührt und bin nur mit dem Cortison durch 21 Tage Hölle gegangen.

    Ich bin dann noch zu einem anderen Neurologen gegangen, aber hier kam dasselbe Desaster. Ich solle mit den Prophylaxen nochmal erneut durchprobieren, ob das ein oder andere jetzt veträglicher ist…………………………………………………….

    Und dann habe ich das ganze nun auch selber in die Hand genommen. Bisher wurde von all meinen Klinikaufenthalten und behandelnden Ärzten der Zusammenhang mit Ernährung schroff abgewiesen und auch hier bin ich die letzten Jahre von Arzt zu Arzt gegangen. Ich hatte erhebliche Probleme mit Magen und Darm und dies wurde als sogenannter Magen-Darm Syndrom. Da bekomme ich immer noch Wut!!So, nun bin ich bei einer Homöophatin und einem Dr. für ärtzliche Heilkunst. Beide sind ausgebildete Ärzte, jedoch sind sie alternativ unterwegs. Klar, das ist dann auch Privat.

    Therapien sind jetzt Craniosacrale Therapie ( find ich suuuuper gut) und
    Behandlung mit Globuli Lycopodium 200 c, in ganz geringer Zufuhr.

    Der Arzt für Heilkunst hat eine Histaminunverträglichkeit festgestellt. Ich finde es zur Zeit sehr heftig, da ich mich damit noch nicht so gut auskenne und es eben zusätzlicher Stress ist, das alles nach Histamin zu kochen, etc.

    Auweija, das war lang………………………….

    Ich bin auf dem richtigen Weg, das spüre ich.

    Liebe Grüße an alle , Mary

  13. Violetta August 5, 2016 um 06:52

    Hallo,

    Ich bin zufällig auf diesen Blog gestoßen. Witzigerweise heiße ich auch Violetta.
    Seit meinem 15 Lebensjahr habe ich ständig Migräneattaken. In der Abizeit war es sehr schlimm und häufig. Dann wurden die Attaken etwas seltener, so ca. 1-2Mal wöchentlich. Als ich dann 27 war, wurde ich zum ersten Mal schwanger. Ich weiß nicht wie ich diese Schwangerschaft überlebt hatte. Denn beinahe täglich bekam ich Migräneattaken und konnte nichts weiter als Paracetamol nehmen. Meine Ernährung war weniger gesund. Wegen der ständigen Übelkeit in den ersten Monaten habe ich zu viel gegessen, so dass ich im Laufe der Schwangerschaft 30kg zunahm. Dieses Gewicht nahm ich im Laufe des ersten Jahres nach der Geburt wieder an, die Attaken wurden seltener, wieder 1-2 Mal wöchentlich. Triptane konnte noch nicht wieder nehmen, weil ich dann wieder schwanger wurde.
    Diesmal versuchte ich mich gesünder zu Ernähren, also kaum Schokolade, Eis, Butter und Käse. Dafür viel Obst und Gemüse und als Fett Olivenöl. Die Häufigkeit der Migräneattaken blieb bei 1-2 Mal die Woche, womit ich leben musste.
    Als mein zweites Kind dann 10 Monate alt war habe ich mir endlich einen Backenzahn ziehen lassen, der mir schon seit Jahren Probleme bereitete und bereits Wurzelkanalbehandelt war.
    Die Migräne verschwand für 2 Monate, so dass ich dachte, dieser Backenzahn war die Ursache für meine Migräne. Allerdings setzten die Attaken nach 2 Monaten wieder ein. Allerdings sehr unregelmäßig und höchstens ein Mal wöchentlich. Trotzdem war ich die Attaken leid und nahm dann gleich Triptane, ohne zu zögern, denn ich war es leid so viel zu leiden und sie halfen recht gut, obwohl sie mir schnell auf den Magen schlugen.
    Mit 32, bin ich erneut schwanger geworden und diesmal hatte ich sehr selten Mugräne, höchstens zwei oder drei Mal im Monat. Im 4 Monat war ich in Marokko bei einem sogennanten Heiler, der mir mit einem glühendem Stäbchen mehrere Puntke am Kopf verbrannt hat (es waren nur leichte Berührungen und keine schlimmen Verbrennungen). Seit dem ist meine Migräge wie durch ein Wunder komplett verschwunden. 5 Monate lang war Ich der glücklichste Mensch auf Erden und dachte nur: wie viel Zeit habe ich krank im Bett verbracht und gelitten, wollte mich schon oft einfach nur umbringen. Und jetzt kann ich einfach schmerzfrei leben. Bis heute. Ich habe jetzt noch einen Monat bis zur Entbindung meines 3. Kindes und langsam schlich sich wieder dieser typische, auf der linken Seite pochende Schmerz ein, der Übelkeit erzeugt. Ich wollte es erst nicht wahr haben, dachte, es geht bestimmt gleich weg, aber es verstärkt sich nur, trotz zweimaliger Einnahme von Paracetamol 1000.
    Wieso ist sie nur wiedergekommen? Wie konnte es sein, dass sie so lange wegblieb?
    Seit Jahren rätsel ich über die Ursachen und habe es aufgegeben danach zu suchen. Denn ich finde keine. Malnimmt die Migräne wenn ich zu viel gegessen habe, mal wenn alles normal ist, mal bei Stress, mal überrascht sie mich wenn alles bestens und völlig entspannt ist. Mal nach Heißhunger auf Schokolade und mal obwohl ich wochenlang keine Schokolade gegessen hatte.
    Ich weiß nicht woran es liegt und hoffe ich werde sie wieder los.

    • Violetta August 5, 2016 um 15:16

      Hallo Violetta,
      danke für deinen Beitrag. Ich kann deine Erfahrung aus eigener Erfahrung und aus Erzählungen von anderen bestäigen. Es scheint immer wieder möglich zu sein, die Migräne zu reduzieren. Es ist, als ob es ein delikates Gleichgewicht gäbe, das die Anfälligkeit für Migräne reduzieren kann. Dann widerum gibt es eine Phase im Leben, die das Gleichgewicht wieder zerstört. Schwangerschaften scheinen da ganz oben auf der Liste zu stehen. Das verwundert ja nicht wirklich, denn wir wissen ja, dass Hormonschwankungen Migräne auslösen können. Das kann nervtötend sein. Allerdings finde ich, dass deine Geschichte Anlass zur Hoffnung gibt, da du es ja offensichtlich geschafft hast, ein (zumindest zeitweises) Gleichgewicht zu finden, zuletzt mit der Behandlung in Marokko. Diese Behandlung übrigens, so finde ich, klingt sehr interessant. Vielleicht wäre das nochmal einen Versuch wert?
      Beste Grüße von Violetta

  14. Rainer Januar 10, 2017 um 09:38

    Hallo zusammen
    Migräniker bin ich seit dem 6 Lebensjahr, mittlerweile bin ich 51 Jahre alt. Viele Sachen habe ich ausprobiert und so richtig geholfen hat gar nichts. Im letzten Jahr 2016, habe ich auf Rat eines Arztes angefangen mit dem Velo zur Arbeit zu fahren, das sind immerhin 54 Km hin und zurück. Ich habe mir ein E-Bike gekauft und 8800 Kilometer zurückgelegt. Es ist ein wenig besser geworden aber inzwischen ist es so, dass praktisch jeden Tag eine Migräne-Attacke habe. Die ich mit Relpax behandle. (im Schnee kann ich auch nicht Velofahren)
    Folgend die Beantwortung der gestellten Fragen:
    1. Wie nennst Du die Migräne und welche Worte hast Du dafür?
    Ich nenne meine Migräne Genickmigräne, weil es immer im Genick anfängt zu schmerzen.
    Teilweise bringe ich die Schmerzen mit Dulx oder ähnlichen Salben weg.
    2. Seit wann hast Du Migräne und wie hat sie sich verändert.
    Diese Frage habe ich oben bereits beantwortet:)
    3. Würdest Du sagen Deine Migräne ist eine Krankheit? Ja, definitiv
    4. Wie bewältigst Du Migräne-Attacken am Arbeitsplatz? „Relpax“ nach einer Stunde ist die Welt wieder in Ordnung und ich habe keine Nebenwirkungen. Diese Tabletten sind bei mir immer auf Mann und in meinem Bürokorpus.
    5.Was und wer hat Dir am meisten geholfen mit der Migräne umzugehen?
    Mein Hausarzt ist bereit alles auszuprobieren Magnesium, Topomax (Epilepsie-Medi) als nächstes werde ich eine Vitamin B2 Kur kompiniert mit Magnesium versuchen. Bis jetzt hat nichts richtig geholfen, aber das kennt ihr ja. Ich bin jedoch Entschlossen dran zu bleiben. Ich lasse mich auch einmal im Monat massieren/oder mache eine Lymphtrainage, was den Druck im Kopf etwas nimmt.
    6. Was hat Dir am meisten geholfen und welches war der nutzloseste Ratschlag, den Du bekommen hast? Am meisten hat mir Relpax geholfen und der nutzloseste Ratschlag war, dass ich das halt aushalten soll, weil es nach der Pensionierung bei den meisten aufhört. (das war ein anderer Hausarzt)
    7. Was ist die absurdeste/lustigste/schrecklichste/denkwürdigste Situation, in die die Migräne dich gebracht hat. Nicht mich, aber ich habe im Dienst einmal eine Frau liegend auf einer Parkbank angetroffen, daneben ein weinendes Mädchen (die kleine Tochter) die Frau war schlecht ansprechbar und die Sanität hat herausgefunden, dass sie eine massive Migräneattacke hatte. Da habe ich gesehen, dass es Migräniker gibt, denen es noch viel Schlechter geht als mir.
    8. Was würdest Du anderen Menschen mit Migräne empfehlen?
    Wir müssen alle lernen damit umzugehen und Strategien entwickeln den Schmerz zu bekämpfen. Es ist nachweislich schädlicher den Schmerz auszuhalten, als ein Triptan einzunehmen und dann schmerzfrei zu sein. (sofern das funktioniert) Ich rate jedem, zum Arzt zu gehen und nicht erst wie ich mit über 40.
    Obwohl Triptane mir gut helfen, ist damit vorsicht geboten und aus diesem Grund suche ich nach anderen Lösungen und bin dadurch hier gelandet.
    Alles Gute allen und danke für’s Lesen

    • Violetta Januar 10, 2017 um 15:30

      Vielen Dank für deinen Beitrag! Mein Post über Vitamin B2 ist noch gar nicht so alt, insofern bin ich natürlich neugierig, wie es dir langfristig damit geht. Lass mal hören und viel Erfolg.

      • Rainer Januar 20, 2017 um 00:50

        Hallo Violetta
        Inzwischen habe ich meinen Arzttermi wahrgenommen. Er wollte zuerst noch eine Therapie mit Betablockern 25mg 1x im Tag durchführen. Dem habe ich zugestimmt, gleichzeitig habe ich begonnen meinen Nacken/Schulter bereich mit so Dulx und ähnlichem einzureiben, am Abend im Bett habe ich ein Traubenkernkissen aufgeheizt und in den Nacken gelegt. Zudem bin ich in eine Sitzung bei einer Kynesiologin (wie schreibt man das:)) gegangen. ich jetzt nicht ganz sicher was genau hilft, aber ich musste seit 15 Tagen keine Schmerzmittel und seit nunmehr 4 Tagen kein Relpax mehr nehmen. Klar hatte ich zwischendurch mal Verspannungen und leicht Migräne, aber das habe ich mit Wärme im Nacken und einreiben von den genannten Mitteln vollständig weggebracht. Es ist kein Vergleich zu vorher, wo ich jeden Tag mindestens eine Relpax oder mehr genommen habe. Sogenannte Entzugserscheinungen habe ich keine, ausser dass am Anfang der Kopf immer ein wenig geschmerzt hat. Das war aber auszuhalten und wurde ja auch weniger. Im Büro arbeite ich vermehrt an einem Stehpult, was mir erlaubt die Schultern locker zu lassen. Natülich hoffe ich, dass es so weitergeht und melde mich wieder.
        Alles Gute und viel Erfolg
        Rainer

      • Violetta Januar 20, 2017 um 11:45

        Hallo Rainer,
        immer wieder interessant, dass, sobald man sich wirklich drum kümmert, was in Bewegung kommt. Nichts ist perfekt, aber der Prozess beginnt. Ich drück die Daumen!
        Alle Liebe
        Violetta

      • Rainer Mai 31, 2017 um 03:11

        Hallo Violetta
        Im Januar habe ich geschrieben, dass ich eine Kur mit einem Betablocker machen werde. Nun ist es Ende Juni und ich kann folgendes berichten. Der Betablocker hat mich ziemlich sicher unterstützt die Einnahme war problemlos und ohne Nebenwirkungen. Gleichzeitig habe ich 3 Massagen pro Woche^erhalten und Voltaren Forte eingestrichen. Das Resultat bis heute habe ich zweimal einen Anfall, wo ich Relpax einsetzen musste und einmal den Zomix Nasenspray, weil ich nichts behalten konnte. Dieses Resultat ist für mich ein Durchbruch, weil ich vorher jeden Tag eine Relpax nehmen musste um einigermassen zu funktionieren. Natürlich habe ich immer noch Verspannungen ab und zu, aber dann bekämpfe ich diese mit einem warmen Kissen, Salben, Bewegung des Oberkörpers und stretching. Auch normale Kopfwehtabletten sind praktisch nicht mehr nötig seit Januar ca. 4-5x, aber das hauptsächlich wegen starken Genickschmerzen. Also ich denke, dass ich meinen Trigger gefunden habe und mittels Sport und den genannten Anwendungen im Griff habe.
        Alles Gute allen und danke für’s lesen.

  15. Sam April 12, 2017 um 14:11

    Hallo an alle Leidensgenossen,

    ich habe an sich schon viel zu dem Thema recherchiert, aber bin heute erstmalig auf Violettas Blog gestoßen. Es hilft zu sehen, dass ich nicht alleine bin mit diesem Fluch, auch wenn ich natürlich niemandem Migräne wünsche.

    Bei mir hat es pünktlich mit der Pubertät angefangen. Und ich habe mindestens zwei Anfälle im Monat, gerne aber auch 3 bis 4, einer davon hormonell bedingt.
    Der übliche Ablauf beginnt mit ersten Anzeichen, wie Problemen mit der Konzentration, schlechtem Fokussieren, Gemütsschwankungen. Nur selten habe ich eine typische Aura mit Flackern. Ich merke es oft schon einen ganzen Tag vorher.
    Meist kommt die Attacke dann über Nacht und ich wache im Morgengrauen mit einseitigem Gehämmere im Kopf auf. Für Triptane ist es dann oft schon zu spät (oder sie brauchen ewig, bis sie wirken). Kälte hilft dann manchmal, wobei ich das eher unangenehm finde. Und auch, wenn es die Gefäße erweitert, halte ich es oft nur mit einer sehr heißen Wärmflasche auf dem Kopf aus – Hauptsache den Schmerz übertönen. Übelkeit habe ich nur so drei bis vier mal im Jahr, dann aber auch so richtig mit mehrfachem Übergeben.
    In der Regel hält der Schmerz auf der einen Seite zwei bis drei Tage an, dann habe ich einen Tag Ruhe und meist wandert er in abgeschwächter Form auf die andere Seite rüber. Die Phase kann ich meist ohne Medikamente aushalten.
    In den letzten Monaten waren die Attacken wieder länger, oft über eine Woche. Auch die Triptane haben dann nicht mehr wirklich angeschlagen. Andere Schmerzmittel bringen nichts bei mir.

    Ich habe in den 25 Jahren meiner Migräne schon so einiges an Prophylaxen durch – Betablocker, Pestwurz, Anti-Epileptika, Anti-Depressiva, Akupunktur, diverse Heilpflanzen und Wundermittel. Alles ohne nennenswerte Verbesserung. Mein FA kam dann auch mal mit der Pille, weil das ja den Hormonspiegel stabilisiert, aber das geht nicht, da ich erhöhtes Thromboserisiko habe. Dann wollte er mich künstlich in die Wechseljahre schicken. Super Idee. Ne danke.

    Neben der Migräne habe ich auch immer wieder Nervenschmerzen in der Schläfe und im Ohr. Es wurde eine Trigeminus-Neuralgie vermutet. Diese Hypersensibilität und die Migräne, da sehe ich gefühlt auch einen Zusammenhang.

    Ich immer wieder nach neuen Ideen und Ansätzen. Ich habe schon vor 20 Jahren die ersten Tagebücher dazu geführt – Ernährung, Schlafen, Sport. Aber so richtig ergab es kein Muster. Regelmäßig Sport und Schlafen helfen (bzw. der Mangel macht es schlechter). Alkohol mit vielen Gerbstoffen und schwefelhaltiges konnte ich schnell ausmachen als Trigger. Aber alles andere konnte ich mal essen und mal nicht. Nüsse, Käse, Schoki, Tomaten, kein wirklich reproduzierbares Problem.
    Ich habe dann vor ein paar Jahren drei Monate nach Paleo gegessen, also nur „Ur-Futter“, wenn man so will. Keine Milchprodukte, keine Getreide oder Kartoffeln, keine verarbeiteten Lebensmittel, kein Kaffe, Tee, Alkohol. Hauptsächtlich Gemüse und Fisch/Fleisch (wobei ich das in Maßen hielt). Der Hintergrund war der gleiche wie bei dem 1-2-3-Programm. Alle potentiellen Trigger ausschließen und dann in Etappen wieder ausprobieren.
    Mit der Diät ging es mir insgesamt besser (Energie, Schlaf, Gemüt), aber die Attacken waren nicht weniger oder schwächer. Es war eher der Gesamteindruck. Ich habe dann sogar noch drei Monate eine ketogene Diät versucht, bei der man unter 10g KH am Tag bleiben muss. Der Körper stellt dann komplett auf Fettstoffwechsel um, d.h. man benötigt die KH nicht für die Energieversorgung. Der Blutzuckerspiegel ist sehr viel gleichmäßiger. Bei Epilepsie wird das z.B. empfohlen und da gibt es ja durchaus eine Verwandtschaft. Diese Diät hat aber die Lebensqualität derart eingeschränkt, dass ich es nicht fortgesetzt habe.

    Insgesamt habe ich aus den Versuchen mitgenommen, dass der Ansatz, der von einem anderen Kommentator schon erwähnten LOGI-Diät für mich Sinn macht. Am ehesten werden ernährungsbedingt meine Attacken ausgelöst, wenn der Blutzuckerspiegel stark nach oben oder unten schwankt, ich also entweder über- oder unterzuckert bin. Ich versuche jetzt also, im menschlichen Rahmen, stabil zu essen (GLYX-Index beachten) – wenig Zuckerzeug, keine leeren Kohlenhydrate, viel Variation und von allem in Maßen. Dazu viel Wasser trinken und dreimal die Woche mind. 30 Minuten Ausdauersport. Letzteres hat immer geholfen, musste aber aus diversen Gründen im letzten Jahr eingeschränkt werden. Das werde ich jetzt wieder angehen.
    Aber wie es Violetta beschreibt, scheint es insgesamt so eine Art Toleranzmenge zu geben, und erst in der Summe läuft das Fass dann über. Wenn meine Gesamtkonstitution schlecht ist (z.B. wenn ich krank war, schlecht geschlafen habe, Stress im Job habe), dann muss ich mehr darauf achten als an guten Tagen.

    Triptane sind für mich Segen und Fluch zugleich. Ich hatte Attacken, da habe ich wirklich gedacht, ich will sterben. Und davon hätte ich sicher mehr ertragen müssen ohne Triptane. Sie erlauben mir, meinen Arbeitsalltag zu bewältigen, wenn es sein muss. Aber der Griff zur Schachtel ist eben manchmal auch einfacher, als mir einzugestehen, dass mein Körper Ausgleich fordert. Das mit dem Verdrängen und sich von der Krankheit nicht das Leben diktieren lassen wollen, das kenne ich auch zu gut. Es kommt in Wellen – der Drang zu ignorieren und der Wunsch nach einem nachhaltigen Lebensrezept. Die bescheuertsten Ratschläge kommen in dem Kontext meist von esoterischen Gutmenschen, die noch nie echte Kopfschmerzen hatten: The road to hell is paved with good intentions 😉 .

    Zuletzt sei noch eine für mich zuerst unvorstellbare Option benannt, die zwar nie den ganzen Anfall unschädlich macht, aber den „Edge“ deutlich reduziert. Außerdem hilft es nachweislich die Leber zu entgiften, was mir mehrfach die Entwöhnung sehr erleichtert hat: Kaffee-Einläufe.
    Ja ja, ich hab auch den Kopf geschüttelt, als mein Osteopath damit ankam, aber dann war es wieder so heftig mit der Attacke und ich dachte, schlimmer als das ist nichts. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich ein Fan geworden bin (es soll ja Leute geben, die das mehrfach am Tag machen und genießen), aber bei ganz schlimmen Attacken rettet es mich. Anleitungen findet man im Netz.

    Ich wünsche allen schmerzfreie Feiertage und möge das Universum mit uns sein!

    • Violetta April 13, 2017 um 14:22

      Ganz herzlichen Dank für deinen überaus interessanten Bericht. Man merkt, dass du eine sehr bewusste und erfahrene Migränikerin bist. Das mit den Kaffeeeinläufen kann ich übrigens bestätigen. Ich habe letzt eine Attacke, die gar nicht mehr aufhören wollte geradezu gekillt damit. Geht sicher nicht immer, aber jede Erleichterung ist willlkommen.

  16. Sarah Mai 29, 2017 um 07:39

    Liebe Violetta,

    vor einigen Monaten hab ich verzweifelt gegoogled und wollte herausfinden, was ich mit diesen fürchterlichen Kopfschmerzen tun muss. Zu welchem Arzt muss man gehen? Was hilft? „Darf“ ich mich einfach ins Bett legen und heulen?!
    Migräne kannte ich schon, aber plötzlich waren diese Kopfschmerzen täglich da und die zu den Attacken gehörige Aura trat immer häufiger auf. Im Internet fand ich andere verzweifelte Foreneinträge, aber es gab in den seltensten Fällen eine Antwort auf diese vielen Fragen.
    Ich habe daraufhin einen eigenen Blog geschrieben, der meine Diagnose-Odysee ein bisschen begleiten sollte und vor allem, anderen Leidensgenossen eine kleine Hilfestellung sein sollte.
    Ich bin erst vor einigen Wochen (warum auch immer!) auf Deinen Blog gestoßen und ärgere mich, dass ich ihn nicht schon viel früher gefunden habe! Ich möchte mich sehr bei Dir über Deine vielen informativen und gut recherchierten Beiträge bedanken. Ich glaube, dass sie vielen Leuten helfen!

    • Violetta Mai 29, 2017 um 11:37

      Hallo Sarah,
      Ich habe in deinen Blog rein geschnuppert und bin mal wieder platt, welche Odysseen Migräniker in Kauf nehmen müssen, bis sie mal ordentlich behandelt werden. Ich werde sicherlich öfter mal schauen, was du so machst. Danke für deinen netten Kommentar.
      Violetta

  17. Cordula Mohr Mai 29, 2017 um 12:33

    Ich hatte euch bereits vor längerer Zeit in eurem Forum einen kleinen Beitrag verfasst in dem ich euch meine Erfahrungen mit Toxaprefent erzählt habe.
    Das nehme ich auch heute noch, wenn ich auch nur noch sehr sehr selten Migräne habe.
    Seit einem Jahr nehme ich nun prophylaktisch Maca. Eine Wurzel aus den Anden und ohne Nebenwirkungen. Ich hatte über 20 Jahre Migräne und habe soviel Zeit dadurch verloren und viel zuviel Schmerzmittel genommen. Ich möchte euch bitten versucht es einfach – ich kann nicht garantieren das es bei euch auch hilft…
    Aber ich habe ein neues Leben!
    Meine depressiven Phasen und Zukunftsängste sind ebenfalls fast weg.
    Cordula

    • Violetta Mai 29, 2017 um 14:55

      Sehr interessant, Danke für die Info. Maca steht seit einer Weile auf meiner Liste und ich werde es im Sommer auch probieren. Maca ist ein Adaptogen, dass Hormone ausgleichen kann, in jede Richtung. Es kann noch viel mehr und ich bin sehr neugierig.

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