Das Migräne Projekt

Eine die auszog, ihre Migräne zu besiegen

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Nebenwirkungen von Propranolol: Gründe und Gegenmaßnahmen

leeresglasIch habe schon viel in diesem Blog über Propranolol geschrieben, weil es gerne als Migräneprophylaxe verschrieben wird. Auch ich habe die Betablocker lange Zeit genommen und hatte intensive Nebenwirkungen. Warum nur? Dank der amerikanischen Pharmazeutin Suzy Cohen(1) habe ich jetzt ein paar Antworten gefunden und möchte weitergeben, was ich von ihr gelernt habe. Inklusive ein paar eigenen Schlussfolgerungen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Prävention: Candesartan reduziert Migräne genauso effektiv wie Propranolol – mit anderem Nebenwirkungsprofil

CandesartanEine Studie aus Norwegen¹ zeigt Migränikern neue Optionen bei der prophylaktischen Behandlung von Migräne mit Blutdruck senkenden Mitteln auf. Candesartan gehört zur Klasse der Angiotensin II Inhibitoren und wurde entwickelt, um zu hohen Blutdruck und bestimmte Herzkrankheiten zu behandeln. Candesartan wirkt dabei ein wenig anders als Propranolol. Es blockiert einen Stoff im Körper, der die Blutgefäße zusammenzieht und bewirkt entsprechend eine Entspannung der Gefäße.² Mehr von diesem Beitrag lesen

Nebenwirkungen von Propranolol

NebenwirkungenPropranolol ist eines der klassischen Prophylaxemittel, das gegen Migräne verschrieben wird. Ich habe das Mittel jetzt endgültig abgesetzt, denn es hat angefangen, mich ernsthaft krank zu machen.

Propranolol ist ein Betablocker, der eigentlich verschrieben wird, um Menschen mit Bluthochdruck zu behandeln. Es ist auch im Gespräch, Angstzustände, Panik und Posttraumatische Belastungsstörungen zu behandeln. Mehr von diesem Beitrag lesen

Betablocker Reloaded

Jetzt ist mal wieder ein Monat rum der wirklich ganz ohne Kopfschmerzen verlaufen ist. Was für ein gutes Gefühl, wie entspannend. Dank der Betablocker. Mein Kopf ist wieder stabiler, es flackert nicht ständig was auf, wenn ich mal ein kleines Stück Avocado irgendwo esse oder in der Majo ein klein wenig Glutamat war. Manchmal gibt es Anzeichen einer Migräne, aber sie verschwinden wieder. So war das, als ich mit dem Migräneprojekt anfing, da war ich auch noch auf Betablocker. Als ich sie irgendwann absetzte, ich berichtete darüber, brach das Chaos aus in meinem Kopf. Ich wiederhole hier mal, was ich in einem der letzten Artikel schon geschrieben habe: mein Kopf fühlte sich ohne Betablocker an wie ein mit Benzin gefüllter Luftballon. Jeder kleineste Trigger war wie eine Zündfunke, der mich sofort zum explodieren gebracht hat. Mehr von diesem Beitrag lesen

Betablocker absetzen

Mehr als ein Jahr war ich jetzt auf einem Betablocker. 80mg Propranolol als Prophylaxe gegen die Migräne. Geholfen hats ein wenig am Anfang, dann ein paar Wochen später und eine Dosiserhöhung weiter wars wieder vorbei. Migräne wie immer. Jetzt, wo das Migräne Projekt ganz gut angeschlagen hat, habe ich mit dem Arzt vereinbart, das Propranolol abzusetzen und zu schauen, was passiert. Über einen Zeitraum von 6 Wochen wird die Dosis dabei immer weiter reduziert.

Jetzt sind die ersten zwei Wochen um. Ich plage mich übel mit den Nebenwirkungen ab. Ich hatte vergessen, dass der Weg in die Gewöhnung an das Medikament schon unangenehm war. Mein Herz, dass beim Herumrennen nicht mehr richtig mitschlug, mein Blutdruck, der noch weiter nach unten ging als er eh schon war, Müdigkeit, immer wieder, um neun schon vor dem Fernseher eingeschlafen wie meine Oma … Das Zeug hat mich ziemlich behindert. Joggen habe ich ganz aufgegeben. Es fühlte sich furchtbar an in meiner Brust. Der ganze Atem- und Herzrhythmus ging nicht mehr mit, war wie festzementiert auf einen einzigen Rhythmus, bam, bam bam, wie ein Galeerentrommler der den Takt vorgibt und es gibt kein Entziehen.

Und jetzt beim langsamen Absetzen des Medikaments schon wieder, nervenzehrende Symptome treten auf. Aufwachen in der Nacht mit Angst und Unruhe, eine depressive Grundstimmung schon seit Tagen. Plötzliches Heulen am Frühstückstisch. Gegen solche Beschwerden werden Betablocker verschrieben, aber ich hatte sie doch nie. Und jetzt muss ich mich damit herumplagen. Ich kann gar nicht sagen, wie angenervt ich von diesen ganzen Tabletten bin. Ein permanantes sich herumplagen mit Eingriffen in die eigene Persönlichkeit, nicht nur körperliche Befindlichkeiten, der ganze Stoffwechsel, das ganze eigene emotionale Gefüge, alles wird verändert, verzerrt, unterdrückt oder künstlich biochemisch erzeugt. Für mich wieder einmal ein Beweis, dass dieser ganze tablettenbasierte Prophylaxeansatz, selbst wenn er funktionieren sollte, immer nur eine Verschlimmbesserung ist. Ich jedenfalls will das alles jetzt nicht mehr.

Nachtrag im Dezember 2012:
Wie sich später herausstellte, gehöre ich zu einem relativ geringen Prozentsatz von Menschen, bei denen die Migränediät von Dr. Buchholz nur dann anschlägt, wenn sie von einer Prophylaxe begleitet wird. Also habe ich zähneknischend wieder mit Betablockern angefangen—allerdings mit einer geringeren Dosis. Die aktuelle Dosis Betablocker ist jetzt gut verträglich und tut, was sie soll und kann. Betablocker alleine reduzieren die Migräne nicht, aber sie machen den Erfolg der Migränediät möglich. Die Aktualisierung zu diesem Artikel unter Betablocker Reloaded.